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Leapmotor startet B10-Vorproduktion in Spanien zur Vermeidung von EU-Zöllen

17.09.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher

Leapmotor-B10

Bild: Leapmotor

Die Vorproduktion des elektrischen Kompakt-SUV B10 von Leapmotor hat in einem Werk von Stellantis in Spanien begonnen. Durch die Fertigung vor Ort gilt das als reiner Stromer und als sogenanntes Range-Extender-Elektrofahrzeug verfügbare Modell als europäisches Produkt. Damit entfällt der EU-Strafzoll auf Importe von Elektroautos aus China.

Die Produktion des B10 erfolgt im Werk von Stellantis in Zaragoza. Der Standort ist bereits für die Fertigung des Lancia Ypsilon, des Opel Corsa und des Peugeot 208 zuständig. „Wir führen in Saragossa Stanz-, Schweiß- und Lackierarbeiten durch, wodurch ein ausreichender lokaler Anteil entsteht, um den B10 zu einem Produkt ‚Made in Europe‘ zu machen“, sagte laut Automotive News Danilo Annese, Leiter des Vertriebs für Europa bei Leapmotor International.

Eine Entscheidung darüber, ob der Preis für den in Europa gebauten B10 im Vergleich zu Importmodellen gesenkt wird, steht noch aus. Die Kosten für den Transport aus China sind seit dem Konflikt im Nahen Osten im Februar um mehr als 50 Prozent gestiegen. Laut Annese beeinflusst dies die ursprünglichen Annahmen zur Preisgestaltung. Zentraler Grund für die Produktion in Europa sind 2024 von der EU eingeführte zusätzliche Zölle auf in China gebaute reine Batteriewagen. Brüssel wirft Peking unfair hohe Subventionen seiner Autoindustrie vor.

Leapmotor verzeichnete zwischen Januar und Juli einen Absatzanstieg von 508 Prozent auf 65.193 Einheiten, berichtet Automotive News. Damit sei die Marke der am schnellsten wachsende etablierte chinesische Automobilhersteller in Europa. Der B10 habe sich seit seiner Einführung im Januar mit 16.664 verkauften Einheiten zum zweitbeliebtesten Modell entwickelt. Hierzulande gibt es eine nur mit Batterie betriebene Ausführung sowie eine Elektro-Version mit einem kompakten Verbrennermotor als Stromgenerator.

Die Zusammenarbeit zwischen dem europäischen 14-Marken-Autokonzern Stellantis und dem etwa zehn Jahre alten China-Hersteller Leapmotor basiert auf einer strategischen Partnerschaft aus dem Oktober 2023. Stellantis investierte rund 1,5 Milliarden Euro und erwarb eine Beteiligung von etwa 20 Prozent. Das für das Geschäft von Leapmotor in Europa gegründete Joint Venture Leapmotor International wird zu 51 Prozent von Stellantis und zu 49 Prozent von Leapmotor gehalten.

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Tags: China, Europa, Leapmotor B10, Leapmotor B10 Hybrid EV, ProduktionUnternehmen: Leapmotor
Antrieb: Elektroauto, Hybridfahrzeuge

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Andreas meint

    17.09.2026 um 14:03

    Leapmotor war doch der Hersteller, der bei dem großen Anbieter in den Niederlanden nicht mehr versicherbar ist? Können da weitere Versicherungen folgen?

    Zum Antworten anmelden
    • Jörg2 meint

      17.09.2026 um 20:20

      Du versicherst Deine Autos in den Niederlanden?

      Zum Antworten anmelden
    • Jörg2 meint

      17.09.2026 um 22:17

      Univé zählt eher zu den kleinen Versicherern.

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    • Future meint

      18.09.2026 um 08:56

      Wenn Univé kein Angebot macht, geht man halt zur Konkurrenz, beispielsweise Promovendum. In Deutschland ist es noch einfacher mit den Versicherern, weil es so viel Konkurrenz gibt für den besten Preis. Aber ich bin mir sicher, dass Stellantis dafür sorgen wird, dass Leapmotor mit europäischen Ersatzteillagern schneller vorankommt. Man sollte es immer positiv sehen, wenn etwas Druck gemacht wird.

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  2. Mäx meint

    17.09.2026 um 10:08

    Was passiert wenn die Zölle wegfallen?
    Wird der Preis reduziert?
    Oder sind die höheren Produktionskosten im Verhältnis zu den Zöllen doch ganz gut gewählt?

