Die Bundesregierung hat die Details der ab diesem Jahr geltenden neuen Elektroauto-Kaufprämie vorgestellt. Für Vollstromer gibt es mindestens 3000 Euro Zuschuss, Familien mit Kindern erhalten bis zu 6000 Euro. Kurz nach der Vorstellung der staatlichen Förderung gibt US-Hersteller Ford eine eigene Aktion bekannt.
Mit Verweis auf die „komplexen“ Bedingungen der neuen E-Auto-Prämie des Bundes wolle man mit der Botschaft „Einfachheit statt Komplexität“ ein Signal in den Markt schicken: „Unabhängig von Einkommen oder Familiengröße garantiert Ford ab sofort einen Bonus von 5.000 € für alle Privatkunden beim Kauf eines der unten gelisteten Modelle – zusätzlich zur individuellen staatlichen Förderung“, so das Unternehmen.
Nachdem die Bundesregierung die Eckpunkte der neuen staatlichen E-Auto-Förderung vorgestellt hat, sieht Ford für viele Endverbraucher Hürden. Man bemängelt, dass die von CDU/CSU und SPD beschlossene Kaufunterstützung an individuelle Voraussetzungen wie das Haushaltseinkommen, die Kinderanzahl oder den Status der Erwerbstätigkeit geknüpft ist.
Um den Markteintritt in die Elektromobilität für Kunden so einfach wie möglich zu gestalten, reagiere man mit einer Marktoffensive. „Wir wollen nicht, dass unsere Kunden erst komplizierte Tabellen studieren müssen, um zu wissen, ob sie sich ein Elektroauto leisten können“, sagt Christoph Herr, Managing Director Ford Deutschland, Österreich, Schweiz. „Unser Versprechen lautet: 5.000 € Bonus für alle Alle.“
Der Ford-Bonus von 5.000 Euro gilt für das mittelgroße SUV Explorer, das SUV-Coupé Capri, den Kompakt-Crossover Puma Gen-E sowie das Mittelklasse-SUV Mustang Mach-E. Neben diesen Elektroautos bezuschusst Ford auch die Plug-in-Hybridversion des kompakten SUV Kuga. Diese gelte, sofern die individuellen Voraussetzungen für die staatliche Förderung erfüllt sind, erklärt die Marke. Ford betont, dass die eigene Stromer-Prämie zusätzlich zum Zuschuss des Bundes in Anspruch genommen werden könne.

Futureman meint
Auch wenn es wohl nur eine Panikreaktion aufgrund schleppender Verkäufe bei Ford ist, zeigt es doch den Kunden, das es bei E-Autos mit dem Preis immer weiter nach unten geht. Und es wird andere Hersteller dazu bringen, ebenfalls mit den Preisen runter zu gehen.
MichaelEV meint
Wieso Panikreaktion? Ford gibt die ganze Zeit wesentlich mehr Rabatt (wer würde sich sonst z.B. einen Ford Explorer für 50.000 € holen).
Jetzt nutzt man die Gunst der Stunde um Aufmerksamkeit zu erzeugen ohne am Ende nur einen € mehr Rabatt geben zu müssen.
Futureman meint
Dann herrscht die Panik also schon länger…
MichaelEV meint
Ford muss wie alle anderen die CO2-Flottenziele erreichen und muss für die benötigten Mengen entsprechend bepreisen.
Panik hätte es mit den ursprünglichen 2025er Zielen gegeben. Denn Ford verfehlt die Ziele, wie andere auch, trotz der Rabatte sehr deutlich.
R2D2 meint
Mich „faziniert“ wie gegenwärtig wirklich überall die Firmen übergangen werden. Offensichtlich hat selbst die Industrie nicht mehr ein Interesse an der Industrie.
Mäx meint
Für viele Firmen ist Leasing interessanter.
Und da gibt es ja schon immer Firmenangebote, von denen die „Allgemeinheit“ aber nichts mitbekommt.
Nimm Fred, der den ID.3 für 99€ oder so im Firmenleasing bekommen hat.
Das gab es für Privatkunden nicht, obwohl ständig überall von Rabatten zu lesen war.
