Renault prüft für seine nächste Generation elektrischer Mittelklassemodelle den Einsatz eines „Super-Hybrid“-Antriebs, der mit einem kleinen Benzinmotor als Stromgenerator mehr Reichweite ermöglicht. Hintergrund sind die gedämpfte Nachfrage nach Elektroautos in einigen Regionen sowie anhaltende Reichweitenängste.
Kern der Überlegungen ist ein Range-Extender-System, das der Antriebshersteller Horse Powertrain im vergangenen September auf der IAA in München vorgestellt hat. Horse ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Renault und dem chinesischen Fahrzeughersteller Geely.
Das System mit der Bezeichnung C15 besteht aus einem 1,5-Liter-Vierzylindermotor mit integriertem Generator und Inverter. Laut den Angaben ist das Aggregat nicht größer als ein Aktenkoffer und kann daher flexibel im Front- oder Heckbereich eines E-Autos sowie vertikal oder horizontal eingebaut werden. Angeboten werden zwei Leistungsstufen, eine davon mit Turbolader für größere Fahrzeuge. Der Verbrennungsmotor treibt die Räder nicht direkt an, sondern lädt während der Fahrt die Batterie.
Renaults Produktchef Bruno Vanel begründet den Strategiewechsel gegenüber Autocar mit der Notwendigkeit, in den C- und D-Segmenten (Kompakt und Mittelklasse) flexibel zu bleiben. Zwar arbeite der Konzern auf ein rein elektrisches Portfolio hin, doch die Marktentwicklung verlaufe langsamer als erwartet. „Wir haben einen Ansatz auf zwei Beinen“, erklärte Vanel. Der Fokus liege auf Elektroautos, schließe jedoch Lösungen wie den von Horse präsentierten Antrieb nicht aus.
Besonders interessant seien Reichweitenverlängerer für Regionen mit schwacher Ladeinfrastruktur oder für Nutzer, die ihr Auto nicht regelmäßig laden können. Vanel verwies unter anderem auf Südeuropa und erklärte, dass solche Konzepte „eine sehr interessante und wahrscheinlich relevante Lösung auf dem Weg in eine elektrische Welt“ sein könnten.
Die neue Fahrzeugplattform, die ab 2028 Renaults kompakte und mittelgroße Elektroautos tragen soll, ist auf eine Kostenreduktion von 40 Prozent gegenüber der heutigen CMF-Elektroauto-Architektur ausgelegt. Sie soll zunächst eine Serienversion des Emblème-Konzepts (Artikelbild) ermöglichen, die als möglicher Nachfolger des Mégane gilt.
Ursprünglich als reine Elektroplattform geplant, wird die Architektur nun so angepasst, dass sie bei Bedarf auch Hybridantriebe aufnehmen kann – insbesondere in Märkten, in denen der Ausbau der Ladeinfrastruktur noch am Anfang steht. Reichweiten von mehr als 1000 Kilometern könnten laut Produktchef Vanel dazu beitragen, den Einstieg in die Elektromobilität zu erleichtern. Bestehende Elektroplattformen will Renault dafür jedoch nicht nachrüsten.

Halber Akku meint
Manchmal braucht es halt kleine Schritte, wenn man die German Reichweitenangst bekämpfen möchte. Immerhin ist ein Range Extender Fahrzeug primär ein Elektrofahrzeug und nicht wie ein PEHV Hybrid primär ein Verbrenner. Wenn es also der Sache dient, warum nicht. Und wenn es in der Folge dazu kommt, dass Benutzer immer mehr davon berichten, dass sie sich den integrierten Verbrennungsmotor eigentlich hätten sparen können, umso besser. Und den einen oder anderen, der mit so was auch in ein paar Jahren noch einen Vorteil sieht, wird es sicher auch geben.
R2D2 meint
Was soll das eigentlich ständig mit diesen Bemerkungen zur „German Reichweiten Angst“?
Glaubst du in Portugal oder Italien lockst du die Leute mit Autos, die im Ladefenster von 20 bis 80 Prozent nicht mal 200 KM weit kommen? Das fährt ein Diesel knapp vor dem roten Bereich in der Tankanzeige.
Halber Akku meint
A) diesen Begriff habe ich jetzt genau einmal und nicht ständig benutzt.
B) Wundert mich nicht, dass ein bestimmtes Klientel nun darauf reagiert
C) Wäre es beispielsweise in Italien schon ein Fortschritt, wenn die ganzen dort noch häufig anzutreffen Kleinwagendiesel, deren Gestank in den engen Innenstädten unerträglich ist, langsam aber sicher verschwinden würden. Der Gestank ist deshalb so massiv, weil die Dinger meist noch im kalten Bereich laufen, da meist auch dort nur Kurzstrecken und schon lange nicht 200 Kilometer am Stück gefahren werden. Aber immerhin, der Anteil von BEV´s an den Neuwagenverkäufen hat sich immerhin letztes Jahr schon mal nahezu verdoppelt.
