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Autohandelsunternehmen Weller: „Das Elektroauto setzt sich auch ohne Prämie durch“

19.08.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 1 Kommentar

VW-ID.3-Neo

Bild: VW (Symbolbild)

Das Autohandelsunternehmen von Burkhard Weller hat deutschlandweiter über 2600 Mitarbeiter und 43 Filialen. Die Autohausgruppe ist einer der wichtigen Anbieter von großen Marken wie BMW und Toyota, hat aber auch aufstrebende chinesische Marken wie BYD im Portfolio. In einem Interview mit dem Handelsblatt thematisierte Weller unter anderem die Entwicklung der E-Mobilität sowie den Wettbewerb für die hiesigen Hersteller durch China-Hersteller.

Der Branchenveteran beobachtete bereits in der Vergangenheit Marktveränderungen durch japanische Hersteller, deren Marktanteil zwischenzeitlich 15 Prozent erreichte, sich dann aber um rund die Hälfte reduzierte. Er sieht eine ähnliche Entwicklung für chinesische Marken, die seiner Aussage nach aktuell primär über den Preis wachsen.

Ein BYD-Modell sei in vielen Belangen mit einem VW vergleichbar, koste jedoch fast 10.000 Euro weniger. „Mit BYD haben wir erst im Januar angefangen – und aus dem Stand Stückzahlen verkauft, die erschreckend positiv waren“, berichtete der Autohändler. Er glaubt jedoch: Sobald die Preise der Chinesen steigen, um die Margen zu verbessern, wird sich der Absatz wieder normalisieren.

„Für deutsche Premiumhersteller gar keine Gefahr“

Trotz des Wettbewerbs sieht Weller keine Gefahr für deutsche Premiumhersteller wie BMW. Er führt dies auf das Image zurück, da Kunden hier wie auch bei Marken wie Mercedes oder Porsche zusätzlich für das Prestige bezahlten. Die Kundschaft von BYD sei eher preisorientiert und suche funktionale Merkmale wie Platz im Kofferraum, während BMW-Kunden andere Ansprüche etwa an das Fahrwerk und schnelles Fahren auf der Autobahn stellten.

Elektroautos machen bei Wellers Autohandel mittlerweile 36 Prozent der Bestellungen aus, verglichen mit rund 20 Prozent im Vorjahr. Dies führt er auf die gestiegenen Reichweiten zurück, da E-Autos mit über 400 Kilometern Reichweite die Sorge um die Ladeinfrastruktur verringerten. Mit Blick auf die Ladeinfrastruktur plädiert er dafür, die bestehende Infrastruktur zu stärken. So sollte es insbesondere mehr Lademöglichkeiten an Tankstellen geben, da neue E-Pkw fast so schnell Strom ziehen wie Verbrenner Benzin tanken könnten.

Das Werkstattgeschäft bleibt laut Weller trotz der Elektromobilität bestehen, da elektrische Pkw aufgrund ihres Gewichts häufigere Reifenwechsel erforderten und die komplexe Elektronik Reparaturen notwendig mache. Zwar entfalle der lukrative Ölwechsel, doch das Geschäft sei insgesamt nicht wegbrechend.

Die staatliche Elektroauto-Kaufprämie kritisierte Weller als wenig effektiv für den Durchsetzungsprozess der E-Mobilität. Im Vorfeld der Förderung sei der Verkauf „völlig zum Erliegen“ gekommen, weil alle auf die ab 1. Januar 2026 geltende Prämie gewartet hätten. Aktuell beobachtet er Vorzieheffekte und erwartet eine drohende Absatzflaute im Einstiegssegment nach dem Ende der Subvention. Zudem profitierten chinesische Hersteller wie BYD und MG überproportional von den Prämien, was im Widerspruch zum EU-Zoll auf Stromer aus der Volksrepublik stehe.

Weller bemängelte außerdem, dass das Geschäft mit Elektro-Gebrauchtwagen durch die Prämie unter Druck stehe. Diese würden nicht gefördert, obwohl preisempfindliche Kunden lieber einen gebrauchten Stromer kaufen würden. Seine grundsätzliche Meinung zur Förderung und E-Mobilität: „Die E-Auto-Prämie ist völliger Quatsch. Das Elektroauto setzt sich auch ohne Prämie durch.“

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Via: Handelsblatt (kostenpflichtig)
Tags: HändlerAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Mäx meint

    19.08.2026 um 11:57

    Mindestens 2/3 des Marktes bekommen auch gar keine Prämie (Gewerbe) und trotzdem hat man 50% Zuwachsraten gerade.

    Antworten

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