Das Autohandelsunternehmen von Burkhard Weller hat deutschlandweiter über 2600 Mitarbeiter und 43 Filialen. Die Autohausgruppe ist einer der wichtigen Anbieter von großen Marken wie BMW und Toyota, hat aber auch aufstrebende chinesische Marken wie BYD im Portfolio. In einem Interview mit dem Handelsblatt thematisierte Weller unter anderem die Entwicklung der E-Mobilität sowie den Wettbewerb für die hiesigen Hersteller durch China-Hersteller.
Der Branchenveteran beobachtete bereits in der Vergangenheit Marktveränderungen durch japanische Hersteller, deren Marktanteil zwischenzeitlich 15 Prozent erreichte, sich dann aber um rund die Hälfte reduzierte. Er sieht eine ähnliche Entwicklung für chinesische Marken, die seiner Aussage nach aktuell primär über den Preis wachsen.
Ein BYD-Modell sei in vielen Belangen mit einem VW vergleichbar, koste jedoch fast 10.000 Euro weniger. „Mit BYD haben wir erst im Januar angefangen – und aus dem Stand Stückzahlen verkauft, die erschreckend positiv waren“, berichtete der Autohändler. Er glaubt jedoch: Sobald die Preise der Chinesen steigen, um die Margen zu verbessern, wird sich der Absatz wieder normalisieren.
„Für deutsche Premiumhersteller gar keine Gefahr“
Trotz des Wettbewerbs sieht Weller keine Gefahr für deutsche Premiumhersteller wie BMW. Er führt dies auf das Image zurück, da Kunden hier wie auch bei Marken wie Mercedes oder Porsche zusätzlich für das Prestige bezahlten. Die Kundschaft von BYD sei eher preisorientiert und suche funktionale Merkmale wie Platz im Kofferraum, während BMW-Kunden andere Ansprüche etwa an das Fahrwerk und schnelles Fahren auf der Autobahn stellten.
Elektroautos machen bei Wellers Autohandel mittlerweile 36 Prozent der Bestellungen aus, verglichen mit rund 20 Prozent im Vorjahr. Dies führt er auf die gestiegenen Reichweiten zurück, da E-Autos mit über 400 Kilometern Reichweite die Sorge um die Ladeinfrastruktur verringerten. Mit Blick auf die Ladeinfrastruktur plädiert er dafür, die bestehende Infrastruktur zu stärken. So sollte es insbesondere mehr Lademöglichkeiten an Tankstellen geben, da neue E-Pkw fast so schnell Strom ziehen wie Verbrenner Benzin tanken könnten.
Das Werkstattgeschäft bleibt laut Weller trotz der Elektromobilität bestehen, da elektrische Pkw aufgrund ihres Gewichts häufigere Reifenwechsel erforderten und die komplexe Elektronik Reparaturen notwendig mache. Zwar entfalle der lukrative Ölwechsel, doch das Geschäft sei insgesamt nicht wegbrechend.
Die staatliche Elektroauto-Kaufprämie kritisierte Weller als wenig effektiv für den Durchsetzungsprozess der E-Mobilität. Im Vorfeld der Förderung sei der Verkauf „völlig zum Erliegen“ gekommen, weil alle auf die ab 1. Januar 2026 geltende Prämie gewartet hätten. Aktuell beobachtet er Vorzieheffekte und erwartet eine drohende Absatzflaute im Einstiegssegment nach dem Ende der Subvention. Zudem profitierten chinesische Hersteller wie BYD und MG überproportional von den Prämien, was im Widerspruch zum EU-Zoll auf Stromer aus der Volksrepublik stehe.
Weller bemängelte außerdem, dass das Geschäft mit Elektro-Gebrauchtwagen durch die Prämie unter Druck stehe. Diese würden nicht gefördert, obwohl preisempfindliche Kunden lieber einen gebrauchten Stromer kaufen würden. Seine grundsätzliche Meinung zur Förderung und E-Mobilität: „Die E-Auto-Prämie ist völliger Quatsch. Das Elektroauto setzt sich auch ohne Prämie durch.“

hu.ms meint
Eine förderung der fahrzeuge ist nicht notwendig. Damit wird nur der markt verzerrt.
