Die e.Go Mobile AG hat mit nd Industrial Investments B.V. aus den Niederlanden einen neuen Investor gefunden. Die zwischenzeitlich drohende Insolvenz des Elektroauto-Startups ist damit abgewendet. Das Aachener Unternehmen will nun möglichst schnell wieder seinen Batterie-Kleinstwagen e.Go Life produzieren und ausliefern.
„Das internationale Private-Equity-Unternehmen nd Industrial Investments B.V., Teil der nd Group B.V., beteiligt sich neben dem Managementteam um Gründer Günther Schuh an dem deutschen Elektroautohersteller e.Go Mobile AG als Mehrheitsaktionär der Next.e.Go Mobile SE“, heißt es in einer Mitteilung. Am 1. September 2020 werde die Next.e.Go Mobile SE das gesamte Geschäft der e.Go Mobile AG einschließlich aller Tochtergesellschaften und die Mitarbeitenden durch einen Betriebsübergang übernehmen. Über den Kaufpreis habe man Stillschweigen vereinbart.
e.Go Mobile hat 2019 mit der Auslieferung des Life begonnen, konnte im ersten Jahr wegen Problemen beim Hochfahren der Produktion aber nur 540 Fahrzeuge verkaufen. Dennoch wurde das Startup eigenen Angaben nach zuletzt mit über einer Milliarde Euro bewertet. Angesichts der noch niedrigen Umsätze stellte e.Go Mobile im Zuge der Coronavirus-Krise am 2. April 2020 einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung. Im Juli wurden dann die Produktion und Entwicklungstätigkeiten im Rahmen der Umstrukturierung ausgesetzt.

Die Gesellschaft beginnt nun mit neuer, erweiterter Struktur als europäische SE (Societas Europaea/Europäische Aktiengesellschaft) und dem neuen CEO Ulrich Hermann, ein ehemaliges Vorstandsmitglied der Heidelberger Druckmaschinen AG. Firmengründer Günther Schuh übernimmt den Vorsitz des Verwaltungsrates. Der Professor für Produktionstechnik hatte zuvor den E-Transporter-Hersteller StreetScooter mitgegründet, der später von der Deutschen Post gekauft wurde.
Schuh erklärte: „Wir wollten die Krise nicht nur überleben, sondern gestärkt daraus hervorgehen, um e.Go als deutsche Marke auf dem Markt zu etablieren. Dazu mussten wir einen professionellen und strategischen Partner finden, mit dem wir unser großes Wachstumspotenzial realisieren können. Diesen haben wir in unserem neuen Partner und seiner visionären Führung gefunden.“ Thomas Poplat von nd Industrial Investment B.V. fügte hinzu: „Wir sind begeistert, e.Go zukünftig zu unterstützen. Das Unternehmen passt sehr gut zu unserem Fokus auf Nachhaltigkeit, Elektrifizierung und Digitalisierung.“
Sobald die Zulassung als Fahrzeughersteller für die neue Gesellschaft erteilt ist und die Lieferantenverträge umgestellt sind, soll die Produktion im Werk Aachen Rothe Erde wieder anlaufen. Service und Vertrieb des Life sind laut e.Go Mobile bereits wieder aktiv.
Der Generalbevollmächtigte der e.Go Mobile AG während des Insolvenzverfahrens Paul Fink sagte zu der Neuausrichtung in einer Stellungnahme: „e.Go Mobile war kein klassischer Sanierungsfall, sondern ein gut aufgestelltes Start-Up, das es geschafft hat, ein neues Auto auf die Straße zu bringen und dem vor allem durch die beispiellose Situation während der COVID-19-Pandemie das Wachstumskapital ausging.“
simon meint
Ich hoffe es geht weiter. Laufend die Technik verbessern, aber das Design passt und das ist sehr wichtig. Da schauen schon ein paar Kunden über die Leistungsdaten hinweg. Kleine Elektroautos brauchen wir, die VW Drillinge sind ausverkauft. Der Markt für solche Fahrzeuge ist da.
Gerold Schmidt meint
Herzlichen Glückwunsch!!
solide – langlebig – einfach…zukunftsträchtig, trotz aller Unkenrufe
Andi meint
Langlebig? Das Fahrzeug oder das Unternehmen? ;-)
Als Unternehmer ist der Herr Schuh einfach ein fail. Am Anfang denkt, ja origineller Typ, aber je länger man dem zuhört desto schlimmer wirds.
VestersNico meint
Der „Gründer-Günther“ und U. Herrmann, der Totengräber des ‚Heidelberg-Subscription-Modells‘ – Gratulation! Das kann nur gutgehen. Wie sich Professoren & Doktoren frischmachen in der Krise und mit e-auto-Katarakten: beispiellos.
Mike meint
Das langlebig muss sich erst noch zeigen. Dazu gehoert die Mechanik genauso wie die Technik.
Christian meint
Zählebig trifft es für das Unternehmen wohl besser.
Axel P. meint
Schön, dass e.go einen (mutigen) Investor gefunden hat. Es ist aber zu befürchten dass der ego life technisch und preislich nicht wettbewerbsfähig sein wird….
JürgenSchremps meint
Schicke Karosse, ohne Frage.
