YASA hat Fördermittel der britischen Regierung erhalten, um eine neue Generation von Axialfluss-Elektromotoren zu entwickeln. Das Unternehmen arbeitet dabei sowohl an vollständig Seltene-Erden-freien Motoren als auch an Motoren ohne schwere Seltene Erden. Die Arbeiten erfolgen im Rahmen von Project Resilience.
Resilience verfolgt zwei ergänzende Technologiepfade, die die Abhängigkeit von Magnetmaterialien aus Seltenen Erden reduzieren sollen. Gleichzeitig sollen Leistungsdichte, Effizienz und kompakte Bauweise erhalten bleiben. YASA will Fahrzeugherstellern damit verschiedene Motorarchitekturen für unterschiedliche Anwendungen zur Verfügung stellen.
Permanentmagnete aus Seltenen Erden werden in leistungsstarken Elektromotoren eingesetzt, ihre Lieferketten sind jedoch geografisch stark konzentriert. Die Abhängigkeit kann Hersteller und Zulieferer geopolitischer Unsicherheit, Exportbeschränkungen, Preisschwankungen und möglichen Lieferunterbrechungen aussetzen. Schwere Seltene Erden werden außerdem verwendet, damit Permanentmagnete hohen Temperaturen und anspruchsvollen Betriebsbedingungen standhalten, können aber besonders schwierig und kohlenstoffintensiv zu gewinnen und zu verarbeiten sein.
Für leistungsstarke batterieelektrische und hybride Fahrzeuge untersucht YASA Permanentmagnetmotoren ohne schwere Seltene Erden. Diese sollen eine hohe Leistungsdichte ermöglichen, ohne Masse oder Bauraum des Motors zu erhöhen. Parallel entwickelt das Unternehmen vollständig Seltene-Erden-freie Axialflusstechnologie für Anwendungen mit anderen Anforderungen an Leistung, Kosten und Fertigung.
Beide Entwicklungswege basieren auf einer gemeinsamen YASA-Stator-Technologie. Dadurch besteht die Möglichkeit einer modularen Motorarchitektur, bei der je nach Anforderungen eines Fahrzeugprogramms unterschiedliche Rotortechnologien eingesetzt werden können. Tom Hillman, Head of Motor Simulation bei YASA: „Unterschiedliche Anwendungen erfordern unterschiedliche Abwägungen bei Leistung, Effizienz, Bauraum, Kosten und Produktionsvolumen.“
YASA ist seit 2021 eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Mercedes-Benz Group, beschäftigt mehr als 300 Menschen in Oxford, Bicester und Welshpool und entwickelt sowie produziert Elektromotoren und Leistungselektronik für die Premium-Automobilindustrie. Das erste Mercedes-Serienmodell mit Axialflussmotoren von YASA ist das Hochleistungs-Elektroauto Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé.

David meint
Wunderbarer nächster Schritt. Die Premium Hersteller BMW und Mercedes nutzen auch im Elektrozeitalter den Motorenbau zur Differenzierung. Also genau das, was führende Untergangspropheten hier als ihr Problem im Elektrozeitalter „herausgefunden“ haben. Selbst der VW Konzern hat mit den APP Motoren und den passenden Invertern, die mit variablem Takt und variabler Strategie wandeln, einen technischen Vorsprung.