Plug-in-Hybride erleben derzeit eine starke Nachfrage. Der Hintergrund: Ab 2026 gelten neue Regeln zur CO₂-Berechnung, die sich auf die Flottenstrategie vieler Unternehmen und auf die Bewertung der Fahrzeuge auswirken. Bereits im September erreichte der Anteil von Plug-in-Hybriden an den Neuzulassungen in Deutschland fast 12 Prozent und nähert sich damit dem Niveau von Dieselfahrzeugen, berichtet die Automobilwoche.
Vor allem im Flottenmarkt sorgen die Rahmenbedingungen für eine verstärkte Nachfrage zum Jahresende. Benjamin Kibies, Analyst beim Marktforschungsunternehmen Dataforce, sieht hier die größte Dynamik: „Für das letzte Quartal rechne ich nochmals mit einer kleinen Jahresendrallye.“ Er prognostiziert von September bis Dezember rund 44.000 Neuzulassungen bei Plug-in-Hybriden.
Der erwartete Rückgang im Folgejahr fällt laut Kibies vergleichsweise gering aus. Zwar soll die Zahl der Neuzulassungen 2026 auf etwa 130.000 Fahrzeuge sinken, das wären rund 13.000 weniger als im Vorjahr. Kibies sieht aber keinen dramatischen Einbruch.
Im Vergleich zum Rückgang nach dem Ende der staatlichen Stromer-Kaufprämie vor drei Jahren fällt die prognostizierte Entwicklung harmlos aus: 2022 wurden noch über 362.000 Plug-in-Hybride neu zugelassen, 2023 nur noch rund 176.000. Seither steigt die Zahl wieder kontinuierlich. Im August 2025 überschritt der Anteil im Flottenmarkt erstmals seit Ende der BAFA-Förderung wieder die Marke von 17 Prozent.
Kibies erwartet für das vierte Quartal 2025 einen weiteren Anstieg des Marktanteils auf 19,6 Prozent – ein deutliches Plus gegenüber dem Jahresdurchschnitt von 16,7 Prozent. Damit zeigt sich der Plug-in-Hybrid-Antrieb als weiterhin gefragte Technologie, besonders im gewerblichen Bereich.
Änderung der CO₂-Berechnung durch die EU
Ein entscheidender Faktor für die aktuelle Nachfrage dürfte die bevorstehende Änderung der CO₂-Berechnung durch die EU sein. Seit Anfang 2025 gilt die neue Methodik zunächst für neue Fahrzeugtypen, ab Anfang 2026 dann für alle neu zugelassenen Plug-in-Hybride. Diese Umstellung führt zu deutlich höheren CO₂-Werten, mit praktischen Konsequenzen für Flottenbetreiber.
So zeigt sich etwa in der Mittelklasse ein klarer Unterschied, erläutert die Automobilwoche. Der nach neuer Norm erfasste Audi A5 Plug-in weist demnach einen CO₂-Ausstoß von 58 g/km auf, während der BMW 3er und die Mercedes C-Klasse nach alter Norm lediglich 23 beziehungsweise 24 g/km angeben. Ab 2026 werden sich diese Werte entsprechend angleichen – und teilweise verdoppeln.
Trotz dieser Entwicklung dürften Plug-in-Hybride für viele Hersteller ein wichtiger Baustein ihrer Elektrostrategie bleiben, sagt Marktexperte Kibies. Reine Elektroautos fänden noch nicht in dem erhofften Maß Anklang bei den Kunden.
Für viele Dienstwagenfahrer bleibt auch die steuerliche Behandlung von Plug-in-Hybriden ein Schlüsselkriterium. Teilzeitstromer mit einer elektrischen Reichweite über 80 Kilometern profitieren weiterhin von einer halbierten Dienstwagensteuer, nur 0,5 Prozent des Bruttolistenpreises werden pro Monat fällig. Diese Regelung sorgt weiterhin für Kaufanreize im Geschäftskundenbereich.

