Die Nutzung von Elektroauto-Ladesäulen in Deutschland verzeichnet im aktuellen Jahr einen deutlichen Zuwachs gegenüber 2025. Betreiber berichten laut der Zeit von höheren Auslastungswerten, was auf steigende Neuzulassungen von E-Autos sowie hohe Treibstoffpreise zurückgeführt wird.
Das schwedische Unternehmen Vattenfall meldete für seine Ladesäulen seit Beginn des Jahres eine Steigerung der geladenen Strommenge um etwa zwei Drittel im Vergleich zum gesamten Vorjahr. Der viertgrößte Betreiber in Deutschland, EWE, verzeichnete einen Anstieg der durchschnittlichen Auslastung seiner Ladepunkte um 30 Prozent gegenüber dem letzten Jahr.
Die Marktführer EnBW und E.On bestätigten ebenfalls eine höhere Nutzung, machten jedoch keine konkreten Zahlen zur Auslastung öffentlich. Aral, zum britischen Konzern BP gehörend und der fünftgrößte Betreiber in Deutschland, begründete den Anstieg ebenfalls mit der Zunahme von Elektroauto-Neuzulassungen.
Die Bundesnetzagentur bezifferte die Anzahl der Ladesäulen in Deutschland Anfang August auf 118.062, was einem Zuwachs von 16 Prozent innerhalb eines Jahres entspricht. Die gesamte Ladeleistung aller Säulen belief sich auf 9,2 Millionen Kilowatt, ein Plus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Über 28.000 dieser Säulen werden von den fünf größten Betreibern EnBW, E.On, Tesla, EWE und BP betrieben.
Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ist der Ausbau der Infrastruktur dem Anstieg der Neuzulassungen bisher vorausgegangen. Im Jahr 2025 waren demnach im Durchschnitt lediglich zwölf Prozent der öffentlichen Ladepunkte gleichzeitig belegt.


Future meint
Ich lade seit 10 Jahren nur öffentlich und habe auch bemerkt, dass meine 24 AC-Säulen an den Ladehubs in der näheren Umgebung viel häufiger belegt sind als im letzten Jahr. Ich vermute, dass jetzt auch mehr Laternenparker, die keinen Stellplatz mit Stromanschluss haben, auf die Elektromobilität umsteigen. Da werden wieder viele »überrascht« sein in den Markenhochhäusern der Republik – aber so kann es halt kommen mit den entsprechenden Politikern an der Macht. Ich freue mich schon darauf, dass die ersten Tankstellen hier im Zentrum der Stadt zumachen. Da könnten dann schöne Apartmentkomplexe drauf entstehen.
MK meint
@Frank G.
Da sieht man halt, dass viele offensichtlich noch neu bei den BEV sind (und ein paar unbelehrbare wird es natürlich auch immer geben). Jemand, der sich ein bisschen informiert oder auch mal während des Ladevorgangs die jeweils aktuelle Ladegeschwindigkeit schauen, wird feststellen, dass das Laden bei den meisten Fahrzeugen ab 90% echt zäh wird und (wenn diese letzten 10% denn überhaupt gebraucht werden) eine zweite kurze Lade- und Pinkelpause wahrscheinlich deutlich mehr Sinn macht.
Frank G. meint
Kann ich bestätigen . Samstag auf der Rückreise aus Südtirol . Die Ladesäulen an der A09 zwischen München und Nürnberg waren ziwschen 12 und 15 Uhr zu 90% ausgelastet gesehen. Reichersthofen EWGO , EnBW mit Wartezeit
In Greding staden drei E-PKW’s vor mir bei EnBW . Haben dann auf Imbiss unterwegs verzichtet und bis Erlangen durchgefahren. In Erlangen direkt waren die Ladesäulen nur wenig besetzt am späten nachmittag. Interressant war ,dass viele E-PKWfahrer meinen, auch am DC-lader ihr Fahrzeug auf 100% zu laden . Das Argumnent mir gegenüber in Reichertshofen, er muss ncoh weit fahren bis Leipzig und benötigt Reichweite .
David (der 2.!) meint
Ich hoffe, dass bald mehr Anbieter der Idee von Electra folgen. Bei voller Auslastung der Station wird dort ab 80% SOC eine Blockiergebühr erhoben. Also kein Problem bei leerer Station voll zu laden aber bei hoher Auslastung kostet es dann. Stört vermutlich die Leute mit Ladekarte vom Chef mal wieder nicht aber immerhin. Schade, dass die Leute nicht von sich aus Rücksicht nehmen können…
MichaelEV meint
Die durchschnittliche Auslastung steigt (das ist gut und wichtig), aber in den Peaks wird es schnell prekär (hier lag schon immer der Knackpunkt).
In den Peaks wird es schnell zu Konflikten kommen: laden bis 100%, im schlimmsten Fall Standzeit darüber hinaus. Fahrzeuge mit niedriger Ladeleistung an viel leistungsstärkerer Ladeinfrastruktur. Mit rudimentärer Leistungsteilung unpassende Verteilung (z.B. der iX3 der sich neben einen iX3 stellt). Und jeder anderweitig zugeparkte Ladeplatz tut richtig weh.
Für alles ist die Lösung eine schlauere Ausprägung von Leistungsteilung.
Für die Peaks gibt es halbwegs passendes Angebot, wenn die Preise in diesen Zeiten den Ausbau im Wesentlichen finanzieren können. Und es wird 100%ig das Angebot fehlen und damit zu höheren Wartezeiten kommen, wenn die Preise abgelehnt bzw. im schlimmsten Fall gedeckelt werden.
Da darf sich jeder selbst entscheiden, entweder niedrige Preise fordern und damit höhere Wartezeiten in den Peaks akzeptieren. Oder 1-2x im Jahr 10-20€ mehr bezahlen und damit auch in den Peaks den Bedarf gedeckt bekommen…
Vollkommen absurd wird es, wenn man wegen Ladezeiten viele Tausend € teurere Fahrzeuge propagiert, aber für ausreichendes Ladeangebot keinen € mehr ausgeben will.