Der im schottischen Glasgow angesiedelte Hersteller von Allrad-Elektroautos Munro EV hat zwei Millionen Pfund frisches Kapital eingesammelt. Damit will das Unternehmen die Produktion der M-Serie vorantreiben, die straßentauglich ist, aber vor allem für Bergbau, Verteidigungsindustrie und Bauindustrie konzipiert wurde.
Die globale Industrie sei einem zunehmenden Druck zur Dekarbonisierung ihrer Aktivitäten ausgesetzt, so Munro EV. Allein der Bergbau sei für 4 bis 7 Prozent aller weltweiten Emissionen verantwortlich. Während die Elektrifizierung von Pkw rasante Fortschritte gemacht habe, seien gewerblich genutzte Geländefahrzeuge trotz ihrer intensiven Nutzung und ihres erheblichen CO2-Fußabdrucks nach wie vor weitgehend von Diesel abhängig.
Die M-Serie von Munro biete ein neues Fahrzeug für diesen unterversorgten Markt, das die robuste Leistung liefert, die diese Branchen benötigen und gleichzeitig die Betriebsemissionen eliminiert. „Die Fahrzeuge zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Leistungsfähigkeit mit einer Nutzlast von 1.000 Kilogramm und einer Reichweite von über 170 Meilen (ca. 274 km, d. Red.) pro Ladung aus, wodurch sie sich ideal für die anspruchsvollen Einsatzbedingungen in Bergwerken, militärischen Anwendungen und Bauprojekten eignen“, heißt es.
Die jüngste Investition in das Unternehmen vom bestehenden Geldgeber Elbow und weiteren von zwei Millionen Pfund (ca. 2,3 Mio. Euro) ermögliche es, die Produktionsstätte in Glasgow erheblich zu vergrößern, um die aktuellen Kundenaufträge im Wert von 17 Millionen Pfund (19,5 Mio. Euro) zu bedienen, so Munro EV. Dadurch würden voraussichtlich bis zu 300 neue Arbeitsplätze in der Fertigung entstehen. Man strebe in den nächsten sechs Jahren eine Produktionskapazität von bis zu 5.000 Fahrzeugen pro Jahr an. Erste Auslieferungen der M-Serie habe es bereits gegeben.
„Einzigartige Kombination aus Leistungsfähigkeit, Langlebigkeit und Nachhaltigkeit“
„Diese Investition bestätigt den dringenden Bedarf an emissionsfreien Lösungen in der Schwerindustrie“, sagt Russel Peterson, Mitbegründer und CEO von Munro EV. „Bergbauunternehmen, Verteidigungsunternehmen und Baufirmen suchen aktiv nach Alternativen zu dieselbetriebenen Fahrzeugen, um sowohl Nachhaltigkeitsziele zu erreichen als auch Betriebskosten zu senken. Die M-Serie erfüllt beide Anforderungen, ohne die von diesen Branchen geforderte Leistung zu beeinträchtigen.“
Peterson weiter: „Wir bieten eine einzigartige Kombination aus Leistungsfähigkeit, Langlebigkeit und Nachhaltigkeit, die die Probleme der Dekarbonisierung und der Fahrzeugrolle für eine Reihe von Branchen löst … Dies ist kein Lifestyle-Fahrzeug, das Betreiber mit Aftermarket-Teilen oder Upgrade-Kits robuster machen müssen, sondern ein Fahrzeug von Grund auf für den Offroad-Einsatz.“
Der Munro M-Serie wurde vor zwei Jahren vorgestellt. Der rein batterieelektrische Wagen kostet ab 63.000 Pfund netto (72.300 Euro) und wird mit zwei Antriebssträngen angeboten. Die Basisversion M170 besitzt einen Allradantrieb mit 170 kW/231 PS und 600 Nm. Die Energie kommt von einer 85-kWh-Batterie mit LFP-Chemie. Das Fahrzeug bietet eine Anhängelast von 2,25 Tonnen und eine Nutzlast von 1.050 Kilogramm.
