William Li, Gründer, Vorsitzender und CEO des chinesischen Elektroautobauers Nio, und weitere Mitglieder des Führungsteams haben mehrere europäische Standorte besucht. Die Reise verdeutlicht laut dem Unternehmen: Nio ist langfristig in der Region engagiert und nimmt fortwährend die Verbundenheit mit den Nutzern und nachhaltiges Wachstum in den Fokus. Sie bilde zugleich den Höhepunkt im Jubiläumsjahr – 10 Jahre Nio in Europa – und unterstreiche den Ausbau der Präsenz und Partnerschaften in Europa.
In den vergangenen zehn Jahren hat Nio mit einem Direktvertriebsmodell in vier Kernmärkten – Norwegen, Deutschland, den Niederlanden und Schweden – eine Grundlage in Europa geschaffen. Aufbauend darauf hat das Unternehmen im Juni 2025 eine neue Phase der regionalen Expansion eingeleitet: Mit dem General-Distributor-Modell will Nio seine Präsenz in den Jahren 2025 bis 2027 auf weitere europäische Märkte erweitern.
„Europa ist ein zentraler Teil von Nios globaler Vision“, sagt William Li. „Wir fühlen uns unseren Usern tief verbunden und stärken unsere Präsenz in Europa – durch Investitionen in Technologie, den Aufbau von Partnerschaften und den Ausbau unserer Community. Unser langfristiger Fokus bleibt bestehen, auch in einem sich wandelnden und wettbewerbsintensiven Markt.“
Im Oktober 2025 lieferte das Unternehmen weltweit 40.397 Fahrzeuge aus, ein Anstieg von 92,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein neuer monatlicher Rekord. Die kumulierten Auslieferungen beliefen sich bis Ende Oktober auf 913.182 Fahrzeuge. Die Kernmarke Nio hat künftig stärker das Premiumsegment im Visier, den Massenmarkt sollen die neuen Marken Firefly (Artikelbild) und Onvo erobern.
Im Rahmen der Europareise präsentierte Nio die neue Version Firefly Comfort. Dieses Spitzenmodell des Elektro-Kleinwagens verfügt über verbesserte Technologien wie elektrisch verstellbare, belüftete und mit Massagefunktion ausgestattete Sitze im vorderen Bereich, ein Panorama-Glasdach sowie eine elektrische Heckklappe. Es ist zunächst in den Niederlanden, Norwegen, Belgien und Dänemark erhältlich, die Auslieferungen laufen bereits.
„Das Modell steht für Nios nächsten Schritt hin zu zugänglicher, alltagstauglicher Elektromobilität und verdeutlicht den konsequent nutzerorientierten Innovationsansatz des Unternehmens“, heißt es. Die Markteinführung laufe gerade und werde die Präsenz des Unternehmens in allen Fahrzeugsegmenten weiter stärken.
In Europa arbeitet Nio mit Partnern wie ZF Friedrichshafen, Bosch, Covestro und BASF Coatings zusammen. „Als innovationsorientiertes Unternehmen werden wir weiterhin neue Maßstäbe setzen und Mehrwert für unsere User durch Technologie und Design schaffen … Unsere Zusammenarbeit mit Partnern und unseren Teams in Europa ist ein entscheidender Treiber für diese Vision“, so Li.
Die Begegnungen mit Nutzern in Europa habe wertvolle Einblicke in lokale Bedürfnisse und Alltagserfahrungen gegeben, erklärt der CEO abschließend. Dies habe die Überzeugung gestärkt, dass Nutzerzufriedenheit und Vertrauen die Grundlage für künftiges Wachstum bilden. Li betont: „Europa wird auch künftig eine Schlüsselrolle in Nios globaler Strategie einnehmen.“

Futureman meint
Ob das Konzept, das teuerste Teil des Autos pro Auto gleich mehrfach vorzuhalten sich langfristig trägt ist fraglich.
Bei Ladezeiten von inzwischen unter 15 Minuten im Vergleich zu 10 Minuten für einen Akkuwechsel (bei dem man auch noch im Fahrzeug bleiben muss) sehe ich da nio, äh nie einen Vorteil.
M. meint
Es KÖNNTE einen Vorteil bieten: laden für all die Menschen, die das zu Hause nicht können.
Aber dann müsste man die Wechselstationen – analog zu Tankstellen – wohnortnah haben, in jeder kleinen Stadt eine und in größeren Städten natürlich mehrere.
