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BMW Group will Weichen für mehr Profitabilität und Resilienz stellen

01.10.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | Kommentieren

BMW-Zentrale

Bild: BMW

Die BMW Group will ihre Resilienz erhöhen, ihre Strukturen wettbewerbsfähiger aufstellen und sich auf ein zunehmend herausforderndes Marktumfeld vorbereiten. Dafür setzt der bayerische Autokonzern laut einer Mitteilung auf Technologieoffenheit, technologische Innovationskraft, globale Präsenz und eine Premium-Marken-Strategie.

Bereits beschlossene Maßnahmen sollen Geschwindigkeit und Effizienz erhöhen, weitere Themenfelder sollen bis zum Frühjahr 2027 entschieden werden. Zu Beginn des kommenden Jahrzehnts strebt BMW im Segment Automobile wieder eine EBIT-Marge von acht bis zehn Prozent und mindestens sieben Milliarden Euro Free Cashflow an. Für 2028 sind zunächst drei bis fünf Prozent EBIT-Marge vorgesehen.

Das Modellangebot soll stärker an regional unterschiedlichen Kundenpräferenzen ausgerichtet und die Variantenvielfalt reduziert werden. BMW will sich auf Modelle konzentrieren, die in den jeweiligen Märkten langfristig den größten Kundenwert und Deckungsbeitrag schaffen, und das Antriebsportfolio entsprechend anpassen. 2027 kommt das erste Modell der Marke BMW Alpina auf den Markt, während unter anderem der BMW 2er Active Tourer keinen Nachfolger erhält. Dafür kommt 2028 ein vollelektrisches Modell der „Neuen Klasse“ im Einstiegssegment mit Schwerpunkt Europa. Am oberen Ende des Portfolios sollen BMW, BMW M und Rolls-Royce „entlang ihrer jeweiligen Stärken“ weiterentwickelt werden.

Modellportfolio wird stärker regional ausgerichtet

In China baut BMW mit dem Start der Neuen Klasse die lokale Fertigung in volumenstarken Segmenten aus und reduziert Importe auf besonders deckungsbeitragsstarke Modelle. Bis 2030 sollen mindestens 95 Prozent der Fahrzeuge lokal gefertigt und speziell auf chinesische Kundenwünsche hin entwickelt werden. Zudem werden zusätzliche Exporte aus China nach Südostasien geprüft. Für die USA prüft BMW ein weiteres Angebot oberhalb des X7 und strebt eine stärkere Regionalisierung der SUV-Produktion an.

Künstliche Intelligenz soll unternehmensweit von Entwicklung und Einkauf bis zu Vertrieb und Aftersales stärker eingesetzt werden. In der Produktion gehören intelligente Systeme bereits zum Produktionssystem und kommen unter anderem bei digitalen Zwillingen, Qualitätsprüfungen und autonomen Transportlösungen zum Einsatz. Digitale KI-Agenten sollen zunehmend anspruchsvolle Aufgaben autonom übernehmen. In der Fahrzeugentwicklung soll agentische KI künftig von der technischen Anforderung bis zur Erprobung und Freigabe unterstützen, wobei Entwickler die Ergebnisse begleiten, prüfen und final freigeben.

KI und neue Technologien prägen die Entwicklung

Gleichzeitig sollen künftig stärker „Industry Best Offer“-Lösungen genutzt werden, während eigene Entwicklungsressourcen verstärkt auf Bereiche konzentriert werden, die die Marken vom Wettbewerb abheben. Mehr als 100.000 Auftragseingänge für das vollelektrische SUV BMW iX3 in Europa sowie hohes Kundeninteresse am neuen elektrischen i3 sowie am X5 führt BMW als Belege für seine Innovationskraft an. Die zonale Elektrik- und Elektronik-Architektur der Neuen Klasse soll künftig über alle Fahrzeugsegmente eingesetzt werden und bildet die Basis für den nächsten Entwicklungsschritt zum „AI Defined Vehicle“.

Auch bei Fahrerassistenzsystemen baut der Autohersteller sein Angebot aus. In Deutschland plant BMW im kommenden Jahr navigationsgeführte Fahrerassistenz von Autobahnen über Landstraßen bis in die Stadt, weitere Länder einschließlich der USA sollen folgen. Bis Ende des Jahres soll der Autobahnassistent für freihändig assistiertes Fahren in 21 Ländern verfügbar sein.

Bei kritischen Rohstoffen und Komponenten setzt BMW auf neue Partnerschaften, alternative Konzepte sowie eine stärkere wettbewerbsübergreifende Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union. Genannt werden dabei unter anderem kritische Rohstoffvorkommen und Halbleiter. Ab Mitte 2027 soll zudem das bereits bei MINI in 24 europäischen Märkten eingeführte Agenturmodell auch bei BMW starten und eine durchgängige Datenbasis entlang der Customer Journey schaffen. KI soll dabei Grundlage des Vertriebssystems für Angebote beim Handelspartner und in digitalen Kanälen sein.

BMW verschlankt Kosten- und Managementstrukturen

Parallel überprüft der Konzern Kosten, Abläufe sowie Personal- und Managementstrukturen. Neben einem freiwilligen Abfindungsprogramm sollen Prozesse vereinfacht und beschleunigt, Managementstrukturen verschlankt und Bereiche neu organisiert werden. Bis Mitte des kommenden Jahres soll die Zahl der Bereiche und zugeordneten Management-Funktionen um 20 Prozent sinken, mit Auswirkungen in vergleichbarem Umfang auf darunterliegende Ebenen. Die Anpassung der Personalstrukturen hatte der Konzern bereits im Juli mit dem Betriebsrat vereinbart.

„Die BMW Group gehört seit jeher zur Spitze der Automobilindustrie, und dort ist auch ihr Platz in der Zukunft“, sagt CEO Milan Nedeljković. „Unser globales Geschäftsmodell bleibt die Grundlage unseres Erfolgs. Gleichzeitig stellen wir unsere Strukturen und unsere Kostenbasis wettbewerbsfähiger auf, um dem zunehmend schärferen Wettbewerb zu begegnen, der diese Branche in den kommenden Jahren prägen wird. Dabei ist das Personalstrukturprogramm ein wichtiger Hebel.”

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

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