Die leistungsstärkere Variante M280 besitzt das gleiche Akkupack, leistet aber 280 kW/381 PS und bringt 700 Nm Drehmoment. Die Anhängelast ist mit 3,5 Tonnen ebenfalls größer, die Nutzlast identisch.
Es gibt drei Karosseriekonfigurationen. Das Utility-Modell mit geschlossener Ladefläche soll die Insassen samt Ausrüstung mühelos, sicher und komfortabel zu den entlegensten Orten transportieren. Der Truck mit offener Ladefläche kombiniert viel Platz mit hoher Lade-Praktikabilität. Das Fahrgestell-Modell wurde entwickelt, um spezifische Aufbauten zu ermöglichen.










Michael meint
Wieviel Zuladung und Anhängelast hatte nochmal der elektrische G-Klasse von Mercedes? Ach ja, 415kg Zuladung (also 4 Männer, bzw. 3 einhalb Männer) und gar keine Anhängelast. Aber Panzerwende können.
Till meint
…und wieder kein brauchbarer Geländewagen für Jagd, forst und Landwirtschaft.
Martin meint
Sieht aus als ob das ne Waldorfschule in einem Projekt zusammengebastelt hat.
paule meint
Wo ist dieses Waldorf?
Till meint
Historisch ist es das badische Walldorf. Davon leitet sich die hotelkette waldorf Astoria ab als auch die Waldorfpädagogik.
Dunkel-O meint
Sieht für mich aus wie der Bollinger.
Aber die Firma hat ja auch pleite.
Über die Reichweite ist nichts bekannt?
tacjazo meint
Den Artikel ganz zu lesen hilft.
Dunkel-O meint
Ich bitte vielmals um Entschuldigung, habe ich wohl überlesen.
tacjazo meint
Entschuldigung akzeptiert :-)
paule meint
Bekommt in der EU niemals eine Zulassung wegen fehlendem Fußgängerschutz. Die Kinder und Opas! Auweia!
M. meint
Der Stachel sitzt scheinbar tief. ;-)
Zum Glück ist das Ding aber wirklich gelängegängig, damit hat es einen realen Einsatzbereich abseits von „Posing vor der Eisdiele“.
Das ist doch mal was.
Und beim Einsatz im Bergbau und Schwerindustrie – da wiegt die fehlende Straßenzulassung nicht so schwer.
5000 Stück in 6 Jahren – du wirst keinen davon jemals sehen, das schont dann auch deine Nerven.
paule meint
Puuh, Glück gehabt. Meine CT-Bestellung setzt schon langsam Schimmel an. Ja, dieser Stachel steckt tief.
Couch Kartoffel meint
Mix aus Landrover und Himmer H1 gezeichnet vom 5 Jährigen. Der nächste der 300 Elektroautohersteller?
M. meint
Mit Design hat man sich tatsächlich nicht lange aufgehalten.
Das könnte beim Einsatzgebiet aber auch egal sein.
Ein Elterntaxi soll das ja nicht sein.
eBikerin meint
Hier ist wohl Design follows Funktion am Werk. Sieht aus wie ein modulares Stecksystem – eben wie beim H1. Dadurch kann man die verschiedenen Aufbauen einfach, schnell und günstig wechseln.
Auch Schäden sind dann schnell und billig behoben.
Also eventuell haben die sich schon etwas bei dem Design gedacht.
M. meint
Mit „Design“ war hier – da es eine Antwort für „Couch Kartoffel“ war – das „optische Erscheinungsbild“ gemeint. Oder einfacher: ja, das Teil ist nicht besonders schön geworden. Die Windschlüpfrigkeit ist auch recht mäßig.
Technisch macht das Design bestimmt Sinn, zumal der Autobahnverbrauch nicht im Vordergrund steht.