Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) will sich für eine zeitnahe europaweite Genehmigung des fortgeschrittenen Tesla-Fahrerassistenzsystems einsetzen, das bislang unter der Bezeichnung „Full Self-Driving Supervised“ beziehungsweise FSD Supervised vermarktet wird. Nach Angaben des Verkehrsministeriums (BMV) laufen dazu Verfahren auf europäischer Ebene.
Bilger hatte sich im September mit Tesla über technische und haftungsrechtliche Fragen ausgetauscht. „Wir haben schnell ein gemeinsames Verständnis gefunden und eine konstruktive Einigung erzielt. Auf dieser Grundlage werde ich mich jetzt dafür einsetzen, dass das System zeitnah europaweit genehmigt wird“, teilt der Verkehrsminister mit. „Mein Ziel ist, dass Tesla-Fahrer die Vorteile des Assisted Driving in der gesamten EU so schnell wie möglich nutzen können.“
FSD Supervised ist kein System, das die Fahraufgabe vollständig übernimmt. Es kann unter anderem Lenken, Beschleunigen und Bremsen unterstützen, während die fahrzeugführende Person aufmerksam bleiben und die Verantwortung für die sichere Fahrzeugführung behalten muss. Tesla hat nach Angaben des Verkehrsministeriums angeboten, die Bezeichnung in „Tesla Assisted Driving“ zu ändern.
Eine Genehmigung besteht bereits in den Niederlanden. Die dortige Zulassungsbehörde RDW hatte das System im April nach mehr als anderthalb Jahren Prüfung zugelassen. Nach eigenen Angaben führte sie mehr als 1000 Testläufe und über 3000 Teststunden durch und bezog Daten aus 1,8 Millionen in Europa gefahrenen Kilometern ein. Die dort erteilte Typgenehmigung galt zunächst nur für das niederländische Hoheitsgebiet. Für eine EU-weite Nutzung muss das Verfahren über die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten weitergeführt werden.
Deutschland begleitet dieses Verfahren nach Angaben des Verkehrsministeriums gemeinsam mit dem Kraftfahrt-Bundesamt, der RDW und Tesla. In den Gesprächen mit dem Hersteller ging es Berichten zufolge unter anderem um einzelne Systemfunktionen und die Haftungsverantwortung. Das Ministerium teilte zudem mit, dass Deutschland einen Ansatz unterstützt, nach dem das Assistenzsystem die zulässige Höchstgeschwindigkeit situationsabhängig um maximal zehn Prozent überschreiten können soll.
Die europäische Entscheidung ist damit noch nicht abgeschlossen. Eine ursprünglich für Oktober erwartete Abstimmung über die breitere Zulassung von FSD Supervised wurde verschoben. Dem veröffentlichten EU-Zeitplan zufolge soll die Angelegenheit frühestens im Dezember wieder behandelt werden. Tesla kann sein System deshalb trotz bestehender nationaler Freigaben bislang nicht einheitlich in der gesamten Europäischen Union anbieten.

BEV meint
Das rückständige Europa hat zwar lang gebraucht, aber endlich hält auch der Stand der Technik Einzug in unser Land.
Erhält und schafft Arbeitsplätze in Deutschland.
Müssen wir halt schauen was wir mit den 500.000 Menschen in der alten deutschen Automobilindustrie bei den Zulieferern und Autobauern machen. Die Prognosen, dass sich diese Zahl mindestens Halbiert bis in 10 Jahren, dürfte nicht so falsch sein.
Mäx meint
„Das Ministerium teilte zudem mit, dass Deutschland einen Ansatz unterstützt, nach dem das Assistenzsystem die zulässige Höchstgeschwindigkeit situationsabhängig um maximal zehn Prozent überschreiten können soll.“
Perfekt ab 1km/h drüber muss laut EU der Fahrer auf eine Überschreitung hingewiesen werden, aber das Assistenzsystem darf 10% drüber liegen.
Bimmelt es dann die ganze Zeit oder wie soll das aussehen?
Dieser ISC der EU ist wirklich ein Unding. Wenn jeder Tacho geeicht wäre, meinetwegen, aber so fährt der eine echte 97km/h, der andere 92km/h…ist doch scheiße.
MK meint
Hört sich für mich nach der perfekten Lösung an: Eine Zulassung. Aber eine auf der Basis, was es tatsächlich ist: Ein super gutes Assistenzsystem, aber kein autonomes Fahren.
hu.ms meint
Genauso ist es. Eines von vielen assistenzsystemen. Das beste ?
Sieht wohl jeder anders…
Deshalb intervenieren auch die 3 premiummarken nicht beim verkehrsminister.
eBikerin meint
Merkwürdig. Laut den bekannten Teslafans hier blockiert doch Deutschland als aller einzigstes Land in Europa die Zulassung. Ja was denn nun?