Harald Hölzl steht seit Oktober 2024 an der Spitze von Kia Österreich. Im Gespräch mit Kurier.at äußerte er sich unter anderem zu aktuellen Trends in der Elektromobilität und seiner Perspektive auf die Herausforderungen der Branche.
Der Manager geht mit hohen Erwartungen in das neue Jahr. Die südkoreanische Marke bringe 2026 „ein Produktfeuerwerk“, darunter die neue Elektroautos EV2, EV4, EV5 sowie mit der neuen, rein elektrischen PV5-Reihe die ersten Nutzfahrzeuge. Der EV2 erschließe dabei das wichtige B-Segment (Kleinwagen). „Wir wollen ein gesundes Wachstum und Schritt für Schritt mehr Marktanteile.“
Der Verbrenner sei für Kia in Europa ein Auslaufmodell. Der Konzern richte sich voll und ganz auf E-Mobilität aus, die Produktstarts gingen eindeutig in diese Richtung. Es gebe aber auch noch Verbrenner, die lasse man im Portfolio und biete an, was der Kunde kaufen wolle. „Ich denke, Europa sollte seine Energie in eine klare Richtung lenken. Kein Hop-on, Hop-off, denn die Unsicherheit ist ein Problem“, so Hölzl. Das gelte nicht nur für die Länder, sondern auch für die Autohersteller, die Kunden, die Händler, die ja auch in die E-Auto-Zukunft investieren müssten.
„Wir reden von sehr viel Geld in der Wertschöpfungskette“, erklärte der Manager. Der Wandel hin zur Elektromobilität sei für alle Beteiligten schwierig. Man müsse „als Gesamtorganismus gut funktionieren“, damit man die E-Anteile nach oben bekommt. „Wir haben 2025 rund 25 Prozent rein elektrische Fahrzeuge verkauft, das ist eine schöne Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Für nächstes Jahr nehmen wir uns einen BEV-Anteil von 40 Prozent vor.“
Kias Österreich-Chef erwartet jedes Jahr „hohe Steigerungen“ beim Verkauf von E-Autos. „Der Kuchen wird sich einfach umverteilen. Wir sehen nicht nur in den skandinavischen Ländern, sondern auch in den Niederlanden oder Belgien BEV-Shares von über 50 Prozent. Das beweist, dass das mit unserem Produktportfolio geht.“ Hinzu komme für Österreich: „Unsere Ladeinfrastruktur ist sensationell. Und am Land können viele ihr Auto auch zu Hause laden.“
Er sehe sehr gut vorbereitete Kunden mit klaren Vorstellungen. Es gebe aber auch viele Halbwahrheiten, die kursieren. „E-Auto-Fahren ist teurer“, „unter 1000-km-Reichweite kann ich nicht leben“, etc. – das werde zum Teil auch von den Medien geschürt. Bei Kia versuche man, diese Mythen zu entzaubern. Hölzl selbst fahre seit sechs Jahren vollelektrisch quer durch Europa und mache sich keine Sorgen. Die Skeptiker seien meist jene, die noch nie in einem E-Auto gesessen sind.
Auf die „Reichweitenangst“ reagiere Kia mit verschiedenen Batteriegrößen für seine Elektroautos. „Aber es geht auch anders“, merkte Hölzl an. „Letztens hat sich ein Kunde beschwert, weil er eine kleinere Batterie wollte. Er wollte das hohe Gewicht der großen Batterie nicht mitschleppen. Es ist also wirklich sehr individuell.“

Fredf meint
Leider haben die meisten KIA den Ladeport an der ungünstigsten Stelle – vor der Beifahrertür
Damit kommen sie für etliche Kunden nicht in Frage –
nicht bloß für mich, sondern auch für so manche meiner Bekannten ist diese Platzierung ein Ausschliessungsgrund
Andre meint
Der EV6 hat den Ladeport genau an der richtigen Stelle.
Und sonst ist er eins der coolsten Autos :-)
Gerry meint
Verbrenner sind weltweit Auslaufmodelle, nicht nur bei Kia Europe 👍.
ap500 meint
Das steht doch seit 15 Jahren fest :)
Aber mit 5% im Bestand in 2026 sind wir erst am Anfang mit den Earlyadoptern!
TomTom meint
Er hat sicher ne Flottenkarte und ihm ist egal wo er lädt bzw. was es kostet auf Langstrecke.
Mit so nem Teil würde ich auch sagen das es kein Problem ist überall hinzukommen.
Jeder Normalsterbliche würde mit der Einstellung aber ohne Flotte bankrott gehen….
Daniel S meint
Ich fahre im Jahr ca. 20‘000km mit BEV. Das findet im Umkreis von ca. 200km BV statt.
So geht es wohl vielen auch.
R2D2 meint
Keine Wochendausflüge? Immer nur das gleiche sehen kann auf Dauer müde und traurig machen.
TomTom meint
Ich hab doch Langstrecke geschrieben.
200km seh ich nicht als Langstrecke an, das ist mehr oder weniger ein Katzensprung…
R2D2 meint
Die Leute die ich kenne fahren unter der Woche wenige KM zur Arbeit, sind die Wochenenden aber meistes weg. 2 bis 3 im Jahr fahren die in die Heimat, das sind dann jeweils one way zwischen 1.400 und 2.300 KM…
mit einem Gebrauchten Verbrenner für max. 9.000 Euro ist das super möglich. Mit dem BEV unmöglich. Erschwerend kommt dazu, das deutschland Mieterland ist. Also wo sollte man laden? Wenn man müsste..
und die Länder, die eine Eigenheim qoute von über 90% besitzen, sind leider finanziell nicht in der Lage mal eben so ein BEVchen für +50.000 Euro zu kaufen.
Übrigens war Italien massgeblich mit dem Verbrenneraus beschäftigt, nicht nur unser Friedrich Merz.
David meint
Woanders also nicht.
Halber Akku meint
Hat er das so gesagt?
eBikerin meint
Ja hat er – denn warum sonst sollte er explizit Europa erwähnen wenn Verbenner überall auslaufen.