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Ford: Elektro-Ersatz für Kleinwagen Fiesta derzeit keine Priorität

20.04.2023 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 13 Kommentare

Ford-Fiesta

Bild: Ford

VW liefert seinen Elektroauto-Baukasten MEB an Ford für zwei Europa-Modelle der US-Marke. Mit der Architektur MEB Entry ist eine modifizierte Version der Plattform für batteriebetriebene Kleinwagen in Arbeit. Bei Ford wird diese nicht zum Einsatz kommen – zumindest vorerst.

Ford hat kürzlich den Explorer vorgestellt, der als erstes MEB-Elektroauto des Unternehmens hierzulande angeboten wird. Bei dem zweiten Modell soll es sich um einen ähnlich großen sportlichen Crossover handeln. Ohne den im Rahmen einer umfassenderen Kooperation von Volkswagen bereitgestellten MEB würde es die beiden Elektroautos nicht geben.

Der Europa-Chef von Ford, Martin Sander, erklärte gegenüber Autocar, dass das Unternehmen ohne die Volkswagen-Plattform derzeit kein elektrisches Volumenfahrzeug auf dem europäischen Markt hätte. Einen noch größeren Absatz könnte ein Kleinwagen mit der MEB-Entry-Technik bringen. Das ist laut Sander derzeit nicht geplant, er schließt es aber auch nicht aus: „Nicht entschieden bedeutet nicht, dass wir beschlossen haben, es nicht zu tun.“

Ford entwickelt derzeit verstärkt selbst modulare Technologie für Elektroautos, die es auch in Europa einsetzen will. Der dritte Vollstromer für die Region, der Nachfolger des kleinen SUV Puma, soll allerdings noch auf einer adaptierten Verbrenner-Architektur aufbauen.

Dass Ford noch ein drittes Elektroauto auf MEB-Basis einführt, ist laut Autocar nicht ausgeschlossen. VW-Markenchef Thomas Schäfer sagte dem Portal, dass das Unternehmen die MEB-Entry-Plattform später auch an nicht zum Konzern gehörende Marken liefern könnte. Zuerst werden darauf aber um 2025 herum E-Autos von VW, Skoda und Cupra starten.

Ein direkter Ersatz für den Fiesta hat für Ford keine unmittelbare Priorität. Sander: „Wir müssen unsere Entscheidungen klug treffen und entscheiden, wo wir unser Geld ausgeben, wo wir die notwendigen Investitionen tätigen, um einen positiven Business Case zu erreichen.“ Bei den derzeitigen Batteriekosten sehe er „in nächster Zeit“ keinen elektrischen Fiesta.

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Via: Autocar
Unternehmen: Ford
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. LOL meint

    21.04.2023 um 07:32

    Ford: wir haben kein Interesse am weiterbestehen auf dem Weltmarkt

    Will jetzt jeder nur noch teure Premiumautos bauen, weil sie es nicht schaffen die Kosten zu drücken?

  2. Nostradamus meint

    20.04.2023 um 14:06

    Ford will das nicht? Kein Problem! Dieses Marktsegment werden Chinesen vollständig übernehmen!

  3. Moritz meint

    20.04.2023 um 10:46

    Das wird Hyundai und VW sehr freuen, die das Segment gefühlt als einzige bedienen wollen.

    • elbflorenz meint

      20.04.2023 um 11:24

      Naja. Renault (und Nissan) sowie Stellantis sollte man schon nicht vergessen!

      • Moritz meint

        20.04.2023 um 13:22

        Stimmt! Hatte den R5, Fiat 500e und Peugeot 206e vergessen..

  4. MAik Müller meint

    20.04.2023 um 09:53

    E-Fahrzeuge für die breite Masse wird es offenbar erst nach 2027-2030 geben VORHER nicht.
    Für die Umwelt wäre die Klasse der Kleinwagen in großen Mengen wichtig :)
    Es werden aber lieber dicke SUVs gebaut und GEKAUFT also das ganze Gegenteil.

    • Albert Dirlof meint

      20.04.2023 um 13:15

      „E-Fahrzeuge für die breite Masse wird es offenbar erst nach 2027-2030 geben VORHER nicht.“
      Danke, dass Sie das hier im Forum zum dreiundvierzigtausendsten Mal schreiben. Das tut dem Forum stets gut.

    • Futureman meint

      20.04.2023 um 18:44

      Keine Angst, die Batterien für Millionen Fahrzeuge werden andere bauen. In den letzten Monaten wurden 2 neue Batterietechniken vorgestellt, die leider beide nicht von europäischen Herstellern kommen. CATL wird den Markt überschwemmen.

  5. Mike meint

    20.04.2023 um 09:51

    Mal schauen, ob es Ford Europe noch in 10 Jahren gibt.

    • Eugen P. meint

      20.04.2023 um 10:21

      Ford wird es in 10 Jahren mit Sicherheit noch geben, aber ich könnte mir vorstellen, dass man den europäischen Markt aufgibt, auch einigen Japanern würde ich zutrauen den europäischen Markt aufzugeben (Honda, Mazda, Suzuki, Subaru, Mitsubishi), viele Modelle werden in Europa ja garnicht erst angeboten, die EU ist nicht der Nabel der Welt.

      So oder so, Ford wird amerikanischer werden, der Focus wird meine ich auch eingestampft.

      • Volker Bahn meint

        20.04.2023 um 13:23

        „die EU ist nicht der Nabel der Welt.“
        Sehr wahr.
        Und dieser Trend verstärkt sich. Ist ja auch klar in Anbetracht der prozentualen Verteilung der Erdbevölkerung und der Entwicklungstendenzen ihrer wirtschaftlichen Bedeutung. Dass China heute nicht mehr auf Stand von 1949 ist sollte uns als Weltbürger genau so freuen wie das sukzessive entsprechende Kommen Indiens.

        • elbflorenz meint

          20.04.2023 um 15:32

          Die meisten der selbsternannten „Weltbürger“ (was für eine Selbsterhebung) sind aber mit der derzeitigen Entwicklung in China ganz und gar ned einverstanden.
          Besonders die „Weltbürger“ aus der Linksgrünen Gutmenschen-Ecke … die Armut der anderen ist doch soooo bequem …

        • Harald Schiro meint

          20.04.2023 um 19:12

          @Dresden
          Ich denke, die wirtschaftliche Entwicklung eines jeden Landes auf unserem Globus ist zu begrüßen und dass es den jeweiligen Einwohnern wirtschaftlich besser geht als früher. Auch wenn man aus unserer und auch aus meiner Sicht nicht mit jedem politischen System dort glücklich und einverstanden ist.

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