Der staat sollte lademöglichkeiten über zuschüsse bzw. Sofortabschreibung fördern:
1. AC-lader auf parkplätzen (z.b.beim arbeitsplatz) , wo die BEV tagsüber stehen.
2. Bei leistungsarmen hauszuleitungen die ladesteuerung zum zeitversetzten laden fördern.
3. AC-lader an strassenbeleuchtungsmasten
McGybrush meint
Bei mir hätte es ohne Förderung 2020 deutlich länger gedauert. Ich hab damals wo von 6000Eur auf 9000Eur eins gekauft. Also selbst bei 6000Eur war es mir einfach in der Anschaffung noch zu teuer. Sogar bei den 9000Eur musste ich mich weit aus dem Fenster lehnen.
Das sich das durchsetzt sehe ich genauso. Aber eben langsamer.
Auch Freunde haben etwas früher zugeschlagen wegen einer Förderung. Sonst hätten die bisher auch noch keins.
brainDotExe meint
Der Mann hat vollkommen Recht!
„Die Kundschaft von BYD sei eher preisorientiert und suche funktionale Merkmale wie Platz im Kofferraum, während BMW-Kunden andere Ansprüche etwa an das Fahrwerk und schnelles Fahren auf der Autobahn stellten“
Wie erklärt die Umweltlobby das?
Jörg2 meint
Warum sollte eine „Umweltlobby“ (????) irgendwelche Fremdaussagen erklären? Eine Quelle hätte wohl eher zu erklären, wenn Du etwas nicht verstehst. Frag da einfach nach.
brainDotExe meint
Mir muss dass keiner erklären, ich verstehe das.
Nur die Umweltlobby kann solche Aussagen doch nie verstehen und kritisiert die.
Jörg2 meint
Wo?
Wer?
Wann?
Was denn nun? Erst unterstellst Du, Deine „Umweltlobby“ könne das erklären, nun ist diese zu blöd, etwas zu verstehen.
Gelbe Perücke auf? Zuviel Schminke im Gesicht?
brainDotExe meint
Die typischen Vertreter der Umweltlobby halt. Such sie dir unter den Kommentatoren raus.
Ich gebe einen Tipp, sie verwenden oft den Begriff „Bürogemeinschaft“, diejenigen die meinen beim Auto ist das wichtigste die Umwelt-/Klimafreundlichkeit.
Diejenigen die nicht verstehen können oder wollen dass vielen Kunden andere Dinge deutlich wichtiger sind, z.b. das Fahrwerk und schnelles Fahren auf der Autobahn.
South meint
Quatsch. Es gibt keine „Umweltlobby“ also monolithischer Block, der gegen schnelles Fahren wäre. Natürlich läuft der Pseudo Sport Drängler Raser Schmarrn auf den Autobahnen Umweltzielen dagegen, aber… es ist eine Mehrheit für ein Tempolimit und das nicht nur aus Umweltschutzgründen. Noch deutlicher fällt das im internationalen Vergleich aus… kein anderes Land ist noch so doof kein Tempolimit zu haben. Dann ist die Diskussion über ein Tempolimit deutlich älter als das Thema Globale Erwärmung oder Umweltschutz, der in den 70er (da müsste das begonnen haben) ganz sicher nicht der zentrale Punkt war…
brainDotExe meint
Quatsch, schaue dir doch mal die Vertreter der Umweltlobby hier an.
Die sind allesamt für ein Tempolimit und sehen im Autos hauptsächlich Gebrauchsgegenstände, wo Fahrspaß eine untergeordnete Rolle spielt und Effizienz das Maß der Dinge ist.
Ein Tipp, die bezeichnen andere meist als „Bürogemeinschaft“, was auch immer das sein soll. Das gibt es schließlich nicht, im Gegensatz zur Umweltlobby, wie zum Beispiel die DUH.
