BMW verschiebt offenbar die geplante Einführung des Agenturmodells für die Kernmarke in Deutschland erneut. Nach Informationen des Manager Magazins soll die Umstellung nun nicht vor dem 1. Juli 2028 erfolgen. Deutsche Händler seien Anfang August über den neuen Zeitplan informiert worden. Eine offizielle Bestätigung des neuen Termins durch BMW liegt bisher nicht vor.
Der neue Zeitplan bedeutet eine weitere Verzögerung gegenüber früheren Planungen. BMW hatte ursprünglich vorgesehen, den Vertrieb der Kernmarke ab diesem Jahr auf das Agenturmodell umzustellen. Im BMW-Group-Bericht 2025 nannte der Konzern dann aber eine Umstellung ab 2027. Im Juli 2025 hatte Christian Ach, Leiter BMW Group Markt Deutschland, erklärt, man wolle 2025 und 2026 für die Vorbereitung des neuen Vertriebsmodells nutzen.
Beim Agenturmodell verkauft der Hersteller das Fahrzeug grundsätzlich selbst an den Kunden, während der bisherige Vertragshändler als Vermittler und Ansprechpartner vor Ort auftritt. BMW verbindet das Konzept mit einem stärkeren direkten Kundenzugang, einer engeren Verzahnung von Online- und Offline-Vertrieb sowie einem konsistenteren Preisniveau über die Verkaufskanäle. Bis zur Umstellung bleibt bei BMW in Deutschland das klassische Händlermodell maßgeblich, bei dem die Handelspartner Fahrzeuge auf eigene Rechnung verkaufen und individuelle Konditionen vereinbaren können.
Innerhalb des Konzerns dient MINI bereits als praktische Referenz für den neuen Vertrieb. Laut BMW-Group-Bericht 2025 waren bis Ende des Jahres 23 europäische Märkte auf das Direktvertriebsmodell der Marke umgestellt. BMW hatte zuvor ausdrücklich erklärt, die Erfahrungen bei der britischen Tochter für die umfangreichere Einführung bei der Kernmarke nutzen zu wollen. Der aktuelle Bericht über die erneute Verschiebung nennt neben Deutschland weiterhin Schweden und Polen als Märkte, in denen der neue BMW-Vertrieb im Sommer 2027 starten soll.
Innerhalb des Konzerns dient MINI bereits als Referenz für den neuen Vertrieb. Laut BMW-Group-Bericht 2025 waren Ende des Jahres 23 europäische Märkte auf das neue Direktvertriebsmodell der Marke umgestellt. BMW hatte wiederholt erklärt, die Erfahrungen bei der britischen Tochter für die Einführung bei der Kernmarke nutzen zu wollen. Laut Manager Magazin sollen Schweden und Polen weiterhin im Sommer 2027 auf das neue BMW-Vertriebsmodell wechseln.
Die Verzögerung fällt in eine Phase, in der mehrere Hersteller ihre Vertriebsmodelle neu ordnen. Volkswagen kündigte Ende 2024 an, das Agenturmodell für batterieelektrische Pkw in Deutschland zum 1. Januar 2026 zu beenden und die Fahrzeuge wieder in den klassischen indirekten Händlervertrieb zu integrieren. Damit verfolgen große Hersteller in Europa derzeit unterschiedliche Ansätze zwischen zentral gesteuertem Direktvertrieb und traditionellem Vertragshandel.
Für BMW-Kunden betrifft die Entscheidung keine Fahrzeugtechnik und ändert auch nichts an der Elektrifizierungsstrategie des Konzerns. Unmittelbar betroffen sind Verkauf, Preisgestaltung, IT-Systeme, Bestandsmanagement und die Aufgabenteilung zwischen Hersteller und Handel. Für deutsche BMW-Händler verlängert sich mit der Verschiebung die Laufzeit des bisherigen Geschäftsmodells.

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