Flankierend zur Pkw-Sparte wird auch Mercedes-Benz Vans elektrifiziert. Den Anfang machen der bereits erhältliche eVito sowie der Ende des Jahres kommende eSprinter. Bei einer Präsentation im Werk Ludwigsfelde wurden kürzlich antriebsübergreifend 34 Aufbauten aus neun Branchen vorgestellt, mit denen das Angebot fit für die Zukunft gemacht werden soll.
Zentrale Trends wie die Digitalisierung und Elektrifizierung bieten große Chancen für die Transporter-Kunden, stellen sie aber auch vor große Herausforderungen, erklärte Mercedes-Benz Vans. So verspreche etwa der Markt für Belieferungen mit frischen Lebensmitteln großes wirtschaftliches Potenzial, der Transport der Güter erfordere jedoch eine optimale Nutzung und Kühlung des Laderaums. Das Fahrzeug müsse sich zudem möglichst effizient in die Logistikkette einbinden lassen. Die Endkunden in diesem Segment würden außerdem besonderen Wert auf Nachhaltigkeit und CO2-Reduktion legen.
Ähnlich sehe es in anderen Branchen aus. So verzeichneten beispielsweise Kurier-Express-Paketdienstleister hohe Auftragszuwächse, gleichzeitig sänken aber die Durchschnittserlöse pro Sendung. „Neue Mobilitätskonzepte und steigender Kostendruck verändern die Personenbeförderung. Durch den Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit und Flexibilität rücken Konnektivitätslösungen zunehmend in den Fokus“, so Mercedes. „Kunden aus dem Baugewerbe hingegen brauchen nach wie vor eher klassische Transporterqualitäten: Zuverlässigkeit, Robustheit, Sicherheit.“

Die gemeinsam mit Auf- und Ausbauherstellern für die Transporter-Flotte in Ludwigsfelde vorgestellten Aufbauten decken Produkte vom Muldenkipper bis zum Bus für Hochzeitsgäste ab und umfassen neun verschiedene Branchen: „Handel und eGrocery“, „Service und Dienstleistungen“, „Personenbeförderung“, „Eingeschränkte Mobilität“, „Reisemobil“, „KEP und Logistik“, „Bau“, „Einsatz und Kommunal“ sowie „Weitere Branchen“.
eVito & eSprinter für Spezialtransporte
Als Beispiele für Spezialtransporter mit E-Antrieb rückte Mercedes zwei Modelle in den Fokus: Der „Polarfuchs“ auf Basis des eVito verfügt neben dem serienmäßigen Elektro-Antrieb über eine elektrische Kühlanlage, damit Lebensmittel ausgeliefert werden können. „Neu dabei ist, dass die Kühlanlage an das Fahrzeugbordnetz angeschlossen ist, wodurch sich der Bedarf an Zusatzbatterien minimieren lässt“, erklärten die Entwickler.
Im September wurde der Polarfuchs in einem vierwöchigen Pilotprojekt mit dem Kochbox-Anbieter HelloFresh in Belgien erfolgreich getestet, berichtet Mercedes. Das Konzept für die lokal emissionsfreie Lieferung von temperatursensiblen Produkten soll nun auch auf andere Branchen und Baureihen erweitert werden.

Als mögliche Ausbaulösung für den neuen eSprinter präsentierte Mercedes-Benz Vans eine Version mit einem Regalsystem. Der Transporter soll damit besonders für Kurier-Express-Paketdienstleister interessant werden. Als weiterer Einsatzzweck wurden Elektrofahrzeuge für Fahrdienste für Menschen mit Behinderungen und eingeschränkter Mobilität genannt.
Mercedes-Benz Vans bekräftigte, alle gewerblich genutzten Fahrzeuge zu elektrifizieren. Nach dem eVito und dem eSprinter steht als Nächstes der eCitan an. Neben den Fahrzeugen wird den Kunden ein gemeinsam zusammengestelltes Einsatzkonzept angeboten. Dazu gehören unter anderem die Beratung bei der Auswahl des Modells und den Gesamtbetriebskosten sowie die Integration eines Ladeinfrastruktur-Konzepts.
Jensen meint
Der Vertrieb wird die Verkaufspreise für die 34 Aufbauvarianten schon so steuern, dass es für die Interessenten eher zu einem (Strom-)Schlag, als zu einer elektrisierenden, begeisterten Wirkung führt.
alupo meint
Ich verstehe immer noch nicht, warum diese eAutos so einen rießigen Kühlergrill brauchen.
