Eine Patentanmeldung von Audi beschreibt ungewöhnliche technische Lösungen für das Fahrerlebnis in Elektroautos. Im Mittelpunkt stehen laut Medien Systeme, die Geräusche, Vibrationen, visuelle Effekte und Gerüche abhängig vom Fahrzustand erzeugen oder verstärken sollen. Die Anmeldung ist bislang kein erteiltes Patent und enthält keine Angaben zu einer geplanten Serienanwendung.
Ein zentraler Ansatz betrifft die gezielte Übertragung tatsächlicher Motorgeräusche und Schwingungen in den Innenraum. Dazu beschreibt Audi sogenannte Schwingungsübertragungselemente, beispielsweise starre Hohlprofile aus Stahl, die den Elektromotor mit anderen Fahrzeugbereichen verbinden. Auch eine reduzierte Schalldämmung des Antriebs ist vorgesehen, damit dessen Betriebsgeräusche deutlicher wahrnehmbar werden. Anders als bei künstlich erzeugten Motorsounds würden dabei die mechanischen Schwingungen des elektrischen Antriebs selbst genutzt.
Weitere Bestandteile der Patentanmeldung betreffen die Nachbildung typischer Eigenschaften von Verbrennungsmotoren. Eine Kupplung könnte den Elektromotor vom Antriebsstrang trennen, sodass dieser auch bei stehendem Fahrzeug hochdrehen und entsprechende Geräusche erzeugen kann. Zusätzlich beschreibt Audi eine elektronische Steuerung für simulierte Gangwechsel, virtuelle Übersetzungen und ein künstliches Turboloch, bei dem sich der Leistungsaufbau gezielt verzögert. Auch eine zeitweise Freigabe zusätzlicher Leistung oder zusätzlichen Drehmoments per Tastendruck oder KI-gestützter Steuerung wird genannt.
Besonders ungewöhnlich sind die beschriebenen optischen Effekte. Audi nennt unter anderem elektrische Lichtbögen zwischen Elektroden sowie eine Vorrichtung, die durch den kontrollierten Kontakt eines Metallteils mit der Fahrbahn Funken erzeugen könnte. Weitere Konzepte umfassen dynamische Außenbeleuchtung, veränderbare Fahrzeugfarben und Projektionen im Randbereich der Windschutzscheibe, die Beschleunigung und Geschwindigkeit durch Unschärfe- oder Verzerrungseffekte vermitteln sollen. Auch animierte Darstellungen an der Fahrzeugfront werden in der Patentbeschreibung berücksichtigt.
Ergänzend untersucht die Anmeldung eine situationsabhängige Beduftung des Innenraums. Während im Stau beruhigende Duftstoffe abgegeben werden könnten, sind für eine sportliche Fahrweise anregende Gerüche vorgesehen. Als Beispiel nennt die Beschreibung einen Geruch, der an elektrische Spielzeugeisenbahnen erinnern soll und dort mit dem Begriff „Elektrosmog“ in Verbindung gebracht wird. Die Duftabgabe soll über entsprechende Vorratsbehälter und eine fahrzustandsabhängige Steuerung erfolgen.
Die veröffentlichte Patentanmeldung umfasst insgesamt zehn Patentansprüche. Zwei unabhängige Ansprüche betreffen die Übertragung von Schwingungen oder Schall sowie die fahrzustandsabhängige Erzeugung visueller Effekte. Ein konkretes Audi-Modell, ein Einführungstermin oder die Kosten einer möglichen Umsetzung werden in der veröffentlichten Anmeldung nicht genannt.

Jeff Healey meint
Kleinen Moment, ich muss schnell das Popcorn holen.
Mäx meint
Vorsprung durch Technik…damit wird Audi bestimmt wieder zu einer ernstzunehmenden Premium Marke.
Wundert eigentlich nicht, dass das mit der Rentabilität nicht so rosig aussieht wenn das die Ansätze sind.
Powerwall Thorsten meint
Vielleicht sollte man sich bei AUDI wieder an sein vergessenes Motto „Vorsprung durch Technik“ erinnern – und nicht unnötige Nachahmungen, von Dinge aus der verschwindenden Verbrennerwelt, zu patentieren – Quo vadis AUDI?
Ralf meint
Wie waere es z.B. mit Babynahrung mit Dieselfeinstaub? Damit sich wirklich niemand umstellen muss.
Haben die nix anderes zu tun in Ingolstadt?
Ach ja, in Georgia sind sie ja beschäftigt ……
Grotesk
Torben meint
Vorsprung durch Technik… Nicht!
A-P meint
Ein überflüssiges Patent, da die beschriebenen Effekte bei E-Autos keinen technischen Mehrwert bieten. Hat Audi wirklich nichts Besseres zu tun, als sich mit so etwas zu beschäftigen?