Der Koalitionsausschuss hat vor wenigen Tagen beschlossen, ein neues Programm zur Förderung von Elektroautos zu entwickeln. Damit soll gezielt Haushalten mit kleinen und mittleren Einkommen der Umstieg auf klimaneutrale Mobilität ermöglicht werden. Die von Medien zuletzt berichteten konkreten Zahlen dazu stimmen wohl nicht.
Bundesumweltminister Carsten Schneider hat dafür gesorgt, dass für die neue E-Auto-Förderung zusätzlich zu Mitteln aus dem Europäischen Klimasozialfonds weitere drei Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds für die Jahre bis 2029 verfügbar sind. Die Ausgestaltung des neuen Förderprogramms wird derzeit noch erarbeitet. Weil gerade Gerüchte dazu im Umlauf sind, hat das Bundesumweltministerium dazu eine Stellungnahme veröffentlicht:
„Wir können die kursierenden Zahlen zu möglichen Förderhöhen und zur konkreten Ausgestaltung des neuen Förderprogramms nicht bestätigen. Klar ist seit vergangener Woche die finanzielle Ausstattung bis 2029. Und klar ist auch das Ziel, insbesondere Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen zu erreichen. Auf dieser neuen Grundlage klären wir jetzt die konkrete Ausgestaltung des Programms.“
Mit dem neuen Förderprogramm für Autos mit Elektroantrieb setze man „einen milliardenschweren Anreiz für unsere Autobauer, mehr kleine und erschwingliche Elektroautos auf den Markt zu bringen“, sagt Bundesumweltminister Schneider. „Das ist zudem ein wichtiges Signal für den sozialen Klimaschutz. Die Fördermittel für den Umstieg gehen gezielt dorthin, wo sie am meisten gebraucht werden. Damit haben wir jetzt eine gute finanzielle Grundlage, um in der Bundesregierung ein alltagstaugliches Förderprogramm zu entwickeln.“
Den nun dementierten Berichten zufolge sollte die neue Kaufprämie am 1. Januar 2026 in Kraft treten. Der staatliche Zuschuss sollte bis zu 4.000 Euro betragen, wenn das gewünschte Modell einen Netto-Listenpreis von unter 45.000 Euro aufweist. Das Fahrzeug sollte zudem einen reinen Elektroantrieb haben und nachweislich weniger als 50 CO₂ pro Kilometer ausstoßen. Auch der Kauf gebrauchter Stromer sollte gefördert werden.
Automobildialog im Kanzleramt am 9. Oktober 2025
Zum Ergebnis des Automobildialogs im Kanzleramt am 9. Oktober 2025 erklärte der Bundesumweltminister: „Wir haben heute deutlich gemacht, dass wir als Politik bereit sind, die Automobilindustrie zu unterstützen. Aber wir erwarten im Gegenzug auch, dass sie sich zum Standort Deutschland bekennt und Arbeitsplätze hier erhält und schafft. Alle in der Industrie wissen: Die Zukunft ist elektrisch. Die Investitionen gehen längst in die Elektromobilität. Das haben Unternehmen und Betriebsräte auch deutlich gemacht.“
Schneider weiter: „Wir haben heute nicht den Rückwärtsgang in die alte Verbrennerwelt eingelegt. Sondern wir haben einen flexibleren, sozialeren Übergang in die neue Welt beschrieben.“ Die Botschaft der Politik an die Unternehmen sei klar: „Wir stehen zu den Klimazielen im Verkehr. Die Zukunft der Mobilität ist klimaneutral. Zugleich sind wir bereit, auf dem Weg dahin mehr Flexibilität und mehr technologische Optionen zuzulassen. Diese Flexibilitäten müssen und können ausgeglichen werden durch mehr Klimaschutz in anderen Teilbereichen des Verkehrs – zum Beispiel, indem Autos mit grünem Stahl gebaut werden. Das ist eine neue Idee, die die EU-Kommission gründlich und wohlwollend prüfen sollte. Denn so könnte man eine neue Nachfrage nach grünem Stahl schaffen und damit einen wichtigen Fortschritt für eine klimaneutrale Industrie organisieren. “
Der jüngste Automobilgipfel sei kein Endpunkt. „Für mich ist es ein Ausgangpunkts für einen langfristigen Dialog. Denn Politik, Unternehmen und Arbeitnehmer müssen hier zusammenarbeiten, um den Weg in die klimaneutrale Zukunft erfolgreich zu schaffen“, so Schneider abschließend.

