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IG-Metallerin zu VW-Krise: „Verloren ist bislang nichts, aber wir müssen handeln“

24.08.2026 in Autoindustrie, Politik von Thomas Langenbucher | Kommentieren

VW-ID.-Polo-Produktion

Bild: VW

Die IG Metall sieht den Volkswagen-Konzern vor massiven Herausforderungen durch den Einbruch des chinesischen Automarktes, US-Zölle sowie technologische Veränderungen durch Elektroantrieb und Digitalisierung. Die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Christiane Benner warnt im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) davor, dass ohne gezieltes Handeln eine existenzielle Krise für das Unternehmen, die Arbeitsplätze und die betroffenen Regionen drohe.

Der Vorstand unter Oliver Blume plant den Abbau von nochmals bis zu 50.000 Stellen, wodurch vier deutsche Werke sowie insgesamt bis zu 100.000 Arbeitsplätze bedroht sind. Benner bezeichnet diese Pläne als Provokation und kritisiert die mögliche Stilllegung von Standorten in strukturschwachen Regionen wie Emden und Zwickau. Werke wie Emden hätten ihre Fabrikkosten „drastisch abgesenkt“ und alle ihre Kostenziele erreicht. Und die Arbeitnehmerseite habe bereits durch das Sparpaket Ende 2024 sowie durch Verzicht auf Geld und Pausenzeiten zur Kostensenkung beigetragen.

Die IG Metall sieht die Ursache für die Kostenproblematik nicht primär in den Personalkosten, die laut der Gewerkschaft nur etwa zehn Prozent der Gesamtkosten ausmachen. Stattdessen kritisiert Benner strategische Fehler des Managements, wie das zu späte Setzen auf bezahlbare E-Modelle, Versäumnisse bei Software und Batteriefertigung sowie mangelnde Synergien zwischen den Marken, Gesellschaften und Regionen. „Was das Management bislang geleistet hat? Viel zu wenig“, bemängelt die IG-Metall-Chefin. Für die gezahlten hohen Gehälter erwarte sie von den Topmanagern bessere Ideen als nur „mehr Leute rausschmeißen“.

Warnung vor einem „der härtesten Konflikte“

Für die kommende Aufsichtsratssitzung im September wird ein gemeinsames Zielbild angestrebt. Die Arbeitnehmerseite lehnt Werksschließungen oder eine Ausgliederung der Marke VW ab. Es wird ein Konsens über die Senkung von Gemeinkosten, insbesondere auch Sachkosten, angestrebt. Ein massiver Stellenabbau würde laut Benner zu einem „der härtesten Konflikte“ führen, sagt sie der FAZ.

Hinsichtlich der Standortpolitik in Deutschland betont die Gewerkschaft, dass Produktivität durch Innovation und Künstliche Intelligenz sowie die Reduzierung von Komplexität entscheidend sei. Allein mit Sparen komme man nicht wieder an die Spitze. „Es geht darum, dass wir hier langfristig Industrie halten und ansiedeln. Dafür brauchen wir bessere Rahmenbedingungen. Das ist Aufgabe von Unternehmen und Politik“, so Benner. Eine Forderung nach längeren Arbeitszeiten lehnt sie ab, es gebe dafür gar nicht genug Arbeit.

„Leute rauszuschmeißen, ganze Regionen in Deutschland verarmen zu lassen, industrielle Strukturen mutwillig zu zerstören“, sei kein Plan für die Zukunft, erklärt die Gewerkschafterin. Sie betont: „Es ist doch nicht so, dass wir die Herausforderungen nicht sehen. Aber egal, wie sehr die Menschen verzichten und ihren Beitrag leisten, sie kassieren direkt die nächste Ohrfeige. Irgendwann ist Schluss.“ Eigentum verpflichte, und Unternehmen hätten auch eine gesellschaftliche Verantwortung.

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Via: FAZ (kostenpflichtig)
Tags: IG Metall, Jobs, KostenUnternehmen: VW

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

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