Mike meint
Einem BMW-Fahrer ist der Propeller und möglichst prolliges Design wichtig.
brainDotExe meint
Vollkommen legitim, Image und attraktives Design ist ein wichtiges Verkaufsargument. Von daher ist BMW hier gut aufgestellt.
Peter meint
Ein Elektro-BMW ist in allen (!) Geschwindigkeiten deutlich umweltschonender als ein Verbrenner-BMW oder sonstige Verbrenner-Fahrzeuge. Und gleichzeitig hat er ein deutlich besseres Fahrwerk als die China-Kracher… Gleichzeitig hat ein BMW eine größere Effizienz als die China Kracher …. Was ist daran so schwer?
Selbst die im Elektromaßstab (!) ineffizienten China-Kracher sind effizienter als jeder Verbrenner.
Denn merke: 1 Liter Sprit sind ca 10 kWh (+/-) Energiegehalt. Verbrenner-Fahrzeuge sind halt aus physikalischer Sicht rollende Heizungen.
brainDotExe meint
Das ist doch alles bekannt. Nur ist es dem allgemeinen Kunden relativ egal ob der umweltschonender und effizienter ist.
Diese Aspekte sind relativ unbedeutend für die Kaufentscheidung eines BMW.
Ben meint
Ubd weil der Diesel sich weiterhin nicht durchsetzt müssen weiterhin 8Mrd./Jahr Dieselsubvention gezahlt werden, wann wird die endlich abgeschafft ?
eBikerin meint
„üssen weiterhin 8Mrd./Jahr Dieselsubvention gezahlt werden“
kannst du auch den Posten im Bundeshaushalt bennen? bei 8 Milliarden die laut dir „gezahlt“ werden muss das ja auftauchen.
Jörg2 meint
Hälst Du Dich jetzt am Wörtchen „gezahlt“ fest?
Rückvergütung in der Landwirtschaft
Steuerliche Einstufung
….
atamani meint
@Jörg2
Jetzt sind wir plötzlich bei der Landwirtschaft…
Ja, kann man gerne streichen. Werden deutsche Lebensmittel (Und Biogas z.B) eben noch unaktraktiver. Dafür wird es dann höhere Subventionen für Felder usw geben…
Diesel ist das am Dritthöchsten besteuerte Produkt in Dtld. Aus sicht von Diesel ist ALLES subventioniert, ausser Benzin und Zigaretten!
Eine Lüge wird nicht wahrer, auch wenn sie tausendmal wiederholt wird!
eBikerin meint
„Steuerliche Einstufung“ Wo genau ist da die Subvention? Nur Benzin ist teurer – ist aber eben auch ein anderes Produkt. Heizöl ist aber viel niedriger besteuert, obwohl es das selbe Produkt ist (bis auf die Additive). Strom hat übrigens weniger als die Hälfte Steuern wenn man Diesel mit 10 kWh gleichsetzt Erd Und Flüssgas sind auch niedriger besteuert.
Irgendwie finde ich da jetzt keine Subvention für Diesel.
Jörg2 meint
atamani
Bitte lies nocheinmal was ich geschrieben habe.
Mir ging es darum, ob Subventionen nur dann Subventionen sind, wenn sie als Ausgaben im Bundeshaushalt auftauchen.
Da habe ich wohl Zuviel Textverständnis vorausgesetzt.
atamani meint
@Jörg2
Ja, Verständnis wäre generell wichtig!
Was genau ist die „Rückvergütung in der Landwirtschaft“
Verstehst Du das?
„Steuerliche Einstufung“ Wo genau ist jetzt die Subvention bei Diesel? Kannst Du das erklären? Also wegen Verständnis usw…
Jörg2 meint
eBikerin
Dann schreib doch noch etwas zur Dieselrückerstattung in der Landwirtschaft.
