Eine Studie unter Federführung des in Frankreich ansässigen Verbands führender europäischer Ladeinfrastrukturbetreiber Charge France mit Unterstützung der Berater der Boston Consulting Group (BCG) vergleicht Elektroautos mit Plug-in-Hybriden (PHEV), Range-Extender-Elektrofahrzeugen (REEV) und Verbrennern. Das Ergebnis: Elektroautos bestehen den Dreifach-Test aus Kosten, Verbraucherakzeptanz und Klimabilanz. Sogenannte Übergangstechnologien sind hingegen teurer, weniger effizient und bremsen die technologische Transformation.
Demnach sind bei 75 Prozent der Modellklassen vollelektrische Autos heute schon günstiger im Besitz und Betrieb als Verbrenner oder Hybride. Haushalte sparen bis zu 1.600 Euro pro Jahr. Selbst bei Benzinpreisen von nur 1 Euro pro Liter, die es zuletzt in Deutschland in den 2000er-Jahren gab, behalten reine Stromer den Kostenvorteil. Auch die Verbraucher sind längst bereit: Laut der Studie würden fast 60 Prozent der Europäer beim nächsten Autokauf ein E-Fahrzeug wählen.
Deutschland verfügt heute laut der Studie über ein Ladeinfrastrukturnetz, das dem Fahrzeughochlauf voraus ist. Die durchschnittliche Auslastung liegt bei nur 2 bis 8 Prozent, was große Kapazitätsreserven beweist. Mit mehr als 188.000 öffentlichen Ladepunkten, darunter 33.000 besonders schnelle Lader, sind die Zeiten der Reichweitenangst für die meisten Anwendungsfälle vorbei.
„Elektromobilität ist ein Gewinn für Verbraucher und für Europa“
„Elektromobilität ist ein Gewinn für Verbraucher und für Europa“, so die Studienautoren. „Bis 2035 könnten die europäischen Ölimporte um 15 Prozent reduziert werden. Zugleich entstehen neue hochwertige Jobs entlang der Wertschöpfungskette – von Batterien über Elektronik und Software bis hin zur Ladeinfrastruktur. Elektroautos stoßen im Lebenszyklus durchschnittlich dreimal weniger CO2 aus als Verbrenner. In Deutschland gleicht sich der Mehraufwand der Produktion schon nach rund 18.000 Kilometern aus.“
Damit Verbraucher von niedrigeren Kosten, mehr Energieresilienz und besserer Luftqualität profitieren können, sei es nun an der Politik, den eingeschlagenen Kurs klar zu bestätigen. Das könne durch die Einhaltung des Ziels rein elektrischer Neuzulassungen ab 2035 in der EU, die gezielte Unterstützung einkommensschwacher Haushalte – etwa durch Leasingmodelle und Kaufprämien – sowie die Streichung von Subventionen für Hybride oder Dieselkraftstoff gelingen.
Wolfgang Ademmer vom Hersteller von Ladelösungen Alpitronic: „Die Studienergebnisse bestätigen, was wir als Technologie-Unternehmen seit Jahren sehen: Der Mythos über zu wenig Ladeinfrastruktur und zu kleine Reichweiten bei E-Autos darf nicht mehr die Debatte bestimmen. Unsere Aufgabe ist es jetzt, die technologischen Lösungen zu skalieren, um diesen Kostenvorteil für alle Verbraucher nutzbar zu machen und die Zukunftsfähigkeit des Industriestandorts Europa zu sichern.“
„Die Studienergebnisse zeigen klar, dass nachhaltige Mobilität und Wirtschaftlichkeit nicht mehr im Widerspruch stehen“, so Jeroen van Tilburg, CEO beim Schnelllade-Anbieter Ionity. „Wir freuen uns, dass sich immer mehr Fahrerinnen und Fahrer für ein E-Fahrzeug entscheiden. Damit Elektromobilität noch attraktiver wird, arbeitet Ionity mit höchster Priorität daran, Schnellladen für alle möglich zu machen. Doch dafür braucht es stabile Rahmenbedingungen: Eine klare, einheitliche Politik senkt Kosten, beschleunigt Innovationen und stellt sicher, dass Europa seine Führungsrolle in der Elektromobilität behält und seine Klimaziele erreicht.“

Fightrunner meint
Das stimmt so nicht in der autobild traten Renault 5 eletro gegen Renault clio an. Und da stand das es nach 10 Jahren Nutzung laut Berechnung unentschieden.
https://www.autobild.de/artikel/renault-5-e-tech-renault-clio-full-hybrid-kaufberatung-28231487.html
Elvenpath meint
Man muss natürlich bedenken, dass irgendwann auch die E-Fahrer Steuern für die Straßen zahlen müssen. Ein Verbrennerfahrer zahlt ca. 5 Euro Mineralölsteuer pro 100 km. Wenn der Anteil der E-Autos signifikant wird, muss sich der Staat dieses Geld auch von den E-Fahrern holen.
