Daimler Buses plant am Zentralen Omnibusbahnhof Hamburg seinen dritten eigenen öffentlichen Ladestandort für Elektrobusse nach Köln und München. Vorgesehen sind zunächst vier Schnellladesäulen, eine Erweiterung auf bis zu acht Ladepunkte ist möglich. Der Pachtvertrag mit der ZOB Hamburg GmbH wurde mit Zustimmung des städtischen Eigentümers unterzeichnet, der Bauantrag ist eingereicht.
Die Inbetriebnahme ist für 2027 vorgesehen. Umsetzung und Betrieb übernimmt die Daimler Buses Solutions GmbH, eine Tochtergesellschaft von Daimler Buses. Eigene Investitionen oder ein eigener technischer Betrieb durch den ZOB Hamburg sind nicht vorgesehen. Daimler Buses Solutions refinanziert das Angebot über den Verkauf des Ladestroms.
Die eigenen Ladepunkte sollen insbesondere die öffentliche Ladeinfrastruktur für den Mercedes-Benz eIntouro verbessern. Der erste elektrische Überlandbus des Herstellers ist seit Frühjahr 2025 bestellbar, die Kundenübergabe soll in den nächsten Wochen starten. Das Elektrofahrzeug eignet sich laut dem Hersteller für Verbindungen zwischen Stadt und Land sowie für Ausflugsverkehr und kleinere Reisen. Für einen breiteren Einsatz elektrisch angetriebener Überland- und Reisebusse sei ein weiterer Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur erforderlich.
Am ZOB Hamburg sind Ladesäulen mit einer Leistung von bis zu 600 kW geplant, die Busunternehmen markenunabhängig nutzen können. Der Betrieb soll ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Quellen erfolgen. Vorgesehen sind Tiefbauarbeiten, Starkstromleitungen, ein Transformator und die Installation der Ladeinfrastruktur. Daimler Buses verfolgt dabei das Prinzip „Laden am richtigen Ort zur richtigen Zeit“.
Der ZOB Hamburg verzeichnet mehr als 80.000 Busbewegungen pro Jahr und zählt zu den größten Fernbus-Drehscheiben Deutschlands. Ausflugs- und Reisebusse halten dort planmäßig als Zwischen- oder Endstation, wodurch Standzeiten zum Laden genutzt werden können. Zudem sind für Fahrgäste bereits Einrichtungen wie Sanitäranlagen und Verpflegungsmöglichkeiten vorhanden.
„Öffentliche Ladeinfrastruktur für E-Busse ist ein entscheidender Hebel für die Elektrifizierung des Ausflugs- und Reiseverkehrs“, sagt Steffen Germ, CEO Daimler Buses Solutions. „Mit unseren Ladeprojekten in Köln, München und Hamburg wollen wir einen wichtigen Impuls für den Einsatz von Elektrobussen auf zentralen Reiserouten durch Deutschland geben. Busse können dort laden, wo sie ohnehin planmäßig halten. Das erleichtert die Integration in bestehende Betriebsabläufe und unterstützt unsere Kunden dabei, Elektrobusse effizient und wirtschaftlich einzusetzen.“
Daimler Buses Solutions prüft weitere öffentliche Ladestandorte an stark frequentierten Orten. Bei den Baumaßnahmen arbeitet das Unternehmen mit Partnern zusammen, nach der Inbetriebnahme übernimmt ein eigenes Serviceteam Wartung und technischen Betrieb. Eigentümer, Betreiber und langfristige Nutzer von Flächen mit regelmäßigen Standzeiten von Reise- und Überlandbussen können potenzielle Standorte an Daimler Buses Solutions melden.
Daimler Buses bezeichnet sich als bislang einzigen Bushersteller in Europa, der eigene öffentliche Ladesäulen für E-Busse baut. Über die Tochtergesellschaft will das Unternehmen in den kommenden Jahren gezielt in sein Infrastrukturgeschäft investieren.

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