F. K. Fast meint
Es gibt auch sehr viele Unternehmen, die nicht unter die Kategorie „Konzern“ fallen.
MichaelEV meint
Ich lese bei Mäx kein „Konzern“
Große Unternehmen haben Rahmenverträge, kleine erhalten Angebote für Geschäftsleasing (wohl wie bei beim 99€ Beispiel, das ist aber schon transparenter für die Allgemeinheit).
Und dazwischen ist man ab 15 Fahrzeugen und 5 p.a. bei weitem kein „Konzern“ und bei z.B. VW trotzdem Großkunde.
eHannes meint
Wenn ich mir die „Verkaufserfolge“ von Ford mit diesen tollen Modellen anschaue, verstehe ich diesen Nachlass eher als Abverkaufsrabatt – „Alles muß raus!“
Dominik meint
Bin ich eigentlich der einzige der die Strafaktion des wir addieren 2 Gehälter bei gleicher Fördergrenze gegen Verheiratete bedenklich findet?
1 Haushalt, 2 nicht verheiratete Gehälter sind easy unter den Grenzen.
FahrradSchieber meint
In den FAQ des Ministeriums steht, dass die Grenze für das Haushaltseinkommen für „verheiratete AntragstellerInnen, solche in eingetragenen Lebenspartnerschaften sowie solche in eheähnlichen Gemeinschaften“ gilt.
brainDotExe meint
„Man bemängelt, dass die von CDU/CSU und SPD beschlossene Kaufunterstützung an individuelle Voraussetzungen wie das Haushaltseinkommen, die Kinderanzahl oder den Status der Erwerbstätigkeit geknüpft ist.“
Danke, volle Zustimmung!
Soviel zum Thema „die Hersteller preisen die Förderung ein“.
MichaelEV meint
Wow, du lässt dich ja leicht täuschen! Bei Ford gab es doch häufig 5-stellige Rabatte.
Beim ersten Blick auf den Ford Explorer werden mir ab 13.200 € Rabatt angezeigt. Spielt sich schon lange weit jenseits der 5000€ Rabatt ab!
Natürlich wird für die Kunden da im wesentlichen nicht nochmal was billiger, es muss sowieso alles so bepreist werden, dass man die CO2-Flottenziele erreicht.
Von den Zielen ist Ford weit entfernt (16g). Man hätte also noch deutlich aggressiver bepreisen müssen, jetzt wird ein Teil davon durch die Förderung fremdfinanziert.
Mäx meint
Jop, bei apl steht die günstigste Variante mit 10k Rabatt drin.
Teurere sogar mit 12-15k (weil ca. 29% Rabatt!)
Jetzt gibt man dem Privatkunden 5k zusätzlich zur Förderung von z.B. 4k.
Also insgesamt hat Ford dann 5k mehr verdient und der Privatkunde auch noch 1k mehr ausgegeben…herzlichen Glückwunsch.
So viel zu die Förderung wird nicht eingepreist @brain
tacjazo meint
Naja, wenn das zu versteuernde Einkommen gewertet wird, wie bei vielen Förderbanken üblich, dann werden Kinder sehr wohl berücksichtigt durch die Freibeträge.
F. K. Fast meint
Warum kann Ford nicht einfach die Listenpreise auf ein sinnvolles Maß reduzieren?
South meint
Da ist Ford wahrlich nicht allein damit… früher konnte man sich noch an Listenpreise grob orientieren, den Rabatt gabs dann eher am Ende des Zyklus… heute nur noch ein Witz. Aber wer schaut den heute noch tatsächlich noch auf den Listenpreis? Realitätsnahe Preise sind nur ein paar Klicks entfernt…
FahrradSchieber meint
Weil Listenpreise langweilig sind, und Rabatte etc. unser Belohnungszentrum aktivieren (Nucleus accumbens -> Dopamin).
Ist nicht rational, funktioniert aber.
Mike meint
Nicht bei jedem.
RudiFaehrtTesla meint
Bei brain schon. Er findet das ja immer gut.
South meint
Doch das funktioniert natürlich schon, ist ja nicht neu. Aber. Wenn’s ins absurde abdriftet, dann ist der Effekt eher so lala…