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    • M. meint

      17.09.2026 um 11:10

      Das wird man sehen, aber ich denke nicht, dass die Preise nochmal deutlich sinken.
      Das hängt natürlich auch am Wertschöpfungsanteil, und mit welchen Prozessen der erreicht wird.
      Was oben genannt wird, hat einen hohen Automatisierungsgrad, da sind die Energiekosten wichtiger. Aber das kann nicht alles sein. Ich schätze mal, dass es aktuell mit einem hohen Anteil mit aus China zugelieferten Komponenten erreicht wird, da funktioniert der Transport deutlich kompakter als mit ganzen Autos.

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    • Jörg2 meint

      17.09.2026 um 11:15

      Im Artikel ist zu lesen:
      „Eine Entscheidung darüber, ob der Preis für den in Europa gebauten B10 im Vergleich zu Importmodellen gesenkt wird, steht noch aus.“

      Meine SEHR persönliche Meinung dazu: Sie müssten mit dem Klammerbeutel gepudert sein, wenn sie eventuelle Kostenvorteile durch die Produktionsverlagerung ohne Not an den Endkunden weitergeben würden.

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      • Mäx meint

        17.09.2026 um 14:19

        Das kommt ja auf die Absatzzahlen und -ziele an.
        Möchte ich Marktanteile gewinnen lohnt sich eine Reduzierung vielleicht schon, bin ich zufrieden wie es läuft brauche ich das natürlich nicht.

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        • Jörg2 meint

          17.09.2026 um 20:23

          Mäx

          Dann noch mal in verständlicher Sprache:

          Du fragst: Wird der Preis sinken?
          Der Artikel antwortet: Nichts Genaues weiß man nicht.

      • JuergenII meint

        17.09.2026 um 14:45

        Da ist schon noch Luft nach unten. In China wird das B10 Topmodel mit Lidar-System für hochautomatisiertes Fahren mit stärkerem Motor und 800‑Volt-System für ca. 15.600 Euro angeboten. Dazu kommt noch eine Kaufsteuer von 10% für den Kunden dort. Aber die zählt ja nicht für den Export. Die Schwachstellen in Europa sind generell die Personalkosten, da der Automatisierungsgrad hier nicht so hoch ist, und, viel wichtiger, die Energiepreise.

        Den Preis könnte man selbst in der in Deutschland momentan angebotenen Topvariante locker unter 30.000 Euro bringen. Was – wenn man die chinesischen Bewertungen der Nutzer ansieht – mehr als gerechtfertigt wäre.

        Zum Antworten anmelden
        • M. meint

          17.09.2026 um 21:51

          Es ist Unsinn, einem Land hier den Automatisierungsgrad A, und einem anderen Land einen anderen Automatisierungsgrad zuzuschreiben. Es gibt in beiden Ländern unterschiedliche Grade, es ist ja nicht so, dass Chinesen die Automatisierung erfunden, oder als erste den Sinn verstanden hätten. Es ist auch ein Märchen, dass die Produktivität bei chin. OEM „einfach so“ höher wäre.

          Vor allem aber sind die in China verkauften Modelle NICHT identisch mit denen, die nach Europa exportiert werden. Die Zulassungsbestimmungen sind anders, also sind die Autos anders. Daher ist es nicht so, dass „Chinanettopreis + Transport“ einen Nettopreis in Europa darstellen würde, und der ganze Mehrpreis „Schuld“ der Zollgebühren wäre.

    • South meint

      17.09.2026 um 15:29

      Das kommt auf die Strategie an, welche BYD wählt. Die Extreme wären eine aggressive Preispolitik, um Marktanteile zu gewinnen, also eine Marktdurchdringung oder das andere Extrem, man nimmt den Kostenvorteil mit und produziert Gewinn, stärkt Forschung und weitere Expansion. Vermutlich wird es was dazwischen sein, aber was es auch sein wird, es wird ein agieren aus einer stärkeren Position sein…
      Könnte natürlich auch ein Reinfall werden, aber die Kunden senden mehr und mehr die Rückmeldung, auch BYD zu kaufen und die Technik für die Produktion und die Technik beherrschen sie auch. Das wird also eher unwahrscheinlich…

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