Dacia hat vor Kurzem mit dem Hipster Concept einen vollelektrischen Kleinstwagen vorgestellt. Fahrzeuge dieses Formats sind derzeit vor allem in Japan beliebt, wo sie Kei-Cars genannt werden. Die EU prüft die Einführung einer neuen Fahrzeugklasse, um E-Mobilität erschwinglicher zu machen – darauf zielt die Renault-Tochter, die den Fokus auf ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis legt.
Der zweitürige, gerade einmal drei Meter lange Hipster weise den Weg zu Dacias Ziel, Marktführer im Bereich erschwinglicher Mobilität zu werden. Das sagte laut Automotive News Katrin Adt, die neue Chefin von Dacia in der Renault-Gruppe, bei einer Medienveranstaltung in Frankreich zur Vorstellung des Konzepts. Der Hipster „ist unsere Antwort auf die Mobilitätskrise in Europa“, so Adt. Autos seien in den letzten 15 Jahren teurer, schwerer und durch Vorschriften belasteter geworden.
Vier Erwachsene finden laut den Entwicklern im Hipster Concept bequem Platz. Die Sitzposition für Fahrer und Beifahrer ist identisch mit der des Verbrenner-Kleinwagens Sandero – „damit sind Komfort und eine gute Sicht auf die Straße sichergestellt“, heißt es. Der Zugang zu den Rücksitzen werde durch die breite Türöffnung und den nach vorne umklappbaren Beifahrersitz erleichtert. Dank der umklappbaren Rücksitzbank könne das Kofferraumvolumen von 70 Litern bei vier Passagieren auf 500 Liter bei zwei Passagieren erweitert werden. Konkretes zur Antriebstechnik ist nicht bekannt.
Neue EU-Vorgaben für kleine E-Autos möglich
Die Europäische Kommission erwägt Berichten zufolge die Schaffung separater Vorschriften für kleine Elektrofahrzeuge. Eine Idee, die insbesondere von der Renault-Gruppe und Stellantis unterstützt wird. Eine Arbeitsgruppe der Kommission prüft derzeit laut Automotive News Vorschläge. Details könnten bereits im Dezember im Rahmen des strategischen Dialogs der Kommission über die Zukunft der europäischen Automobilindustrie veröffentlicht werden.
Eines der Ziele solcher Vorschriften soll es sein, Automobilherstellern den Verkauf eines in Europa gebauten Klein-Elektrofahrzeugs für 15.000 Euro zu ermöglichen – und dabei Gewinn zu erzielen. Derzeit ist das günstigste in Europa gebaute E-Auto der Citroën e-C3, dessen Preis hierzulande bei 19.990 Euro beginnt.
Dacia-Designchef David Durand sagte, der Hipster sei lediglich ein Konzept, könne aber möglicherweise an die Vorschriften für Kleinwagen angepasst werden. Er sei so konzipiert, dass er leicht und kostengünstig in der Herstellung ist, mit Karosserieteilen aus Kunststoff, Sitzen, die statt Polsterung gespannten Stoff verwenden, und einer minimalistischen Innenausstattung. Das Fahrzeug basiere auf einem Rohrrahmen und nicht auf einer Plattform der Renault-Gruppe.
Renault-CEO Adt sagte, es sei eine logische Frage, ob der Hipster als Serienfahrzeug auf den Markt kommen könnte. „Wir entwickeln eine kühne Vision“, so die Managerin. „Wir verfügen über alle Mittel innerhalb der Renault-Gruppe, um dies zu verwirklichen. Wir werden den Markt aufmerksam beobachten.“

Guntram der Weise meint
So ein kleines E-Auto könnte ich mir gut vorstellen. Damit kann ich 80% meiner Fahrten erledigen. Für die restlichen 20% habe ich den großen Benziner.
Was mich natürlich interessiert, ist wie es mit der Crashsicherheit aussieht! Ich habe keine Lust von einem 3,5 to Elektro-SUV-Panzer zu zerquetscht werden, bloß weil die Fahrerin gerade ihr Instagramprofil während der Fahrt aktualisiert!
South meint
Mja, bin gerade eine Dacia Bigster mitgefahren. Bin echt nen Schnaps beeindruckt, dass man da ehrlich sagen muss, innen drin sind die von VW nicht mehr so weit weg und der ID ist da schlechter…. gut, ist jetzt kein E Auto, klar, nur ein Mild Hybrid…aber da wenn VW nicht bald in die Pötte kommt… dann überholt bald der letzte Heuler den Konzern. Das dauert vielleicht noch eine Generation, dann finden das auch die Stammkunden raus…
Elvenpath meint
Ich könnte mir vorstellen, mein Leben so umzugestalten, dass ich mit so einem kleinen Elektroauto auskomme, wenn es ca. 20 kWh und es mindestens einen Typ 2 Ladeanschluss hat, besser CCS.
Yoshi meint
Ich möchte mein Leben nicht nach meinem Auto ausrichten. Wohne ich zentral und nah zur Arbeit? Super, ein E-Auto und einen Benziner fürs Wochenende.
Wohne ich weiter weg? Super, ein Diesel und einen Benziner fürs Wochenende.
Elvenpath meint
Kommt auf den Lebensstil an. Nicht jeder gurkt jedes Wochenende mit seinem Blechhaufen durch die Gegend, sondern macht zum Beispiel Sport oder relaxt einfach nur zu Hause.
Ganz ehrlich: Wenn ich am Wochenende beim Radtraining bin und dann ab Mittags die Massen an Fahrzeugen sehe, denke ich mir nur: Ihr solltet eure Fettärsche mal lieber selber bewegen und was für eure Gesundheit tun, statt bewegungslos hinter dem Steuer zu hocken.
