Jony Ive hat sich öffentlich gegen die Kritik am Design des ersten Elektroautos von Ferrari gewendet, berichtet Automotive News. Der ehemalige Designchef von Apple verteidigt das Erscheinungsbild des wesentlich von ihm entworfenen Modells Luce, das nach seiner Premiere von vielen sehr negativ bewertet wurde.
Die Entwicklung des ersten Batteriemodells der italienischen Luxusmarke dauerte fünf Jahre und wurde durch eine Zusammenarbeit zwischen Ives Designfirma Studio LoveFrom und Ferrari realisiert. Bei einer Technologiekonferenz in Turin nahm Ive kürzlich gemeinsam mit Ferrari-Chairman John Elkann teil und äußerte sich zur Kritik am Luce.
Laut dem Designer reagieren die Menschen anders auf das Fahrzeug, wenn sie es in natura sehen, als wenn sie es auf Fotos betrachten. „Man kann etwas Neues und Anderes schaffen, das Mist ist. Das ist ganz einfach“, so Ive. „Es ist sehr schwer, etwas zu schaffen, das neu und anders ist, und dessen Neuheit darin besteht, dass es besser ist. Und genau das haben wir versucht.“ Designer hätten aber keinen Einfluss darauf, ob den Kunden ein Produkt gefällt.
Das Modell Luce wurde im Mai vorgestellt und kostet mindestens 550.000 Euro. Analysten sowie Kommentatoren in den sozialen Medien kritisierten das Design des Wagens und zogen Vergleiche zu Elektroautos für den Massenmarkt. Ive erklärte, dass die ungewohnte Optik durch das Fahrerlebnis gerechtfertigt werde. Die physischen Bedienelemente im Innenraum ermöglichten dabei eine Bedienung ohne Blickkontakt und gäben sofortiges Feedback an den Fahrer zurück.
Zudem habe man Möglichkeiten gesucht, den Startvorgang des Elektroautos interessanter zu gestalten – etwa durch einen Schlüssel, der bei Platzierung im Fahrzeug die Farbe wechselt. Während das unkonventionelle äußere Styling von vielen bemängelt wird, stößt das minimalistisch-retrofuturistische Interieur des Luce mit seiner hochwertigen Materialauswahl und den taktilen Bedienelementen durchaus auf Lob. Der Luce „ist zwar nicht die Zukunft, aber es ist ein Teil der Zukunft von Ferrari“, sagte Ive.
Die neue Baureihe ist Ferraris erstes rein batterieelektrisches Serienmodell und zugleich der erste Fünfsitzer der Marke. Das viertürige Modell verfügt über vier Elektromotoren, eine 122-kWh-Batterie und ein elektrisches System mit bis zu 880 Volt. Ferrari nennt eine Reichweite von mehr als 530 Kilometern sowie eine Höchstgeschwindigkeit von über 310 km/h. Die Systemleistung liegt bei 772 kW (1050 PS), damit geht es in 2,5 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Die Batterie und wesentliche elektrische Antriebskomponenten werden in Maranello gefertigt beziehungsweise montiert.

South meint
Es geht einfach um den Punkt, dass Ferrari den uralten Fehler macht und die eMobilität mit einer Designrevolution verbindet. Und einige Sachen sind schon keine Designfehler mehr, dass ist unfassbar schlampig. Wer kauft den ein Auto für ein halbe Million, bei dem es im Inneren ausschaut, als hätte eines der Kinder eine billiges Tablet angeklippst?
Also nicht falsch verstehen. Auch beim Design muss man mal neue Wege gehen, die vielleicht auch nicht jeder alte Kunde toll findet, aber bei einigen Herstellern hat man das Gefühlt, das man keinen Bock mehr auf Design hat. Übrigens neben dem Kaufpreis, das Kaufkriterium Nummer 1 !
prief meint
Ich bin ja anscheinend einer der wenigen, der den für ein schönes Auto hält. Das Problem ist, dass er halt nicht wie ein Ferrari aussieht.
Als Detail finde ich interessant, dass die Gestaltung der „Motorhaube“ jener des Dodge Charger ähnelt