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E-Nutzfahrzeug-Hersteller B-ON strebt Neuausrichtung im Insolvenzverfahren an

20.09.2023 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 2 Kommentare

StreetScooter-Work-Sherpa

Bild: B-ON

B-ON, seit Anfang 2022 Eigner des deutschen E-Transporter-Herstellers StreetScooter, hat kürzlich Insolvenz beim Amtsgericht Aachen angemeldet und die Produktion gestoppt. Das Unternehmen strebt nun die Neuausrichtung an.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter der B-ON GmbH wurde Dirk Wegener, Rechtsanwalt und Partner des Prüfungs- und Beratungsunternehmens dhpg, bestellt. Von der Insolvenz sind seiner Angabe nach 78 Mitarbeiter der B-ON GmbH und circa 170 Mitarbeitende des Dürener Neapco-Werkes betroffen, das den Sherpa (ehemals StreetScooter Work) produziert.

Lieferengpässe bei Bauteilen führten zum Produktionsrückgang und damit in der Folge zu Zahlungsschwierigkeiten. „Ziel ist es weiterhin, B-ON als führenden Anbieter von e-Mobility-Lösungen in Europa zu etablieren“, erklärte Jörg Hofmann, Managing Director von B-ON. Der vorläufige Insolvenzverwalter Dirk Wegener ergänzte: „Die Produktion soll kurzfristig wieder aufgenommen werden. Hierzu haben wir bereits erste Gespräche mit Kunden und Lieferanten geführt, die in den nächsten Tagen intensiv fortgesetzt werden.“

B-ON versteht sich als Vorreiter im Bereich vollelektrischer, leichter Nutzfahrzeuge. Das Unternehmen hat bereits mehrere Fahrzeuge im Markt und bietet ein elektrisches Flottenmanagement an. Außerhalb Deutschlands verfügt die Muttergesellschaft über Niederlassungen in den USA, Großbritannien, Japan, China und Lateinamerika.

StreetScooter wurde im Januar 2022 von der Deutschen Post an B-ON verkauft. Damals hieß das Unternehmen noch Odin Automotive. Die Produktion der im Umfeld der RWTH Aachen ersonnenen Elektro-Transporter erfolgte zunächst weiter im deutschen StreetScooter-Werk in Düren mit einer Kapazität von 30.000 Fahrzeugen im Jahr.

„Die Entwicklung des Unternehmens vom Erstausrüster zum umfassenden Anbieter von E-Fahrzeuglösungen wurde unternommen, um Flottenbesitzern den Umstieg auf E-Fahrzeuge so einfach und problemlos wie möglich zu machen – durch die Bereitstellung von E-Fahrzeugen, Lade- und Energiemanagement, Finanzierung, Service und Wartung, Fahrerschulung und fortschrittlicher Telematik über eine einzige Anlaufstelle für den Kunden“, so B-ON auf seiner Webseite. Neben den aktuellen Modellen sollen zusätzliche Batterie-Fahrzeuge angeboten werden, etwa ein ThreeWheeler.

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Via: dhpg
Tags: Start-upUnternehmen: StreetScooter
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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Matthias meint

    20.09.2023 um 21:03

    “ im Januar 2022 von der Deutschen Post an B-ON verkauft. Damals hieß das Unternehmen noch Odin Automotive.“
    Ein Unternehmen das sich auf so einen nichtssagenden Nichtnamen wie „B-ON“ umbenennt wollte unter dem alten Namen nicht weiter leben, und geht konsequenterweise mit dem neuen Namen unter.

    • ShullBit meint

      21.09.2023 um 11:29

      Odin ist der Name des Hauptgottes in der germanischen Mythologie und wird in Deutschland zum Teil in rechten und rechtsextremen Kreisen „verehrt“. Nazis lassen sich teilweise Odin-Tatoos stechen usw. Insofern hatte der Namen zumindest in Deutschland einen etwas problematischen Beiklang und eine Umbenennung war angebracht.

      Fraglich finde ich die Begründung „Lieferkettenprobleme“. Der Streetscooter wird seit 7 Jahren gebaut. Allgemein sind die globalen Lieferkettenprobleme (durch Corona-bedingte Hafenschließungen in China, blockierten Sueszkanal, Beginn Ukraine-Krieg, usw.) stark rückläufig. Und dann hat man jetzt fatale Lieferkettenprobleme? Das ist nicht völlig auszuschließen, aber erst mal nicht sehr plausibel. Angebliche Lieferkettenprobleme sind heute auch gern die vorgeschobene Ausrede für andere Probleme. Tenor: Eigentlich ist ja alles supi bei uns, aber leider haben uns Lieferanten hängen lassen. Wir sind so gar nicht schuld am Schlamassel.

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