Der ADAC Autotest untersucht das Preis-Leistungs-Verhältnis von Neuwagen und kommt Anfang des neuen Jahres zu einem unerwarteten Ergebnis: Elektroautos schneiden deutlich besser ab als in den Vorjahren. Insgesamt wurden 100 Modelle von dem Autoclub bewertet, mit dem Ziel zu zeigen, wie viel Auto Käufer tatsächlich für ihr Geld bekommen.
Grundlage ist nicht allein der Kaufpreis, sondern eine kombinierte Bewertung aus technischer Gesamtnote und einer separaten Autokosten-Note. Letztere basiert auf einer fünfjährigen Haltedauer und berücksichtigt Betriebskosten inklusive Steuern und Versicherung sowie den Wertverlust. Aus beiden Noten ergibt sich nach der Formel „(Gesamtnote + Autokosten-Note) : 2“ das Preis-Leistungs-Verhältnis.
Das Gesamtbild ist gemischt: 32 der insgesamt 100 im Jahr 2025 vom ADAC getesteten Modelle erreichen ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, 63 werden mit befriedigend bewertet, fünf nur mit ausreichend. Ein „sehr gut“ wurde nicht vergeben. Die Auswahl ist laut dem ADAC nicht repräsentativ für den gesamten Markt, erlaube aber eine realistische Einordnung aktueller Neuwagen.
An der Spitze stehen zwei Elektro-Kleinwagen: der Hyundai Inster zum Preis von 23.900 Euro und der Mini Cooper E für 28.900 Euro. Beide erzielen die Note 2,0. Während der Mini bei den Eigenschaften besser abschneidet, punktet der Inster bei den Gesamtkosten. Dahinter folgen acht Modelle mit der Note 2,2, deren technische Bewertungen stark variieren, sich aber durch günstige Kosten ausgleichen.
Die meisten Top-10-Modelle fahren elektrisch
Auffällig ist die starke Präsenz von Elektroautos: Sieben der Top-10-Modelle fahren rein elektrisch – ein Novum im ADAC-Ranking. In den Vorjahren waren Stromer nicht unter den besten zehn vertreten. 2024 lag das beste Elektroauto noch auf Platz 17. „Es zeigt: Elektroautos werden besser und zugleich günstiger“, so der ADAC.
Zu den positiv überraschenden Elektroautos zählen neben den beiden Spitzenreitern unter anderem der Dacia Spring, Kia EV3, Mini Aceman, Renault R5 und Škoda Elroq. Letzterer erzielt zwar die beste Techniknote von 1,6, rutscht aber wegen hoher Anschaffungs- und Wertverlustkosten auf eine Kosten-Note von 2,8 ab.
Am unteren Ende des Rankings finden sich erwartungsgemäß Luxusfahrzeuge. Schlusslicht ist der Verbrenner-Audi Q8 mit einem Kaufpreis von 94.700 Euro. Trotz ordentlicher Techniknote von 2,3 führen die hohen Kosten zu einer mangelhaften Bewertung von 5,5. Selbst der ebenfalls teure neue elektrische Porsche Macan erscheint im Vergleich günstiger.
Bei den Kostenfaktoren wiegt der Wertverlust besonders schwer, vor allem bei hochpreisigen Modellen. Hinzu kommen Versicherungen, Steuer sowie Energie- und Wartungskosten. Elektroautos haben hier Vorteile, da sie von der Kfz-Steuer befreit sind und oft geringere Inspektionskosten verursachen.
Nicht berücksichtigt wurden viele chinesische Modelle. Der ADAC begründet dies mit fehlenden verlässlichen Daten, insbesondere zum Wertverlust, die für eine seriöse Kostenrechnung notwendig wären. Der Club betont abschließend, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis zwar eine wichtige Orientierung bietet, aber nicht allein entscheidend sein sollte. Erst die Abwägung von Testergebnissen, laufenden Kosten und den eigenen Mobilitätsbedürfnissen führe zu einer fundierten Kaufentscheidung.

Mary Schmitt meint
Der ADAC hat die Elektromobilität noch nicht so richtig verstanden. Den Fehler der Listenpreise macht er aber auch bei den Verbrennern. Ist aber alles nicht so schlimm. Bei ihm ist über die Zeit massiver Bedeutungsverlust eingetreten.
Future meint
Der ADAC mag einfach keine Autos, das hat er mit mir gemein. Ein angestaubter Verein für Petrolheads, ausgestattet mit Privilegien aus der braunen Gründerzeit. Die staatlichen Chinesischen Automobilclubs sollten auch hier übernehmen, und unser Land in eine glorreiche schöne Zukunft führen.
hu.ms meint
… und im ranking sind 7 der ersten 10 BEV…
brainDotExe meint
Hier wäre ein individueller Rechner interessant. Sprich wo man selbst die Gewichtung Leistung zu Preis festlegen kann. 50/50 wird vielleicht für manche passen, aber mehr Gewicht auf Leistung wäre auch interessant.
Auch optional den Wertverlust ausklammern, der interessiert ggf. nicht.
Andre meint
Wenn ADAC noch die Rabatte anstelle von Listenpreisen berücksichtigen würde, würden die E-Autos noch besser im Preisleistungsverhältnis stehen.
Denn in der Regel (VW ausgenommen), gibt es auf E-Autos höhere Rabatte als auf die Verbrenner.