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Analyst sieht neue Phase der Batterie-Lieferketten in Europa

30.09.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 1 Kommentar

Jann-Hoefer—cylib

Bild: Cylib | Jann Höfer

Porsche hat im Rahmen eines Recycling-Pilotprojekts Batteriezellen hergestellt, deren Kathodenaktivmaterial vollständig aus recyceltem Lithium, Nickel, Kobalt und Mangan besteht. Zu den Partnern gehört der deutsche Recycler Cylib. Die Analysten von GlobalData sehen darin einen Schritt in eine neue Phase der Lokalisierung von Lieferketten für Elektrofahrzeuge in Europa.

Für das Recycling werden ausgediente Hochvoltbatterien zurückgewonnen, in neue Aktivmaterialien umgewandelt und anschließend in neue Akkus integriert. Diese Batteriezellen werden in Porsche-Fahrzeugen getestet. Seit Mai 2026 verarbeitet Cylib ausgediente Batterien aus Porsche-Zentren in Deutschland mit einem wasserbasierten Recyclingverfahren.

Porsche plant zudem ein eigenes „Materialkonto“, über das die zurückgewonnenen Materialien erfasst werden sollen. Die entsprechenden Mengen sollen ab 2028 für die Zellfertigung verfügbar sein. Wettbewerber wie Tesla, BMW und Mercedes-Benz verfolgen ebenfalls Recycling-, Beschaffungs- oder Partnerschaftsmodelle, um Metalle zu sichern und die Abhängigkeit von geopolitischen Risiken zu verringern.

EU-Batterieverordnung erhöht Druck auf Hersteller

GlobalData verweist zugleich auf die EU-Batterieverordnung, die höhere Anforderungen an Angaben zum CO₂-Fußabdruck und an die Rückgewinnung recycelter Materialien stellt. Analystin Madhuchhanda Palit beschreibt Porsches Vorgehen als Teil eines Branchenwandels von „Recycling als Compliance“ zu „Recycling als Beschaffung“. Ein geschlossener Materialkreislauf kann nach ihrer Einschätzung unter anderem gegen Lieferengpässe absichern und bei der Bilanzierung von Emissionen über den Lebenszyklus helfen.

Für Deutschland kann das Projekt nach Einschätzung von GlobalData die Position in der Batterie-Wertschöpfungskette unterstützen, während asiatische Anbieter die Verarbeitung von Kathoden und Vorprodukten dominieren. Der Ausbau hydrometallurgischer Kapazitäten und die Integration von Demontage und Raffination könnten Kompetenzen in der chemischen Verarbeitung stärken. Falls Betriebstests vergleichbare Leistung und gleichbleibende Qualität bestätigen, könnten sich laut Palit auch Lieferverträge deutscher Hersteller stärker auf Abnahmemodelle für recycelte Metalle ausrichten.

Vollständig aus recyceltem Kathodenmaterial hergestellte Zellen befinden sich weiterhin im Pilotstadium. Als zentrale kurzfristige Faktoren nennt GlobalData reproduzierbare Qualität bei größeren Mengen, die Wirtschaftlichkeit gegenüber Primärmaterialien und eine durchgängige Dokumentation der Recyclinganteile. Diese Faktoren sollen darüber entscheiden, ob der Ansatz von Testflotten in die Serienproduktion übergeht und Deutschlands Rolle in der globalen Batterielieferkette stärkt.

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Via: GlobalData
Tags: Batterie, Nachhaltigkeit, RecyclingUnternehmen: Porsche
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Jeff Healey meint

    30.09.2026 um 12:33

    Das sind die ersten ernsthaften, und ungemein wichtigen Schritte zur Verringerung von Abhängigkeiten. Das ist der richtige Weg: Kreislaufwirtschaft und verstärkte, eigene Wertschöpfung.

    Antworten

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