E-Mobilität nimmt bei Nutzfahrzeugen in der Europäischen Union weiter an Bedeutung zu. Noch dominiert bei Transportern, Lkw und Bussen aber klar der Dieselantrieb. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Verbands der Europäischen Automobilhersteller (ACEA) hervor.
Die Verkäufe neuer Transporter stiegen in der EU in der ersten Hälfte 2023 um 11,2 Prozent auf 730.969 Einheiten. Die Lkw-Neuzulassungen verzeichneten einen deutlichen Anstieg um 20 Prozent auf 179.508 Einheiten. Die Neuzulassungen von Bussen legten um 15 Prozent auf 14.781 Einheiten zu.

Bei der Antriebsart blieb der Diesel in der ersten Jahreshälfte mit einem Anteil von 83,5 Prozent die erste Wahl und liegt damit unter dem Anteil von 87,2 Prozent im Jahr 2022.
Transporter
Alternative Antriebe werden immer beliebter, was zu einer leichten Verschiebung des Marktanteils führt. Vor allem der Anteil der elektrisch aufladbaren Transporter stieg auf 6,9 Prozent. Dies entspricht einem Plus von 100,4 Prozent auf 50.708 Einheiten. Das ist in erster Linie auf ein dreistelliges Wachstum auf dem erst- und drittgrößten Markt zurückzuführen: Frankreich (+118,9 %) und Spanien (+138 %).
Dagegen gingen die Zulassungen von Transportern mit Hybridantrieb um 7,2 Prozent auf 16.602 Einheiten zurück, was einem Anteil von 2,3 Prozent entspricht. Andere Kraftstoffarten, wie Flüssiggas (LPG) und Erdgas, nahmen um 26,5 Prozent zu und machen nun 1,3 Prozent des Marktes aus.
Lkw
Bei den Lkw-Neuzulassungen dominierte in der ersten Hälfte des Jahres 2023 der Dieselmotor den Markt mit einem Anteil von 95,6 Prozent. Der Absatz von Diesel-Lkw stieg um 19,2 Prozent, wobei mehrere EU-Staaten zweistellige Zuwächse verzeichneten, darunter Deutschland (+23,7 %). Die Verkäufe von batterieelektrischen Lkw nahmen um 351,5 Prozent zu und erreichten 2384 Einheiten. Trotz dieses Zuwachses beträgt der Marktanteil dieser Kraftstoffart nur 1,3 Prozent, was jedoch eine Verbesserung gegenüber den 0,4 Prozent des Vorjahres darstellt.
Busse
Die Verkäufe neuer elektrisch aufladbarer Busse stiegen in der EU um 33,9 Prozent auf 2132 Einheiten. Das entspricht einem Marktanteil von 14,4 Prozent im ersten Halbjahr 2023, verglichen mit 12,4 Prozent im Jahr 2022. Unter den drei größten Märkten der EU verzeichnete Spanien ein Wachstum von 755,9 Prozent, gefolgt von Frankreich (+89,9 %) und Deutschland (+18,1 %).
Hybrid-Busse konnten ihre Dynamik beibehalten (+160,5 %), wobei sich ihr Marktanteil im Vergleich zum ersten Halbjahr 2022 mehr als verdoppelt hat (von 6,2 auf 14 %). Ein deutliches Wachstum auf den zweit- und drittgrößten Märkten Frankreich (+886 %) und Spanien (+180,3 %) trug zu diesem Ergebnis bei. Zusammen mit Deutschland entfallen auf Frankreich und Spanien 82,4 Prozent aller Zulassungen von Hybrid-Bussen in der EU. Trotz der Verlagerung zu Elektro- und Hybrid-Modellen halten Dieselbusse mit 63 Prozent immer noch den größten Marktanteil.
Fred.K meint
Wir fahren jetzt bei an unseren Stützpunkt der Post von 30 Fahrzeugen bereits 20 E- Vitos von Mercedes super Fahrzeug. Zuerst wollte keiner ich hab mich freiwillig gemeldet, jetzt streiten sie sich wer E- Auto fahren darf.
David meint
Das fängt ja gerade erst an. Alle Logistikunternehmen müssen ihre Flotten CO2-neutral stellen. Das ist eine Anforderung von ESG. Eine Bewertung der Unternehmen, die viel Geld kosten kann, wenn man da nicht gut ist. Ebenso sind öffentliche Arbeitgeber und alle ÖPNV-Betreiber in der EU verpflichtet, eine harte Quote von lokal emissionsfreien Fahrzeugen zu bestellen. Ansonsten wären die schlafmützigen ÖPNV-Betreiber die Letzten, die freiwillig auf den Elektrozug aufgesprungen wären.