Kannst Du Dich an die Traktoren-Sternfahrten erinnern?
eBikerin meint
Lieber Jörg, warum schreibst du es dann nicht so?
Ben schreibt ein eindeutig „gezahlt“.
Ach ja und eine steuerliche Einstufung ist nur dann eine Subvention wenn es sich um das selbe Produkt handelt. Also ist Agrardiesel Subventioniert (wie in einigen anderen europäischen Ländern auch) „normaler“ Diesel aber nicht.
Also ist diese permanente 8 Milliardenaussage schlicht falsch, denn er bezieht sich auf die 8 Milliarden welche eingenommen würden, wenn Diesel und Benzin gleich besteuert wären. Da es unterschiedliche Produkte sind, ist es aber eben keine Subvention.
Jörg2 meint
eBiker
Dann hast Du Dich tatsächlich am Wörtchen „gezahlt“ aufgehängt. Kleinlich.
Was jemand unter Subvention versteht (ob nun richtig oder falsch), kann man gern nachfragen.
Der eine möchte es sehr sehr eng sehen (rechtlich, ausgewiesen in Bilanzen, Geldtransfer…). Der andere versteht darunter alles, was den Vertrieb/Verkauf/Unternehmenserfolg unterstützt, der sonst so nicht da wäre (Pendlerpauschale, Steuer, Lohnersatzleistung Firmenwagen, Kurzarbeitergeld….).
Jeder kommt dann zu anderen fiktiven Beträgen.
Bei der Ermittlung der Einfuhrzölle ausländischer Waren (Abwehrzölle) scheint mir der zweite Weg zur Ermittlung der Höhe „unlauterer“ Subventionen gern gewählt zu werden.
atamani meint
@Ben
Diesel ist das am Dritthöchsten besteuerte Produkt in Dtld. Aus sicht von Diesel ist ALLES subventioniert, ausser Benzin und Zigaretten!
Eine Lüge wird nicht wahrer, auch wenn sie tausendmal wiederholt wird!
Man kann den Steuersatz von Benzin gerne auf das Niveau von Diesel angleichen.
Oder am besten die gesamte Energiesteuer auf Benzin/Diesel/Gas weg. Nur noch CO2 Abgabe!
Dazu Maut auf allen Strecken, für alle Antriebsarten(zusätzlich mit Abgas Faktor). Anstatt der Kfz Steuer eine Abgabe(Plakette) nach Größe/Gewicht! Wird erhoben, wenn man auf öffentlichen Parkplätzen/Stellflächen parkt. Als Pauschale
Wäre am gerechtesten…gehts Dir um Gerechtigkeit überhaupt?
Jörg2 meint
„Diesel ist das am Dritthöchsten besteuerte Produkt in Dtld.“
Erstens stimmt das nicht (Diesel ist grob am 5 Platz) und zweitens hat das, wie andere Dinge, die gesellschaftlichen Folgekosten haben, gute Gründe, da bei den Folgekosten nicht das Verursacherprinzip herangezogen wird, sondern eine Kostenvergesellschaftung erfolgt.
Mir wäre Subventionsabbau und Verursacherprinzip eigentlich lieber.
atamani meint
@Jörg2
Was ausser Zigaretten/Tabak und Benzin sind die anderen Produkte, die höher besteuert sind?
Na dann mal her mit den Fakten zum Verursacher Prinzip! Was müsste Diesel denn kosten? Und welche Kosten verurscht es? Im Vergleich zu anderen Kosten…immer schön schwammig bleiben, gell?
Jörg2 meint
atamani
Das kannst Du doch selbst
Tabak
E-Zigaretten
Alk
Benzin
Diesel
South meint
Weller wer? Ist halt die Frage, ob irgendein Händler das besser als sonst irgendwer anders auch beurteilen könnte. Es kann sogar ein Nachteil sein, weil man Branchenblind ist oder Eigeninteressen verfolgt.