brainDotExe meint
Wenn so Sachen wie „Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen“ in den Raum geworfen werden, dann sollte man das schleunigst auch mal mit Zahlen untermauern, sonst schnürt man falsche Hoffnungen und erntet Frust.
Wenn man mal so die üblichen Statistiken durchschaut, wären das max. 50.000€ Brutto p.a.
Hier sollte schleunigst Klarheit geschaffen werden.
Zusätzlich sollte das Thema mit den Gebrauchtwagen geklärt werden, denn die meisten Menschen mit diesen Einkommen kaufen keine Neuwagen.
Wichtig zu klären wäre ob diese 45.000€ Netto-Listenpreis Grenze auch für Gebrauchtwagen gilt. Ich hoffe nicht, sonst fallen einige interessante Wagen weg.
M. meint
„Wichtig zu klären wäre ob diese 45.000€ Netto-Listenpreis Grenze auch für Gebrauchtwagen gilt. Ich hoffe nicht, sonst fallen einige interessante Wagen weg.“
Was soll da wegfallen? Meinst du, Gebrauchtwagen würden bei einem höheren Preis gefördert als Neuwagen? Dann wird doch aus jedem Neuwagen von heute auf morgen eine Tageszulassung.
Die Grenze muss natürlich tiefer sein. Ich würde mal sagen: unter 80% des Listenpreises. Mindestens.
Was mich im Moment noch interessiert: Wenn von einem Netto-Preis die Rede ist, sind wohl nur gewerbliche Verkäufer angesprochen. Dann sind Autos vom Händler günstiger als von privat. Für private Verkäufer heißt das wohl, dass sie entweder empfindliche Einbußen hinnehmen oder an einen Händler verkaufen müssen.
Ich hoffe, das hat man im Auge.
brainDotExe meint
„Meinst du, Gebrauchtwagen würden bei einem höheren Preis gefördert als Neuwagen?“
Ich meine damit, dass bei einem Gebrauchtwagen nicht der (Netto-)Listenpreis zum damaligen Neukauf für die heutige Förderung gelten kann.
Beispiel: Der Mercedes EQC der ersten Generation hat damals über 45.000€ Listenpreis gekostet, ist als Gebrauchtwagen aber ab 27.000€ zu haben.
Der sollte unter die Gebrauchtwagenförderung fallen.
„Wenn von einem Netto-Preis die Rede ist, sind wohl nur gewerbliche Verkäufer angesprochen.“
Nein, das war auch bei der vorherigen Förderung so, dass auch bei Privatkunden der Netto-(Basis-)Listenpreis relevant war.
paule meint
„Das Fahrzeug sollte zudem einen reinen Elektroantrieb haben und nachweislich weniger als 50 CO₂ pro Kilometer ausstoßen.“
Ich weiß nicht was es daran nicht zu verstehen gibt.
Reiner Elektroantrieb bedeutet, das Fahrzeug kann rein elektrisch fahren. Man will sich halt nicht von den Mild Hybriden und ähnlichen Konglomeraten auf dem Niveau Milchmischgetränk über den Tisch ziehen lassen.
Stefan meint
Mildhybride kommen sowieso nicht unter 50 Gramm, Hybride auch eher selten.
Da braucht es schon einen größeren Akku eines Plugin-Hybriden.
paule meint
Das ist das Ziel.
Martin meint
„Das Fahrzeug sollte zudem einen reinen Elektroantrieb haben und nachweislich weniger als 50 CO₂ pro Kilometer ausstoßen.“
….
das wird aber schwierig bei dem dt. Strommix. Also sollten wir BEVs doch nur für den Sommerbetrieb laufen lassen? Dann würde sich das Saisonkennzeichen 05 – 09 gut machen..
Jörg2 meint
Der Ausstoß des Fahrzeugs (wenn denn überhaupt ein Auspuff dran ist) hat mit dem Strommix nichts zu tun.
Der Strommix kommt nur dann in Betrachtung, wenn die gesamte Kette der Stromerzeugung betrachtet wird.
Die im Gesetzesvorschlag verwendete Formulierung kümmert sich nur um das Fahrzeug und dessen Ausstoß an CO2.
So, wie bei Verbrennergrenzwerten auch nur das reine Fahrzeug gegriffen wird und nicht die gesamte Spritproduktionskette.
