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E-Auto-Laden: Diese Anbieter sind bei Fahrern besonders beliebt

07.10.2026 in Aufladen & Tanken, Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | Kommentieren

EnBW-Schnellladepark

Bild: EnBW

Mehr als jeder dritte Neuwagen in Deutschland fährt inzwischen vollelektrisch, fast doppelt so viele wie im Vorjahresmonat. Für Ladeanbieter kommt damit der lange erhoffte Aufschwung. Doch laut einer Studie profitieren nicht alle gleichermaßen davon. Gewinnen werden vor allem die Anbieter, die bei den Kunden zur ersten Wahl werden.

Das zeigt die „CPO/eMSP Charging Services Study 2026“ von UScale, für die im Juli 2026 insgesamt 2507 Fahrer batterieelektrischer Fahrzeuge in Deutschland befragt wurden.

Drei Ladedienste, ein Favorit

Im Schnitt nutzen E-Auto-Fahrer demnach drei Ladedienste aktiv, Neueinsteiger 2,4. Einer davon ist klar ihr Favorit: Auf ihn entfallen rund zwei Drittel aller Ladevorgänge und damit des Umsatzes. Die übrigen Dienste kommen situativ zum Einsatz: auf langen Strecken, an den Ladepunkten des jeweiligen Anbieters, beim Einkaufen oder wenn der Favorit vor Ort nicht verfügbar ist.

Energieversorger vor Ölkonzernen und Herstellern

Den größten Anteil an der Kundenpräferenz haben weiterhin die großen Energieversorger mit Angeboten wie EnBW mobility+, E.ON Drive und EWE Go. Es folgen die Ölkonzerne wie Aral pulse und Shell Recharge. Stark sind auch die Ladedienste der Automarken auf Platz drei, also Ladeverträge unter der Marke des Autoherstellers, die Kunden direkt beim Hersteller beziehungsweise Händler abschließen.

Reine Ladenetzbetreiber wie Ionity, Fastned oder Allego folgen bei E-Fahrern (ohne Tesla) erst auf Platz vier. Der Einzelhandel mit Aldi, Lidl und Edeka holt auf, während Stadtwerke und Roaminganbieter Nischenanbieter bleiben.

Eine Sonderrolle spielt Tesla: 88 Prozent der Tesla-Fahrer nutzen dessen „Supercharger“. Unter den Fahrern anderer Marken spielen die Supercharger bisher eine untergeordnete Rolle: Nur 13 Prozent Nicht-Tesla-Fahrer nutzen Tesla Supercharger, nur 3 Prozent nutzen sie bevorzugt.

Bekanntheit allein reicht nicht

Wie gut Anbieter aus Bekanntheit tatsächliche Nutzung machen, unterscheidet sich stark. Über alle untersuchten Anbieter hinweg kommen auf eine Nutzerin eines Ladedienstes rund 1,2 E-Fahrer, die den Anbieter kennen, aber nicht nutzen. Die Herstellerdienste, EnBW mobility+, Aral pulse und Shell Recharge verzeichnen eine hohe Nutzung: Unter denen, die die Marke kennen, haben sie mehr Nutzer als Nicht-Nutzer. Bei Anbietern wie E.ON Drive, Ionity, EWE Go, Allego oder Vattenfall ist es umgekehrt: Hier kommt auf jede Nutzerin mehr als eine Nicht-Nutzerin.

Dabei liegt es selten an Ablehnung. Die meisten Nicht-Nutzer sehen die Anbieter, die sie kennen, positiv oder neutral. Rund ein Drittel ist offen dafür, einen bekannten, aber bisher nicht genutzten Dienst auszuprobieren.

Auch die Nutzer selbst sind zufrieden. Acht Anbieter erreichen einen sogenannten Net Promoter Score von über 40 Punkten, darunter die Ladedienste der Autohersteller (53), Tesla (52), Ionity (49), Shell Recharge (48) und Aral pulse (47) (Grafik 4). Unter Tesla-Fahrern kommen die Supercharger sogar auf 62 Punkte. Zum Vergleich: Der Durchschnitt der deutschen Energiebranche liegt bei 17 Punkten.

„Anbieter müssen sich klar positionieren“

Über alle Anbieter hinweg zählen für die Präferenz laut den Studienautoren vor allem drei Dinge: passende Standorte, eine hohe Zuverlässigkeit und eine einfach bedienbare App. Bei Zuverlässigkeit und App dürfe sich kein Anbieter Schwächen leisten. Preise spielten vor allem bei der Entscheidung für einen Ladedienst eine wichtige Rolle, später verlören sie entgegen den Erwartungen an Bedeutung.

Wie E-Fahrer die einzelnen Marken wahrnehmen und warum sie einen Anbieter bevorzugen, unterscheidet sich deutlich. Zum Beispiel punkten die Herstellerdienste mit ihrer Integration ins Fahrzeug. Mit EnBW mobility+ verbinden die Fahrenden eine gute Abdeckung unterwegs, mit Aldi und Lidl günstige Ad-hoc-Preise. „Wer zur ersten Wahl werden will, braucht ein Profil, das zu seinen Kunden passt“, so UScale.

„Öffentliches Laden wird für immer mehr E-Auto-Fahrende zum Normalfall, und die Ladeanbieter liefern. Das zeigt die hohe Zufriedenheit“, sagt Axel Sprenger, Gründer und Geschäftsführer von UScale. „Zuverlässigkeit und eine gute App sind die Pflicht. Bei der Kür setzen die Kunden je nach Anbieter ganz unterschiedliche Schwerpunkte. Wer weiß, wofür ihn seine Kunden schätzen, kann gezielt zur ersten Wahl werden. Mit der Studie unterstützen wir Ladeanbieter in ihrer Strategiearbeit.“

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Via: UScale
Tags: Ladestationen, SchnellladenAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

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