Das eAuto hat durch den Irankrieg einen enormen Schub bekommen, welcher bei der Einführung der Förderung noch nicht absehbar war. Trotzdem. In meinen Augen ist die Förderung nach wie vor richtig, weil sie eben nicht…
a) nach der Gießkanne fördert, sondern gezielt geringere Einkommen und genau die brauchen bei den aktuellen Spritpreisen auch die Möglichkeit zum eAuto umzusteigen. Natürlich gibt es bei jeder Förderung schwarze Schafe, aber die Richtung stimmt.
b) Zudem macht die Förderung auch den Herstellern Druck, in den unteren Segmenten mit sinnvollen Modellen einzusteigen (nicht diese Luxus Pseudo Kleinwagen), welche sie lange eher vernachlässigt haben, weil dort halt weniger Geld zu verdienen ist.
c) Und zu guter Letzt ist die Frage an sich schon falsch, es geht schon lange nicht um die Frage, ob sich die eMobilität durchsetzt, sondern wie schnell. Schnelligkeit zählt. Es wird mal mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Abwrackprämien für Verbrenner geben, Final auch mal Verbrennerverbote, aber noch viel sinnvoller wäre, diese Verbrenner gar nicht zu produzieren. Es könnte also neben der Umweltaspekt auch finanzielle deutlich cleverer sein, lieber den Umstieg zu beschleunigen, als später Geld für das Reduzieren des Verbrennerbestandes zu zahlen…
Jensen meint
Die viel zu laschen Flottengrenzwerte und die allgemein deutlich zu niedrige CO2-Bepreisung sorgen leider dafür, dass der dringend benötigte Austausch der Flotten um das Gesamtbild deutlich ungiftiger zu machen, viel zu langsam gehen. Wenn der zitierte Händler nach wie vor mehr als 2/3 Verbrenner an den Mann bringen kann (und darf) , ist das leider ein trauriges Bild. Subventionsmaßnahmen sind immer kritisch zu sehen, insbesondere dann, wenn die Hauptprofiteure die Hersteller und Händler sind. Seine Aussage in Bezug auf die Werkstattumsätze mit BEV’s sehe ich kritisch. Der ggf. etwas höhere Umsatz per Fahrzeug mit Reifen dürfte den Wegfall diverser anderer Komponenten und regelmäßig teuer zu tauschender Flüssigkeiten kaum abfedern.
Tesla-Fan meint
Bei mir hat sich das E-Auto bereits 2019 durchgesetzt. Es war schon damals günstiger im Unterhalt als ein vergleichbarer Verbrenner. Und damals gab es auch noch billigen oder gar kostenlosen Ladestrom.
Die damalige Prämie (2000€) war überhaupt nicht kaufentscheidend. Aber ich habe sie gerne mitgenommen.
Futureman meint
War bei mit ähnlich. Allerdings kann ich nach so langer Zeit E-Auto nicht verstehen, warum sich immer noch Leute Verbrenner kaufen. Unabhängig, dass sich dem die Reichweiten mehr als verdoppelt haben, kenne ich immer noch keinen Verbrenner mit Vorklimatisierung über App. Dazu volltanken, eh Laden einfach vor der Haustür mit Preisen weit unter Tankstellenpreisen. Und meinen Kindern wird es schwierig zu erklären, dass es noch Autos gibt, denen man seine Musikwünsche nicht einfach zurufen kann.
Aber viele diskutieren lieber über ein paar Sekunden schnelleres Laden und 10 Kilometer mehr Reichweite.
brainDotExe meint
2019 gab es noch kein Modell, welches meine Ansprüche erfüllt hat. Außerdem hätte ich mir mit der damaligen Förderung niemals einen Neuwagen gekauft, mit der höheren Förderung in 2021 war das mit kaufentscheidend.
Mark Müller meint
In der Schweiz gibt es keinerlei Prämie, und trotzdem etwa vergleichbare Zuwachszahlen.
CaptainPicard meint
In Österreich ebenfalls 27% Marktanteil ohne Förderung.
