Das Umweltbundesamt (UBA) fordert angesichts der hohen Kraftstoffpreise einen schnelleren Umstieg auf Elektromobilität. UBA-Präsident Dirk Messner sprach sich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur gegen pauschale Entlastungen wie einen Tankrabatt oder Steuerbefreiungen aus. Solche Maßnahmen seien teuer und kämen unabhängig vom Einkommen auch Haushalten zugute, die hohe Mobilitätskosten tragen könnten.
Stattdessen plädiert Messner für gezielte Direktauszahlungen an einkommensschwächere Haushalte und zusätzliche staatliche Unterstützung beim Wechsel zu elektrischen Antrieben. „Zudem müssen wir an die Ursachen des Problems gehen – je schneller wir den Umstieg auf Elektromobilität voranbringen, desto besser“, so der UBA-Präsident.
Hintergrund sind Kraftstoffpreise auf Rekordniveau. Nach Angaben des ADAC kostete Super E10 am 16. September 2026 im bundesweiten Tagesmittel 2,314 Euro je Liter, Diesel 2,453 Euro. Für beide Kraftstoffsorten waren dies neue Höchststände in der ADAC-Zeitreihe. Der Automobilclub führt den jüngsten Anstieg unter anderem auf höhere Rohölpreise zurück, hält das Preisniveau an den Tankstellen durch Ölpreis und Euro-Dollar-Wechselkurs jedoch nur teilweise für erklärbar.
Das UBA schlägt vor, die seit Anfang des Jahres geltende neue Kaufprämie für Elektroautos und bestimmte teilelektrische Modelle um zinsgünstige Kredite oder andere Finanzierungshilfen zu ergänzen. Dabei müsse der soziale Aspekt im Mittelpunkt stehen, Haushalte mit geringem Einkommen könnten sich ein E-Auto häufig nicht leisten.
Das aktuelle Bundesprogramm fördert Kauf und Leasing bestimmter elektrifizierter Neuwagen abhängig von Haushaltsjahreseinkommen, Fahrzeug und Familiengröße mit 1500 bis 6000 Euro. Für den Zeitraum 2026 bis 2029 sind insgesamt drei Milliarden Euro vorgesehen. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums sollen die Mittel für schätzungsweise 800.000 geförderte Fahrzeuge reichen.


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