Die BMW Group hat ihren Plan für die Produktion von Elektroautos der Marke Mini im englischen Werk Oxford auf Eis gelegt. Ab dem kommenden Jahr hätten eigentlich zwei vollelektrische Modelle aus Oxford kommen sollen – das wird nun aber auf unbestimmte Zeit verschoben.
Die BMW Group wollte ab 2026 in Oxford zwei neue elektrische Mini-Modelle und ab 2030 ausschließlich Stromer produzieren. Das sollte in Form des batteriebetriebenen Mini Cooper als Dreitürer und des kompakten E-Crossovers Mini Aceman der Fall sein. Die Verbrenner-Versionen der neuen Cooper-Generation entsteht bereits seit dem vergangenen Jahr in Großbritannien.
Die angekündigte Produktion der E-Autos wurde jetzt abgeblasen: „Angesichts der zahlreichen Unsicherheiten, mit denen die Automobilindustrie konfrontiert ist, überprüft die BMW Group derzeit den Zeitpunkt für die Wiedereinführung der Batterie-elektrischen Mini-Produktion in Oxford“, erklärte der Konzern. Die vorbereitenden Arbeiten im Werk für die Elektro-Produktion werden unterbrochen, andere Modernisierungs-Maßnahmen laufen hingegen weiter.
Damit verzichtet BMW laut Berichten auch auf einen Zuschuss von 60 Millionen Pfund von der Regierung, bleibe aber weiterhin im „engen Dialog“. Das erfolgt vor dem Hintergrund der zuletzt schwächenden Nachfrage nach Batterie-Autos. Ab diesem Jahr gelten zwar in der EU deutlich strengere CO2-Gesetze, die Autobranche hofft aber auf eine Entschärfung der Vorgaben.
Der elektrische Mini Cooper wird nach der jüngsten BMW-Entscheidung vorerst weiter nur in China gefertigt und von dort exportiert. Die aktuelle Cooper-Generation wurde als Elektro- und Verbrennermodell in Kooperation mit dem chinesischen Autohersteller Great Wall entwickelt und zunächst auch nur bei dem Partner in der Volksrepublik gebaut. Die Europa-Produktion beschränkt sich vorerst auf die Verbrenner-Versionen. Der Aceman ist die erste rein elektrische Mini-Baureihe und entsteht ebenfalls in Partnerschaft mit Great Wall.
Mike meint
Wenn ich Interesse an einem Mini hätte, wäre ich nicht bereit für ein chinesisches Modell soviel zu zahlen. Bei einem in (Hochlohn-) Europa gebauten sähe das anders aus.
David meint
BMW ist ja nicht wirklich in CO2 Schwierigkeiten. Sie haben genug Verkäufe bei den größeren Modellen. Damit gibt es wenig Grund, die kleineren Modelle zu subventionieren. In Folge sind sie preislich aber auch nicht mehr attraktiv im Vergleich zu Konkurrenz. Vielleicht sollten Sie die Flaute nutzen, um die Minis schon einmal mit der noch effizienteren Antriebstechnik der neuen Klasse zu verheiraten? Denn die Sogwirkung, der aus CO2 Gründen verstärkt auf den Markt kommenden Elektroautos wird sich in den nächsten Jahren entfalten. Da BMW beim Preis nicht punkten wird, sollten sie vielleicht bei den Eigenschaften punkten.
Future meint
BMW sollte das gleich sein lassen mit den Minis und den Vision Circular auf der Neuen Klasse bringen. Der bringt dann die richtigen Eigenschaften mit für einen angemessenen Preis.
LOL meint
ganz ehrlich diese Vision auf der IAA war einfach nur wieder ein Zeichen von „wir wollen keine Elektromobilität“ … das man daneben nicht den XM hingestellt hat war schon alles
Future meint
Ich würde den Vision Circular sofort nehmen. Alles andere sagt mir allerdings nicht so zu bei BMW. Da fahre ich den i3 halt noch ein paar Jahre länger.
Andreas meint
Die Vision Circular war 2021. Das war so vor 4 Jahren.
Future meint
Ja genau. Und BMW hat damals in 2021gesagt, dass er so in 2040 kommen soll. Das ist ja nicht mehr lange hin. Das ist wohl so mit den Visionen.
BEV meint
was soll das heißen? die Zölle waren ja wohl der Hauptgrund für die Entscheidung, fallen die Zölle wieder oder glaubt man gar nicht mehr daran, dass man mit elektrischen Mini Geld verdienen kann?
ein kompletter Verkauf von Mini wäre natürlich auch eine denkbare Option, so wirklich gut lief das Geschäft ja nicht mehr
Kleinelektroautofan meint
Eventuell wäre „Great Wall“ ein möglicher Käufer!?
Andreas meint
Das Geschäft bei Mini läuft doch wieder, natürlich gab es eine Delle, wenn alle Produkte im Portfolio umgestellt werden. Zudem noch das Agenturmodell