MK meint
Ich sehe es ähnlich wie Hr. Weller:
BEV setzen sich durch, weil sie schon heute billiger in Herstellung und Unterhalt sind…auch ganz ohne Prämie.
Und: Chinesische Hersteller wachsen grade in Deutschland vor Allem auf Kosten japanischer Marken wie Toyota, die den Anschluss verloren haben. Der VW-Konzern hat z.B. unter den BEV einen höheren Marktanteil als unter den Verbrennern. Auch die Einschätzung, dass Marken wier BYD hier grade auch deshalb gute Verkaufszahlen erzielen, weil sie ein nicht profitables Geschäftsmodell betrieben (da geht es nicht nur um die Verkaufspreise, sondern in erster Linie auch um die enormen Werbebudgets, die man grade ausgibt, um die Verkäufe zu erreichen), teile ich. Auch, dass Kunden von Premium-Marken, die schon immer auch fürs Prestige zahlen und nicht nur für den objektiven Gegenwert, glaube ich. Hersteller wie VW z.B. müssen aber definitiv aufpassen. Auch wenn das aktuelle Modell für BYD in Europa eher Verlustbringer sein dürfte, würde ich die Zielstrebigkeit der chinesischen Regierung, so ein Modell so lange zu finanzieren, wie es braucht um die Unternehmen des anderen Landes klein zu kriegen, nicht unterschätzen…siehe z.B. Solarindustrie.
Adrian meint
Das ist korrekt.
Wer sich für ausländische Marken entscheidet, bzw. auf maximale Preis-Leistung aus ist, hat meist ohnehin kein deutsches Premium-Auto kaufen wollen.
So sehr die Luxusstrategien unserer Hersteller auch realitätsfern und verblendet waren; es stimmt, dass Marken wie Toyota, Tesla, Renault usw. sich deutlich schwerer tun mit den Chinesen. Denn dieses Kundensegment kennt keine Markentreue und hat keine emotionale Bindung. Wenn eine andere Marke etwas scheinbar besseres für den selben Preis bietet, sind sie weg.
Renault schlägt sich z.B. sehr gut aktuell. Sie fokussieren sich auf schnelle Entwicklungszyklen, auch mit chinesischer Hilfe, und bieten erschwingliche E-Autos an.
Tesla hat nach wie vor nur das Model-T-Produktionskonzept zum Kosten sparen und das Ladenetz. Nichts neues seit Jahren. Und ob M3 oder Seal, beides kommt aus China. Toyota hat praktisch gar nichts und deren Autos verlieren auch immer mehr ihr Image der Langlebigkeit.
Über Stellantis muss man eh nicht mehr diskutieren, die verleiben sich aus gutem Grund Leapmotor ein.
Futureman meint
Jedes verkaufte und fahrende E-Auto zieht weitere Interessenten nach sich, daher wächst der Markt automatisch. Dazu kommen immer mehr Möglichkeiten, die inzwischen für jeden Geldbeutel eine Alternative haben.
Die Förderung sollte (hoffentlich) vorrangig die günstigeren Modelle für Einsteiger erschwinglich machen. So ist besonders für preissensible Autonutzer noch günstigeres Fahren möglich. Allerdings schreckt hier wahrscheinlich das Vorstrecken der Prämie einige ab, hier sollte es evtl. Nachbesserungen geben.
David meint
Hinterher haben sie es vorher gewusst. Der Händlerverband jedenfalls war großer Fan der Elektroprämie. Dass dank des Iran-Feldzugs von Agent Orange neue Kundschaft kommt, war zu dem Zeitpunkt nicht abzusehen. Soso, BYD zieht Kunden von VW ab. Das hätten die Freunde wohl gerne. Es gab doch hier unlängst einen Bericht zu den Wanderungsbewegungen, und da war davon nichts zu lesen. Genau genommen hat BYD den Vierlingen nichts entgegenzusetzen. Nichts.
MK meint
@David:
Der Dolphin Surf ist schon ein cooles Auto, dass sich auch in Deutschland sehr gut verkauft.