Da ist also externer Druck. Das Problem ist nur, es kann kaum geliefert werden. Bei den kleinen Kastenwagen ist man mit 75 kWh in einem Bereich, wo man mindestens die Hälfte des Marktes versorgen könnte. Aber eine Klasse höher ist es ….überschaubar. Der eSprinter und e-Crafter waren bisher totale Gurken mit einer Reichweite wie ein Pedelec. Im innerstädtischen Lieferverkehr in gewisser Weise brauchbar, aber sonst gar nicht. Die Neuauflage mit bis zu 113 kWh kommt jetzt erst. Bei VW Nutzfahrzeuge wirkt es auf der Homepage gar so, dass es über dem ID.Buzz gar nichts elektrisches gibt. Ford und Stellantis sieht es nicht besser aus. Da fehlen überzeugende Angebote in der Sprinter-Klasse, die bekanntlich den Nutzfahrzeugmarkt dominiert.
Kein Wunder, dass amazon die Rivian aus Amerika importiert. Womöglich wird gar der Brightdrop von GM nach Europa exportiert, denn auch der ist mit 165 kWh sehr gut ausgestattet. Hier ist noch sehr, sehr viel zu tun. Das auch mit Blick auf Tesla, die diesen Markt völlig verschlafen haben. Ich dachte, die wollen wachsen?
LIGHTstern Elektro-Camper meint
Der e-Transit ist nun keine solche Gurke, wie du tust. Und mit den derzeitigen Akkus sind auch 200+ Kilometer locker drin. Was für einen sehr großen Marktanteil ausreichend ist.
Es wäre also sinnvoll, wenn dieses Segment umstellen würde. Wir verwenden den e-Transit als Basis für unsere Camper und die Kundschaft kommt hervorragend damit zurecht. Zum einen, weil man im Urlaub keine 800 Kilometer jeden Tag zurücklegen muss und zum anderen, weil der Wagen auch ausreichend schnell lädt.
Ein größerer Akku ist angekündigt. Also nur immer mit der Ruhe: Das wird jetzt vollends schnell gehen! 😉
nie wieder Opel meint
Ich bin gespannt auf die neue Mercedes Van.EA-Platform. Das Interessanteste ist die modulare Bauweise und der avisierte Allrad-Antrieb. Besonders für das 3,5 bis 5,5-Tonnen-Segment ist nichts vergleichbares mit 4×4 am Horizont zu sehen. Als Weltenbummler warte ich sehnsüchtig auf ein BEV-Womo, und bin damit nicht alleine. Ich kann mit der Fläche unseres jetzigen Exmo am Tag problemlos 10kW Sonne tanken. Dabei geht es mir weniger ums Geld, als vielmehr um das gute Gefühl. Dehtleffs hat bereits mit BEV-+Solar-Womo experimentiert, und die Erkenntnisse daraus sind grandios.
Torsten meint
10 kW auf der Fläche eines Wohnmobiles? Nicht übel!
eBiker meint
Er hat das h bei kWh vergessen.
nie wieder Opel meint
10 kWh, richtig. Fläche hat ca 1,8 kWP
Torsten meint
Achso… 😉
RK meint
So ist es. die meisten e-Transporter werden im regionalen Umfeld eingesetzt.
Handwerker und Lieferdienste, die überwiegend eine überschaubare Strecke pro Tag zurücklegen.
Für viele Handwerker ist es sogar wirtschaftlich interessanter nicht den größten Akku zu haben, sondern einen, der den Tagesbedarf ausreichend abdeckt und nach Feierabend wieder gut nachgeladen werden kann.
Und ja, es gibt auch andere Fahrprofile….
nie wieder Opel meint
Unser Mitbewerber fährt schon Opel e-Vivaro. Alle Diesel sind weg.
Die Monteure haben am Anfang rumgeheult, keine Reichweite bla bla. Komisch nur, am Abend sind alle ohne Nachladen wieder auf dem Hof. Problem: Der Chef kommt vor Lachen nicht mehr in den Schlaf, denn er hat Speicher an Solar und schiebt das Nachts in die Autos. Fast wie eine eigene Ölquelle mit Raffinerie.
Schade, dass uns Opel so massiv ver…albert hat, sonst wäre der e-Vivaro eine Überlegung….
eBiker meint
Also bei uns Fährt Amazon Mercedes?