Alles andere muss komplett erneuert werden. Mehr kWh, schnelleres Laden, vernünftiges Infotainment.
Da das nicht möglich sein wird, wird sich das Insolvenz Drama in einem Jahr wiederholen.
slefas meint
e.Go hat doch noch vor der Corona-Pause weitere Modelle vor bzw. in Aussicht gestellt, welche dann bessere Leistungsdaten versprechen.
Herr Schuh hat es auch eingestanden, dass viele Kunden sich etwas mehr Performance wünschen und sich die Firma zukünftig danach ausrichten wird, zumindest mir weitere Alternativen der Modellpalette. Ich hoffe wie immer, dass alle Untermehmen es noch gewuppt bekommen, auch ersten Augenschein dubiose wie Sono oder Faraday und wie sie alle heissen. Nichts ist langweiliger, als der ordinäre Einheitsbrei.
Gerry meint
…das hat der Prof. Schuh ja früh gemerkt, dass man sich am Kunden ausrichten sollte.
Jahrelang hat der Knilch am Markt vorbei entwickelt, jetzt hat er ein schwer verkäufliches Produkt…, und das liegt sicher nicht an Corona .
EgoBesteller meint
Mal anders herum gedacht – eben wie der Herr Schuh: Warum braucht ein Stadtauto eine Reichweite von 250 Km? Das bedeutet dann vor allem eintsprechend große Baterien, also Gewicht, also weniger Ressourcenschonung, also weniger gut.
Ja, der Markt in D hat sich entsprechend der beiden Fragen Richtung der Drillinge orientiert, deren Preis quersubventioniert wird und die jetzt Lieferzeiten von über einem Jahr haben, weil VW sie nicht liefern kann oder (Quersubventionen) will.
Ich habe (blöd wie ich bin) tatsächlich einen E.Go life bestellt, weil ich um meinen Wohnort herum nur 50 Km fahre, also mit 100 Km klarkomme. Geladen wird in der eigenen Garage über Nacht – da sind 6-9 Stunden Ladezeit kein Problem.
Und jetzt mein Kaufargument. Ich bin E.Go Life und VW-up.E gefahren. Einmal bekam ich das Grinsen ungefähr 2 Stunden nicht mehr aus dem Gesicht – so viel Spaß hatte ich. Beim anderen war alles vernünftig, sachlich, langweilig und ein umgebauter Verbrenner halt.
Mal ehrlich: Das ist doch eine super Wahlmöglichkeit. Nur: Wer vernünftig, sachlich, langweilig und Verbrenner schätzt, dem empfehle ich Dacia Sandero: Superauto. Besser als jeder VW. Hält und läuft und braucht nicht viel. Und das Beste: Keine Reichweitenangst – garantiert.
Mike meint
Ich wuensche e.Go Mobile alles Gute! Fixt die bekannten Bugs und liefert zuegig aus!
Ecoment meint
Das ist richtig und 100 mal Besser als Sono Motors Investoren sind wichtig nur so kann es klappen.Das Problem bei Sono Motors ist das dar kein Wert dahinter ist . Ego kann als Bürgschaft wahrscheinlich die Maschinen und das Werk nehmen .
Andreas V. meint
Warum diese Kritik an Sono Motors?
Wir sollten uns freuen, wenn es viele Deutsche e-Auto Start-Ups schaffen zu überleben, und einen vielfältigen Markt mitgestalten.
Ecoment meint
Naja die haben nichts und wollen den Staat als Gehilfen haben das finde ich scheisse.Startups super aber ohne Staatshilfe.
Alupo meint
Was soll das substanzlose Sono Bashing in einem Artikel der sich mit der Rettung vom iGo befasst ???
Je mehr eAuto Angebote es gibt desto besser. Und das Werkstatthandbuch welches veröffentlicht wird finde ich alleine schon klasse. Nicht alle haben zwei linke Hände, oder gar einen „linken Kopf“ (nicht politisch gemeint!) .
GE meint
Bin mal gespannt ob sie die Kurve kriegen. Das Preis-Leistungsverhältnis wirkt neben den UpMiGos nicht berauschend aber vielleicht bekommen sie Ihn ja verkauft
Peter W meint
Das hört sich gut an. Der e-Go ist ein schickes Auto. Für meinen Geschmack deutlich gefälliger als ein Fiat500 oder Smart. Würde sich Sono ebenfalls einen zahlungskräftigen Partner suchen, würde es dort eventuell auch mal voran gehen.
Christian meint
Dann schauen Sie mal die inneren, die technischen Werte an und melden sich dann nochmal.
Andreas V. meint
Du meinst daß der e.go Life ggü. z.B. den „Drillingen“ nicht (mehr) konkurrenzfähig ist?
Gerry meint
Vom Design ist der eGo top.
Von den technischen Daten und Preis kann er ggü. VW-Drillingen nicht mithalten.
Reichweite von 130km ist in 2020 Steinzeit (das hatten Citroën zero, Peugeot ion und i-miev schon seit 2010).
Andreas V. meint
Gut daß mal auch die sonstigen Deutschen Start-Ups positiv gesehen werden!
Alupo meint
Die haben doch sogar 3 zahlungskräftige Investoren.