Dann bräuchte man aber auch bezahlbare Fahrzeuge, die Nio nicht hat, und den Firefly kann man dazu auch nicht ernsthaft zählen – in ein paar Jahren vielleicht, aber nicht jetzt. Dann kann der Firefly die Wechselstationen nicht nutzen, was das Thema Bezahlbarkeit gleich wieder erledigt – es bringt jemanden ohne eigene Ladestelle einfach nicht weiter.
Unter dem Strich bleibt einfach nichts übrig, wozu man Nio braucht, oder Nio für etwas nehmen könnte, was andere Hersteller nicht auch bieten.
Spiritogre meint
Ich sehe das Problem tatsächlich bei der Akkumiete, denn die kostet soviel wie woanders das ganze Auto im Leasing. Und ohne Mietakku kann man nicht wechseln. Und wenn man nicht wechseln kann, dann ist die Ladeleistung bei Nio im Vergleich einfach zu schlecht.
Und der Wertverlust von Nios wird enorm sein, denn niemand auf dem Gebrauchtmarkt kauft ein Auto ohne Akku, wo er dann jeden Monat soviel abdrücken muss, dass er sich auch gleich einen Neuwagen hätte für leasen können.
M. meint
Nio fehlt noch:
eine Vision von 1500 bis 5000 Wechselstationen für Deuschland (dito Europa)
eine Vision von vernünftigen Mietpreisen für die Batterien
eine Vision einer Produktion in Europa
Dann bekommt man hierzulande vielleicht eine Vision davon, warum dieses Interesse erwidert werden sollte. Bisher ist das einfach nur das nächste Unternehmen, das gerne ein Stück vom Kuchen hätte, ohne realen USP.
MrBlueEyes meint
NIO hat 2024 ganze 398 Autos in Deutschland verkauft… toi toi toi…
tutnichtszursache meint
Da musste ich auch lachen, dass Deutschland ein Kernmarkt sein soll…
Mary Schmitt meint
„Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen!“ (Helmut Schmidt)
Future meint
Dieses schöne Zitat eines großartigen Politikers und Menschen gilt allerdings nur für Deutschland. Deshalb gibt es in Deutschland auch fast nur sehr alte große erfolgreiche Unternehmen, Die jungen großen erfolgreichen Unternehmen werden alle woanders gegründet. Das hat eben mit diesen Visionen zu tun.
Spiritogre meint
Alle jungen modernen Unternehmen aus Deutschland scheitern aus zweierlei Gründen, sie bekommen kaum bis kein Risikokapital oder sind unwillentlich sowas zu bekommen und sie versuchen mit Produkten Geld zu verdienen, die international umsonst (werbefinanziert) angeboten werden.
Future meint
Risikokapital ist in der Tat das große Problem. Davon gibt es in Deutschland so wenig. Volocopter und Lilium sind deshalb gescheitert. Das wird nun in China und Amerika gebaut.
Tinto meint
Das schöne Zitat von H. Schmidt mal wieder aus dem Kontext gerissen. Auch Future hat nicht verstanden worum es im Wahlkampf 1980 ging, und weshalb Schmidt diesen Satz ausgesprochen hat. Vermutlich war Future da noch nicht auf der Welt, er hätte sich aber schlau machen können.
Future meint
Das Zitat wird immer aus dem Kontext gerissen. Es ist ja auch ein Zitat und keine Story. Aber es wird so oft verwendet, weil es eben eine deutsche Eigenart oder Haltung sehr gut beschreibt.
In den 80ern war ich schon auf den großen Demos gegen Atomkraftwerke und den Nato Doppelbeschluss. Ich bin uralt, so wie fast alle hier.
Tinto meint
Ich nehme jetzt einfach mal an das stimmt was du erzählst, dann ist von deiner ursprünglichen Überzeugung wohl nicht viel übrig geblieben wenn du dich so billig an die KP verkaufst.
Future meint
Gegen Atomkraft bin ich immer noch. Aber ich habe mich natürlich damals wie so vielen andere Deutsche auch von den Russen einlullen lassen. Jetzt haben wir den Salat und müssen halt massiv aufrüsten. Aber das ist ja auch gut für die Wirtschaft, denn Waffen können wir nicht in China einkaufen, so wie alles andere. Die Rohstoffe dafür kommen natürlich trotzdem aus China. Woher auch sonst. Ich stimme dir aber zu, dass ich mich zu billig verkaufe – ich werde mal nachverhandeln oder die Ferien verlängern. Am besten beides.
Tinto meint
Die Chinesen kaufen doch selbst ihre Waffen bei den Russen, zb. die SU 35 mit denen sie das Südchinesische Meer für sich beanspruchen.