5 Euro pro 100 km rechnen sich auf 25 Cent pro kWh um, wenn man von einem Durchschnittsverbrauch über alle E-Autos von 20 kWh/100 km ausgeht.
Libertador meint
Die Energiesteuer auf Kraftstoffe ist nicht direkt für Straßenbau. Es gibt schließlich auch auf Heizöl eine entsprechende Steuer oder auf Strom daneben auch alle möglichen für öffentliche Interessen. Die Abgaben auf Strom sind pro 100km niedriger aber dafür werden auch weniger Mittel für Importe aufgewendet.
Baumschmuser meint
Und daran werden sich auch diejenigen beteiligen müssen, die an ihrer PV laden. Aber das werden hums und co ja sicher in der Rentabilitätsrechnung berücksichtigt haben.
Sebastian meint
ich empfehle Inselsysteme PV und Akku. Die Preise für die Technik sind so lächerlich günstig, die „Einspeisevergütungen“ entbehren jeder Diskussion. Je weniger man mit dem „Staat“ zu tun, desto besser.
Frank von Thun meint
Elvenpath meint: „..E-Fahrer Steuern für die Straßen zahlen müssen…“
Keine Sorge, meine Steuer-Befreiung endet in fünf Jahren. Danach bezahle ich KFZ-Steuern. Wenn das Geld nicht veruntreut wird, werden davon Straßen gebaut.
Sebastian meint
Ich zahl schon 3 Jahre für mein BEV kfz Steuer. Ich glaube von diesen 60 Euro kann der Staat ca. einen Millimeter Straße bauen… Länge und ca. 5 Millimeter Breite.
Elektromotoriker meint
Natürlich ist für die Ladestrukturbetreiber das Elektroauto die bessere Wahl.
Bloß schreiben sollte man das ehrlicherweise dann auch genau so!
Jörg2 meint
Wenn man ihnen eine falsche oder falsch interpretierte Datenbasis nachweisen kann…
Sie scheinen sich wohl aber recht sicher zu sein und veröffentlichen das offenbar mit Offenlegung ihrer Auftraggeberfunktion.
Aber klar: In der Regel sind „Studien“ interessengeleitet. Ich halte das aber für unschädlich, wenn sie fachlich fundiert sind, den Regularien wissenschaftlichen Arbeitens entsprechen.
Dagobert meint
Dort wo der Einsatz des Elektroautos so richtig sinnvoll ist, also im „Nahbereich“ bis 100 km mit eigener Lademöglichkeit, haben Ladestrukturbetreiber mit Fahrern von Elektroautos wenig (bis nichts) zu tun. In unserem Smart #1 ist noch nicht mal eine Ladekarte und der hat seitdem wir ihn vor einem halben Jahr übernommen haben noch keine öffentliche Ladesäule gesehen. Bei einem solchen Szenario ist es tatsächlich die günstigere Wahl und man gewinnt sogar Lebenszeit dadurch zu laden statt zu tanken – das Auto steht schließlich immer voll in der Garage.
Besser-BEV-Wisser meint
Bis 100 km? ist ihr Smart #1 kaputt?
Normalerweise sollte ein „Nahbereich“ von 300 KM Reichweite und mehr locker drin sein.
Dagobert meint
Wenn ich die 100 km nach Stuttgart fahre und auf der A81, dort wo sie offen ist, die (mageren) 180 km/h ausfahre, komme ich schon fast nicht mehr mit der gleichen Akkuladung zurück – der Verbrauch klettert dann schnell Richtung 30 kWh/100 km. Also nehme ich für alles darüber den Superb Diesel – der fährt die gleiche Strecke bei gleicher Fahrweise fast 5 Mal hin und zurück.
Ich mag den SMART #1, aber er hat seinen Platz bei uns auf den er gehört – ich mache mit Abfahrt-Ski auch keinen Langlauf…
Sebastian meint
Dagobert meint
……
30 kWh bei 180?
Soviel verbraucht nicht mal mein Model S Bj. 2016, konstruiert ca. 2012, bei über 200 km/h. übrigens aus der selben Strecke wie bei Ihnen…
vl. einfach mal ein gescheites BEV kaufen…
F. K. Fast meint
@Elektromotoriker: wieviele Aussagen der Mineralöllobby wirst du finden, die dir ehrlich versichern, dass sie sich um ihren Flüssigkeitsabsatz sorgen? Nein, sie werden dir das BEV schlechtreden.