paule meint
Ddav.id meint
22.10.2025 um 11:38
“ Wenn man hier den Nachweis über z.B. 250.000 € Tagesgeld bringen müsste, um in solchen Themen mitzudiskutieren, würde übrigens nur ich hier diskutieren.“
Das musste ich einfach mal unkommentiert hier hoch ziehen.
Gerry meint
…es gilt der Grundsatz: wer über Geld redet hat keines 😉👍.
Gerry meint
PHEV sind keine Brücken-, sondern allenfalls eine Krückentechnologie. 😉
E.Korsar meint
Worst of both worlds – PHEV.
Mäx meint
Verkauft wird aber immer das Gegenteil.
Jeff Healey meint
Unsere Hersteller brauchen diese (überaus schmutzigen) Feigenblätter zum Überleben.
Oder für die lieb gewonnenen Boni und Dividenden?
Da muss ich noch mal näher drüber nachdenken.
brainDotExe meint
Wird immer wieder gesagt, werden trotzdem verkauft.
Sehe ich auch jetzt öfters in der Nachbarschaft, wo gebrauchte PHEV angeschafft wurden.
Privatleute bewegen PHEVs auch ganz anders, da sind über 80% rein elektscher Betrieb an der Tagesordnung.
Die schwärmen jetzt von den günstigen Betriebskosten.
Gerry meint
…noch günstiger wärs mit BEV.👍
Vielleicht solltest das ihnen mal sagen😉
Mirko meint
Absolut, ein Bekannter hatte einen Passat GTE, in den 4 Jahren lief der Verbrennungsmotor nach seiner Aussage maximal 10 mal.
Jetzt fährt er ID7.
PHEVs haben durchaus ihre Daseinsberechtigung und wenn sie nur dafür sorgen, dass das übernächste Auto dann ein BEV wird.
South meint
PHEV werden zumindest aktuell etwas zu viel verteufelt. Für viele Kunden ist das eine Brücke zum BEV, denn es ist nicht jeder so veränderungsfreudig und wenn der PHEV richtig betrieben wird, dann kann man einen sehr großen Anteil auch elektrisch zurücklegen.
Für das BEV ist der PHEV auf Dauer keine echte Konkurrenz. PHEV Kosten in etwa genausoviel wie BEV, sind aber deutlich komplexer und somit fehler- und wartungsanfälliger und die BEV werden immer leistungsfähiger. Wobei ich erwarten würde, dass eher Range Extender ein kleines Revival hinlegen könnten… aber alles geschenkt. Das sind Brückentechnolgien, die langsam aber sicher morsch werden…
RR meint
Jedem dem an Nachhaltigkeit etwas liegt muss aber auch wissen dass es sich hier um teure Fahrzeuge handelt die in 5 Jahren keinen Käufer mehr haben, weil sie dann durch BEV abgelöst werden.
Ist so ähnlich wie wenn man morgen noch Verbrenner baut: Man darf dann halt nicht jammern wenn es plötzlich wertlos ist.
Harald Blask meint
Im Gebrauchtwagenmarkt wird das auch in fünf Jahren noch nichts mit BEV-Boom. Vor allem Fahrzeuge mit deutlich über 100.000 km gehen vorwiegend ins osteuropäische, südosteuropäische, arabische, nordafrikanische Ausland. Und dort ist die BEV-Akzeptanz sehr, sehr bescheiden.
EVrules meint
Das ist aber eine mehr als mutige Aussage, dass es keine Käufer für die Fahrzeuge geben sollte – denn gerade Pendler könnten bei den heutigen PHEV ein Fahrzeug finden, dass sehr oft, wenn nicht hauptsächlich elektrisch zu betreiben wäre – und das zu kleinen Kosten, wenn man im Betrieb oder daheim laden kann.
Stefan meint
Dann wäre ja auch ein Elektroauto nutzbar, wenn es Lademöglichkeiten in der Firma gibt.