Und „Kunde“ eines Herstellers sind erstmal die Autohäuser…und da gibt es bei uns in der Region Mittelhessen auf jeden Fall ganz massive „Wanderungsbewegungen“ von VW-Marken zu BYD und anderen Herstellern. Seit einigen Monaten gibt es z.B. im ganzen Landkreis nicht mal mehr eine Skoda-Vertragswerkstatt, geschweige denn einen Händler, bei dem man eine Probefahrt machen könnte (Cupra gibts übrigens auch nicht). Die Zahl der VW Autohäuser im Landkreis ist binnen kürzester Zeit von 6 auf 3 gefallen und je nach dem, wo man sich im Kreis aufhält, sind es bis zu 40 km bis zur nächsten VW-Werkstatt: Zustände, die noch vor 2 Jahren vollkommen undenkbar waren.
David meint
Die persönliche Stichprobe, die ausgerechnet genau das untermauert, was du sagen möchtest. Das ist ja genau das, was zu anderen öfter vorgeworfen hast. Mit der Realität hat es übrigens nichts zu tun. Wie du vielleicht an den Zahlen der ersten sieben Monate gesehen hast, läuft die Elektromobilität bei Škoda und SEAT ausgezeichnet. Sie sind Stammgast in der Top 3 der sogenannten ausländischen Automobilhersteller. Und zusätzlich kommen jetzt Peaq, Epiq und Raval. Vom Dolphin Surf sind 360 Autos im Juli zugelassen worden. Gut, da könnte man sagen, mehr als von allen Tesla zusammen. Aber der gerade erst angelaufene Raval hat schon vierstellige Absatzzahlen… und eigentlich weißt du das auch!
MK meint
@David:
Dann mal weg von der „persönlichen Stichprobe“ und hin zu objektiven Fakten: 2015 gab es über 1.250 VW Händler in Deutschland, 2025 waren es noch 850. Das ist ein Rückgang um 32% binnen 10 Jahren.
Der Punkt ist doch: ich habe Anfang 2025 einen Skoda gekauft WEIL Autohaus und Servicepartner in der Nachbarschaft waren, wo ich z.B. die Probefahrt machen konnte. Dieses Autohaus gibt es nicht mehr, von daher wird mein nächstes Auto wohl kein Skoda mehr.
Und eine Monatsstichprobe anzugeben bringt auch nicht. So stand der Dolphin Surf dieses Jahr auch schon mit deutlich vierstelliger Zahl in der Top 10 der BEV-Zulassungen in Deutschland und der Juli war nun Mal mit Abstand der schlechteste Monat dieses Jahr für BYD. Aber schön, dass Sie da die genaue Zahl nennen, während es beim Cupra Raval nur für die Angabe „vierstellig“ reicht. Es der Fantasie zu überlassen, wo der zwischen 1.000 und 9.999 liegt, kommt Ihrer Meinung nach wohl besser an als einfach „1.028 Stück“ zu schreiben.
Also: Wir hatten diese Diskussion hier ja schon mehrfach. Und ich sage es jedes Mal wieder: Das Ausbluten des Händlernetzes wird sich nicht dieses oder nächstes Jahr in den Zulassungszahlen wiederspiegeln. 2030 aber durchaus und 2035 noch stärker.
Fred Feuerstein meint
@ MK, guter Kommentar!
MK meint
@David:
Vielleicht um noch mal einen Aspekt nachzuschieben:
Wenn z.B. dieses Jahr ein Autohaus die Firmierung geändert hat (z.B. von VW zu BYD) und jemand jetzt einen Neuwagen sucht, hat VW vielleicht sogar Glück: Die Leute sind eher skeptisch und suchen sich vielleicht ein neues VW Autohaus.