Jörg2 meint
Kleine Ergänzung:
Du kannst natürlich für die Betrachtung der gesamten Vorkette der Strom-/Spriterzeugung kämpfen. Ich vermute, die gesamte Verbrennerflotte müsste zeitnah stillgelegt werden. DAS wäre natürlich, klimatechnisch, fein. Bei „Wählerstimmen“ wird‘s aber wohl eng.
Oder möchtest Du solch Gesamtbetrachtung nur selektiv für BEV? Wenn ja, warum?
Martin meint
Die können ja das verlosen, wie bei der Bundeswehr *gg
Wobei ich für den Bund eine andere Möglichkeit sehe, die sollen die Leute von CSD aus Berlin an die Front schicken. Da lacht sich jeder Fei. nd kaputt.
South meint
Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion.
paule meint
Wehrpflicht für alle in Deutschland anwesenden Männer einführen. Ausnahmslos alle.
Gerry meint
Wehrpflicht für Paule reicht 👍😉
paule meint
Wie kommst du darauf, dass es die nicht gibt? Ich hatte schon das Vergnügen, mit der Waffe dienen zu können. Mir hat es Spaß gemacht.
Vermutlich bist Du nur Gast in Deutschland und fühlt sich deswegen jetzt unangenehm angesprochen, dass du auch an die Front sollst.
Gerry meint
Paule du bist auch nur Gast hier 😉👍.
Und wenn es dir Vergnügen und Spaß bereitet, dann auf zum Wehrdienst, die suchen Freiwillige👍.
paule meint
Leider zu alt. Würde gerne noch mal. Kann nur noch privat rumballern.
South meint
Also Hüstel, ballern bei der Bundeswehr? Ein Schenkelklopfer. 30 gelenkte Schuss mit MG, zwei Magazine Pistole und zwei Magazine im Sturmgewehr?… dann vielleicht noch das Wachschießen…
South meint
… ist wie bei den Jägern und Fischer…. über die Zeit werden die Geschichten immer doller und nach 30 Jahren erzählen sie davon, wie wenn sie an der Front gewesen wären :-;
Gerry meint
…du meinst sicher CDU/CSU 😂👍.
paule meint
Neuester Plan: Reaktivierung von NVA-Offizieren.
Da kann sich Putin warm anziehen. Hat er selbst ausgebildet.
Lucas Spitz meint
Hat man wohl gemerkt, was dass für ein Schwachsinn ist, wenn die normale Fachkraft mit Ausbildung wie Pflegefachkraft, Polizistin mittlerer Dienst, Kitaerzieherin oder Sachbearbeiter Öffentliche Dienst oder Bandarbeiter Autoindustrie nicht in die Förderung mit 3800 Euro Brutto kommt.
Oder der Schwachsinn mit gebrauchten E-Autos, wo dann der 15 Jahre alte Nissan Leaf, der zum Verwerter sollte vom Fähnchenhändler, plötzlich in der Familie 3 Mal weiterverkauft wird von Oma Hatice ohne Führerschein bis Enkel Niklas der noch zur Schule geht und alle die Förderung kassieren.
E.Korsar meint
„Oder der Schwachsinn mit gebrauchten E-Autos, wo dann der 15 Jahre alte Nissan Leaf, der zum Verwerter sollte vom Fähnchenhändler, plötzlich in der Familie 3 Mal weiterverkauft wird von Oma Hatice ohne Führerschein bis Enkel Niklas der noch zur Schule geht und alle die Förderung kassieren.“
Von dem Schwachsinn hatte ich noch gar nichts gehört. Hast du eine Quelle? Was ich an Gerüchten hörte, war lediglich die Förderung von gebrauchten Fahrzeugen, die als Neufahrzeug noch nicht gefördert wurden. Also Begrenzung auf eine Förderung pro Fahrzeug. Das ganze gälte natürlich auch nicht für Autos mit Erstzulassung vor dem Förderzeitraum.
E.Korsar meint
„Das Fahrzeug sollte zudem einen reinen Elektroantrieb haben und nachweislich weniger als 50 CO₂ pro Kilometer ausstoßen.“
Da war ich bei den ersten Leuten, die meinten, dass das falsch ist. Die bis zu 50 Moleküle CO₂, die aus so einem reinen Elektroantrieb rauspurzeln, nachzuweisen, fand ich von Anfang an seltsam.