Ich persönlich wäre sogar für ein Sonntagsfahrverbot. Fand ich geil damals in den 70ern.
Mike meint
Das erinnert mich an die Leute, die mit Wagen zum Fitnessstudio fahren, statt einfach das Fahrrad zu nehmen.
Werner meint
Wie weit von der Arbeit wohnst du weg, um nicht mit einem E- Auto auszukommen?
Jeden Tag 5 Stunden pendeln ist nicht gesund
South meint
.. einem E Auto besser…
South meint
Alter was ein Schwachsinn. Kein Mensch muss sein Leben nach nem E Auto ausrichten. So geringe Reichweiten waren halt bei den ersten Modellen der Fall. Und ein E Auto als Erstauto ist heute überhaupt kein Problem mehr, habe ich übrigens schon seit fünf Jahren. Und langsam aber sicher kommen sogar immer mehr Modelle auf den Markt, die eine WLTP von über 700km haben, auch das Laden wurde und wird immer schneller…. und wer zu HH Stromtarif laden kann und so 10Tkm im Jahr fährt, unterhalb des Schnittes in der BRD, der ist mit meinem E Auto besser bedient…
Yoshi meint
Mach die Augen auf Ökofuzzi.
Elvenpath, der behauptet auf der Erde wird es 400 Grad Warm, möchte sein Leben nach einem bestimmten Auto ausrichten.
Immer einen auf dicke Hose machen, dabei schaltet dein Gehirn aus wenn du meinen Namen liest und du kannst nur noch draufhauen😂 du arme, arme Gestalt.
Mike meint
Wie wohnen 30km von der Arbeit weg und haben weder Diesel noch Benziner vermisst. Wird alles mit den BEV erledigt. So eine auf- und abjaulende Schüttelplatte will ich nicht mehr fahren, solange ich mir noch was besseres leisten kann. Ein Fahrzeug, was im Sommer zum Kühlen eine Heizung (Motor) laufen lassen muss, ist schon sehr anachronistisch.
South meint
Mann, Mobilitätskrise, wir ersticken geradezu in Verkehr… und mit Verlaub, das Auto ist potthässlich (gut ist ja ein Dacia) und wie so ein Kasten effizient sein soll. Trotzdem. Ja, es ist im Markt Platz für günstige E Autos mit geringen Reichweiten. Der klassische Zweitwagen eben…
Elvenpath meint
Nee, der sieht toll aus! Adorable.
Für niedrige Geschwindigkeiten macht die Kastenform nichts aus.
brainDotExe meint
Ich habe eben mal vor die Haustür geguckt, „wir“ ersticken definitiv nicht in Verkehr.
Du hast dir wahrscheinlich die falsche Wohngegend (Stadt?) ausgesucht.
Aber ja, es wird mal Zeit für Stadtflucht, dann hat sich das Thema Verkehr dort auch entschärft.
Tt07 meint
Seltsame Wahrnehmung aber wenn dir die Autos fehlen, können wir ja wieder auf 24/7/365 zurückkommen.
Und selbstverständlich ist der Autoverkehr deutlich über dem erträglichen Maß.
brainDotExe meint
„selbstverständlich ist der Autoverkehr deutlich über dem erträglichen Maß.“
Kommt drauf an wo man wohnt. Hier auf dem Dorf ist wer weit unter dem erträglichen Maß.
Kann gerne mehr werden, wenn dann auch wieder mehr Leute hier hinziehen. Die Landflucht muss langsam mal umgekehrt werden!
South meint
Na dann sind wir ja schon mal froh, dass vor die Tür und nicht in den Keller gekuckt hast… Stau kann man und wird objektiv gemessen… ;-)
brainDotExe meint
Auch den Stau kannst du hier objektiv nicht messen, weil es keinen gibt ;)
Wie gesagt, es kommt immer darauf an wo man wohnt.
South meint
Weisst du, kann sein, dass du weit weg vom Schuss wohnst, aber dass du nur nen Einsiedler Bauernhof umkreist, glaubt dir nicht mal deine Oma…. ;-)
volsor meint
Hoffen wir mal das der Hipster Concept genau das bleibt. Ein Concept.
Elvenpath meint
Warum? Ist doch ein tolles Stadtauto. Ich hoffe eher, dass die großen Monster aus den Innenstädten verschwinden. Wenn statt dessen solche kleinen Fahrzeuge in den Städten herumfahren, steigert das die Lebensqualität in den Städten.
volsor meint
@Elvenpath , Stadtauto ja ,aber muss ein Minecraft Design sein?
derJim meint
Ja, der ist MEGA!
Couch Kartoffel meint
Welche Mobilitätskrise? Jedes Jahr kommen noch mehr PKW dazu. 43 Millionen inzwischen. WOHL eher die Preiskruse bei privaten Neuwagen, die keiner mehr kauft.
Bestes Beispiel ist BYD Dolphin der in China 6700 Euro kostet und hier ab 20k Euro starten soll…..
Oder neuer Kompaktwagen wie Peugeot 308 für ab 42500 Euro Basispreis..
Jeff Healey meint
Nur noch krank…
Kann sich kein normaler Arbeitnehmer mehr leisten.
brainDotExe meint
„unsere Antwort auf die Mobilitätskrise in Europa“
Marketing at its best…
Welche „Mobilitätskrise“ soll das sein?
Solche Fahrzeuge werden zumindest hierzulande eine absolute Nische sein. Da gibt es in höheren Klassen deutlich mehr Auto für etwas mehr Geld.