Wer aber kurz vor der Neufirmierung einen Neuwagen gekauft hat, fährt dann vielleicht zum Service weiterhin zum Stammautohaus…und bekommt statt eines VW-Leihwagens jetzt jedes Mal einen BYD. Wenn dann in einigen Jahren der nächste Neuwagenkauf ansteht, stellt sich die Frage nach einem Autohaus-Wechsel nicht mehr: Auch das Fahrgefühl in einem BYD-Fahrzeug ist vertraut und kein Hindernis mehr.
Adrian meint
BYD hat vor allem Preis-Leistung.
Aber die geht mit den Risiken einher, dass der chinesische Markt volatil und undurchsichtig ist.
Bleibt BYD erschwinglich? Auch wenn eventuell einige große Konkurrenten vernichtet wurden? Aktuell ist BYD kaum profitabel. Bleibt BYD im deutschen Markt? Wie ist es mit Ersatzteilen und Langlebigkeit?
Wie (mies) ist der Wiederverkaufspreis?
Zudem sind BYDs fast alle nach chinesischen Werten designt. Also viel piepsen, viel Bildschirm, miese Federung, viel Platz in der 2. Reihe und zu wenig im Kofferraum etc.
Jörg2 meint
Ich habe hier irgendwo KBA-Zahlen gelesen, dass im deutschen, wachsenden BEV-Markt Volkswagen mit minus 3,3% (Zulassungszahlen, erste 7 Monate 2026) im Rückwärtsgang ist.
Future meint
Es ist doch klar, dass die Leute woanders kaufen, wenn VW die Autohäüser in einigen Landkreisen zumacht. VW hat traditionelle Kunden, die den Händler in der Nähe haben wollen, wenn wieder was ist mit dem Auto.
MK meint
@Jörg 2:
Bei den aktuellen Modellwechseln von MEB auf MEB+ ist das doch wenn man es z.B. mit den Verlusten von Tesla letztes Jahr vergleicht ein extrem geringer Rückgang.
Sonst sehe ich es aber wie Future: Mit der drastischen Verkleinerung des Händlernetzes legt sich VW halt auch selber Steine in den Weg…und macht gleichzeitig erst Platz für andere: Warum kann den BYD so schnell ein so dichtes Händlernetz aufbauen? Das sind ja in der Regel keine Neubauten. Es sind in der Regel mittelständische Händler, die durch absurde Anforderungen wie z.B. ein alle paar Jahre wechselndes Fassadendesign letztlich zur Kündigung des Vertrags mit ihrem Lieferanten gezwungen sind und dann einen neuen Lieferanten zur Sicherung ihrer Existenzgrundlage suchen…und wer seit 30 Jahren bei Hr. Meier vom Autohaus Müller alle 4 Jahre seinen Neuwagen kauft, wird das auch weiter tun. Selbst wenn der dann halt ein BYD- statt eines VW-Logos auf der Haube hat: Die Leute vertrauen doch in den seltensten Fällen der Marke VW, dafür oft den Menschen, die sie persönlich teils seit Jahrzehnten kennen. Wenn die die Marke wechseln, wechselt die Mehrheit der Kunden auch.
Mäx meint
Mindestens 2/3 des Marktes bekommen auch gar keine Prämie (Gewerbe) und trotzdem hat man 50% Zuwachsraten gerade.
MichaelEV meint
Würde ja dazu passen, dass sich das Elektroauto auch ohne Förderung durchzusetzt. Dazu passt dann aber wieder nicht, dass dieses Segment die Förderung in Form der 0,25%-Regel nie verloren hat…
Was jetzt am Markt zu sehen ist, sind vielfach die Bestellungen von vor 4-6 Monaten. Autohändler können dagegen ein Ausblick auf die zukünftigen Zulassungen geben, sie wissen ja, was aktuell bestellt wird.
Und nie vergessen, was am Markt passiert, wird bisher überwiegend über die CO2-Flottenziele induziert. Und jetzt spielen halt temporär die Chinesen groß auf, die die Gelegenheit der Förderung mit eigenen Rabatten für den Markteintritt nutzen wollen (wobei da vermutlich auch vieles in Richtung PHEV geht).