PHEV werden von Leuten gekauft, die den öffentlichen Ladestationen auf Langstrecke nicht trauen oder diese meiden wollen.
brainDotExe meint
Stefan
Auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist sowohl die Auswahl höher als auch die Preise niedriger, wenn man PHEV mit BEVs vergleicht.
Beispiel: Mercedes A-Klasse als PHEV auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu haben, gibt es nicht als BEV.
Haubentaucher meint
Stimme überhaupt nicht zu. Sie werden nachweislich nicht richtig betrieben, wenn man längere Strecken bergauf fährt schaltet sich der Verbrenner ein selbst wenn die Batterie noch voll ist und machen Dreck. Von Firmenwagen ganz zu schweigen. Dazu gab es erst kürzlich wieder eine Untersuchung.
South meint
Eine Untersuchung mit genauen Zahlen haben ich schon mal gesucht, aber was fundiertes habe ich nicht gefunden. Da wird immer von Kabeln geredet, die nicht genutzt wurden, aber zum Beispiel gibt es in unserer Firma Ladestationen und da muss man kein eigenes Kabel benutzen. Die sind dann auch ungebraucht.
Aber hey, zusammengefasst, PHEV sind nicht umweltfreundlicher als Verbrenner, keine Frage, und ja Missbrauch bei Firmenwagen ist keine Seltenheit, die staatliche Förderung sollte hinterfragt werden. Dennoch kenne ich privat einige Leute, die mit Hybriden letztendlich beim BEV gelandet sind. Da wird es natürlich keine sauberen offiziellen Zahlen geben, aber in gewisserweise dienen sie für nicht wenige Leute tatsächlich als Brücke…
Kasch meint
Rätsel: warum tausche ich von O bis O nicht Reifensätze, sondern überwiegend ganze Autos, BEV mit Verbrenner im Winter ? Der erste Hybrid, der tatsächlich ganzjährig wirtschaftlich unterwegs ist, könnte der neue Kombi von BYD sein. Vertrauen in neue und komplexe Technik hätte ich derzeit ohnehin nur beim Hersteller BYD.
EVrules meint
Haubentaucher – Woher nimmst du das Wissen, dass PHEVs im privaten „missbräuchlich“ genutzt werden?
Dass es bei Dienstwagen der Fall ist, was oft und richtig kritisiert wird, ist klar – aber privat kehrt sich (soweit im Bekannten- und Kollegenkreis hörbar) das Verhältnis um und die meisten laden mehr, als das sie tanken.
Haubentaucher meint
War evtl. mißverständlich formuliert. Es gibt sicher einige die ihr PHEV ständig korrekt laden aber die die Motorsteuerung lässt einen „Null-Benzinverbrauch“ nicht zu.
„Engines still running in electric mode
Even when driven in electric mode, PHEV engines consume 3 litres of petrol per 100km, on average, the EEA data shows. As a result, they emit 68g of CO2/km in electric mode – 8.5 times as much as official tests claim. This is because the electric motors in PHEVs generally have insufficient power for higher speeds or steep inclines and the engine needs to kick in. On average, the engine supplies power during almost one-third of the distance driven in electric mode, according to the data. “
Quelle: T& E 16-10-2025
Haubentaucher meint
Leider wird meine Antwort nicht freigeschaltet. Schaut mal bei T& E
Engines still running in electric mode
Jeff Healey meint
(…) „und wenn der PHEV richtig betrieben wird, dann kann man einen sehr großen Anteil auch elektrisch zurücklegen.“(…)
Genau da liegt doch das Problem, die PHEV werden viel zu oft nicht richtig betrieben:
https://ecomento.de/2025/10/16/plug-in-hybride-fast-so-umweltschaedlich-wie-reine-verbrenner-studie/
David meint
Wenn diese Fahrzeuge 1 % versteuern müssen, wie Verbrenner, eben, die sie sind, dann wird der Markt sofort in sich zusammenfallen.
Future meint
Ich bin für 2 Prozent für alle Verbrenner inkl. Hybride.