Die Stromsteuer müsse sinken und dürfe nicht „zum Bremsklotz für die Elektromobilität“ werden, so der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Der ZDK warnt davor, auf nationaler Ebene die Möglichkeit für eine höhere Besteuerung von Strom zu erhalten. Gerade mit Blick auf die zunehmende Elektrifizierung des Verkehrs wäre dies das falsche Signal.
Mit einem Schreiben an die Europäische Kommission setzt sich das Bundesfinanzministerium auf EU-Ebene dafür ein, dass die Mitgliedstaaten auch künftig einen gewissen Spielraum bei der Besteuerung von Strom behalten. Damit würde sich Deutschland grundsätzlich die Möglichkeit offenhalten, Strom oberhalb des europäischen Mindeststeuersatzes zu besteuern.
„Wer Elektromobilität will, muss auch dafür sorgen, dass elektrisches Fahren für die Menschen wirtschaftlich attraktiv bleibt. Strom darf deshalb nicht immer weiter verteuert werden. Wenn der Kostenvorteil beim Fahren eines Elektroautos gegenüber einem Verbrenner durch steigende Stromkosten schrumpft, wird die Entscheidung für ein E-Auto schwieriger“, sagt ZDK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Hasler.
Stromkosten entscheiden über E-Auto-Attraktivität
Die laufenden Energiekosten sind ein wesentlicher Bestandteil der Gesamtkosten eines Fahrzeugs. Wie stark die Wirtschaftlichkeit eines Elektroautos vom Strompreis abhängt, zeigen laut dem ZDK auch aktuelle Kostenvergleiche: Mit steigenden Strompreisen schrumpfe der Kostenvorteil von Elektrofahrzeugen gegenüber vergleichbaren Verbrennern.
„Für das Kfz-Gewerbe geht es deshalb nicht nur um die Stromrechnung der Autohäuser und Werkstätten“, erklärt Hasler. „Entscheidend ist der Fahrzeugmarkt. Unsere Betriebe verkaufen und warten die Fahrzeuge, mit denen die Menschen künftig unterwegs sein werden. Wenn Strom als Energieträger steuerlich stärker belastet wird, verschlechtert sich die wirtschaftliche Attraktivität des Elektroautos gegenüber konventionellen Antrieben. Das kann die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen bremsen.“
Die Europäische Kommission wolle die Elektrifizierung dagegen ausdrücklich beschleunigen und verweise selbst darauf, dass das bestehende Preisgefälle zwischen Strom und fossilen Energieträgern die Elektrifizierung erschwere, unterstreicht Hasler. Auch für Elektrofahrzeuge sollten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessert werden.
Besonders kritisch bewertet man beim ZDK die Entwicklung vor dem Hintergrund des Koalitionsvertrags. Darin hatten CDU, CSU und SPD vereinbart, die Stromsteuer für alle Unternehmen und Verbraucher auf das europäische Mindestmaß zu senken. Hasler: „Die Politik sollte ihren eigenen Kurs konsequent verfolgen. Wenn die Elektrifizierung des Verkehrs gewollt ist, müssen Strom und elektrisches Fahren wettbewerbsfähig bleiben. Wir brauchen deshalb keine Debatte über zusätzliche Belastungen, sondern verlässliche und bezahlbare Rahmenbedingungen für die Transformation der Mobilität.“
Der ZDK fordert daher, auf zusätzliche Belastungen des Stroms zu verzichten und die Stromsteuer für alle Verbraucher auf das europäische Mindestmaß abzusenken.

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