Mein eAuto hat 421 PS (war die schwächste verfügbare Allradversion) und nur unten einen Lufteinlaß für alles, also auch für den Kühlbefarf der Klimaanlage im Hochsommer oder bei einer Schnellladung in der heißen Zeit.
Sind das nur alte, vom Werk auf eAuto umgerüstete Verbrenner?
Pferd_Dampf_Explosion_E meint
Selbstverständlich, wenn das „echte“ E-Autos wären, bräuchte Mercedes keine Zukunftsängste haben.
CaptainPicard meint
Und ich versteh bis heute nicht warum sich Leute in der EV-Community immer so sehr über Kühlergrill aufregen können, die ohnehin meist nur ein Designelement sind.
Pferd_Dampf_Explosion_E meint
Naja, die ersten Autos hatten auch noch Stilelemente von Kutschen, bis die Designer lernten, dass das etwas antik aussah. Und heute gibt es eben auch Schnellkapierer (Tesla, Zoe) oder die anderen.
150kW meint
Der Kühlergrill ist schon fast 100 Jahre lang auch bei Verbrennern kein richtiger Kühler mehr.
Ansonsten gibt auch haufenweise Verbrenner ohne Kühlergrill. Das war also noch nie ein eindeutiges Zeichen.
Pferd_Dampf_Explosion_E meint
@ 150kW: Du meinst sicherlich den Käfer, aber Achtung: der hat den Motor hinten, aha.
Jörg2 meint
Weil solch Zeug sinnlos Geld kostet!?
Im Artikel oben stellt DAIMLER selbst fest, dass z.B. das Frachtführergeschäft ein Cent-Geschäft ist. Wenn man das verstanden hat, dann baut man Autos wie sie sich z.B. UPS seit Jahrzehnten zulegt.
jensrunsglobal meint
Oder den Streetscooter?
Ich bin begeistert wieviele Vertriebs- und Designexperten hier sitzen
Gunnar meint
@jensrunsglobal:
Streetscooter? Soll wohl ein schlechter WItz sein. Die machen Verlust mit ihrem Konzept, wie aktuell zu lesen ist.
OnlyAFoolUsesGoogleAndroid meint
@CaptainPicard: Mein persönlicher Eindruck ist, dass diese Aussagen hauptsächlich von einer sektenähnlichen, penetranten Fangemeinschaft kommen.
Wessi meint
Androidfans?BananaFans?FoolishFans?
Lukas meint
@CaptainPicard
„Und ich versteh bis heute nicht warum sich Leute in der EV-Community immer so sehr über Kühlergrill aufregen können, die ohnehin meist nur ein Designelement sind.“
Weil dieses „Designelement“ einfach nur für eine klassische Optik mal schnell 10-20% Reichweite kostet. Hoher Luftwiderstand ist für das E-Auto der begrenzende Flaschenhals schlechthin. Der E-Tron hat nicht ohne Grund 20-30% Mehrverbrauch auf Autobahnen im Vergleich zum Model X. Der Luftwiderstand steigt quadratisch mit der Geschwindigkeit.
Das ist ja auch der Grund, warum Tesla so unglaublich hohe Reichweiten erreicht. Die haben es mit dem Luftwiderstand verstanden, ebenso Renault mit der Zoe.
alupo meint
Richtig.
Ich habe nie verstanden dass man als Autobesitzer für Designschnickschnack x €/100 km bezahlen soll. Und das dann auch noch autolebenslang. Da kommt schon ein Sümmchen zusammen.
Ökologisch ist so ein Auto bzw. so eine Konstruktion bezogen was andere Hersteller verkaufen jedenfalls nicht Aber ok, besser als jeder Verbrenner ist er schon und das ist der Grund, warum ich froh bin dass es ihn gibt.
Das einzige was ich prinzipiell beim etron gut finde sind die leider aufpreispflichtigen „Kameraspiegel“, denn ein klassischer Spiegen erhöht die Stirnfläche. Vermutlich erhöht er auch noch den cw Wert, da er oft kugelähnlich gebaut ist (Kugel: cw=0,45) und er platzbedingt auch nicht lang gezogen konstruiert werden kann.
Aber das reißt es ganz offensichtlich nicht heraus, wie man beim Verbrauchstest des norwegischen Camperclubs sieht.
Verstehen, warum der etron so ein wahnsinniger Stromschlucker ist kann ich es allerdings auch nicht, denn das MX ist sogar noch größer und hat eine entsprechend größere Stirnfläche. Aber verbrauchen tat der etron im Anhängertest gute 30% mehr als das MX. Das ist schon eine Menge, insbesondere bei einem kleineren Akku.