Jeff Healey meint
Ja, absolut richtig.
Jedes E-Auto, das einen der leider immer noch viel zu oft anzutreffenden „Kurzstrecken-Diesel“ ersetzt, ist ein Segen für Mensch und Umwelt.
Yoyo meint
Bei Autwartungsksioten von bals € 400 pro Stunde werden sich die Kunden für Ölwechsel udn allem dummen Ergänzunszeug bedanken.
Den „Aktenkoffer“ könnte man auch mit zusätzlichen Akkus füllen.
Hauptsache man kommt ine 14 Stunden „in einem Rutsch“ im August an die Adria.
Viel Stillstand wegen Staus und kaputter Brücken inklusive.
Die Manager denken nur in Zeiträumen ihren Vertragslaufzeit und an die Höhe ihrer Boni.
Ja dann soll die alte Autoindustrie halt verrecken.
M. meint
???
Was ist das mit den 400 Euro?
R2D2 meint
Macht Sinn. Wenn man sich anschaut was so eine twingo elektro Kiste kostet und was die bietet, muss man sich nicht wundern, wenn die Kunden lieber was anderes kaufen, das günstiger ist, mehr Platz und Komfort bietet und dann die üblichen Reichweiten hat, die eben ein Verbrenner nur bieten kann.
Solche REV System werden DIE Kunden abholen, die eben dennoch unkompliziert fahren wollen und nicht wie die meisten hier im Elfenbeinturm inkl. woohlbox leben
Utx meint
Ein Twingo e-Tech ist weder im C- noch im D-Segment. Das ist ein Auto aus dem A-Segment. Hier geht es aber nun mal um Autos im C-Und D-Segment, also um Modelle, wie Megane oder Scenic (C) bzw. Rafale, Espace und Austral (D).
Duesendaniel meint
Macht keinen Sinn, wenn man sich anschaut was so eine Knatterkiste schon als Kleinwagen im Unterhalt kostet. Steuern, Sprit, Wartung und Reparaturen einfach wegzulassen ist was für Milchmädchen und im Benzin-Twingo nach Süditalien zu fahren ist auch kein Vergnügen.
Da lebe ich dann doch sehr gerne in meinem viel günstigeren Elfenbeinturm.
Futureman meint
Bis die den bis 2028 fertig haben, fahren alle E-Autos von BYD, Leapmotor und Co. mit Feststoffakkus inkl. 1000km Reichweite. Wer da noch ein Auto mit Auspuff kauft, schnüffelt zu viel daran.
Wasco meint
EREV sind wie PHEV nicht ökologisch und Verschwendung.
Dann lieber Vollhybrid.
Nur weil die Chinesen es machen, heißt es nicht das es gut ist.
Wer Reichweitenangst hat soll lieber seinen Verbrenner weiterfahren.
Sorry.
M. meint
Dass der Antrieb von der Firma „Horse“ kommt, ist doch schön, oder?
Powerwall Thorsten meint
Bei neuerdings erreichten Reichweiten von 700 oder 800 km pro Ladung muss man schon sehr naiv sein, sich von der Automobilindustrie und deren Lobby wieder einen pflegebedürftigen Verbrenner ans Bein binden zu lassen. Aber hey jeder ebenso wie er es verdient
R2D2 meint
Artikel überhaupt gelesen? Oder einfach nicht verstanden?
Es geht um das Segment kompakt… und dort haben wir max. 500km WLTP. Also 360 KM real und 230 KM im Bereich 20 bis 80 Prozent. Damit holt man niemanden ernsthaft ab.
A124 meint
Man muss sich aber auch ehrlich machen und festhalten, dass diese Reichweiten WLTP Werte sind. Im echten Leben schafft man da vielleicht (im besten Falle im Drittelmix) 80%, BAB eher 60-70%. Die Chinesen stechen im Übrigen da nicht gerade mit Effizienz heraus.
Ich fahre selber seit 2019 ausschließlich elektrisch, egal ob beim MEB (Cupra Born) oder bei Tesla (Model3) oder bei Renault (Zoe), die angegebene RW haben wir bisher nur und dann ausschließlich im sommerlichen zurückhaltenden Stadtverkehr mit dem Zoe geschafft – das waren dann fast 380km (bei 316km WLTP).
Ehrlich: Ich finde die Entwicklung der Reichweiten und vor allem das schnelle Laden beindruckend und habe selber kein Problem mit der Situation im echten Leben. Auch halte ich weder die REX noch die F***In-Hybride für sinnvoll, das snd in meinen Augen Nebelkerzen, die in der aktuell wissenschaftlich belegten Situation absolutes Gift sind, auch und vor allem (seit jeher) für die Menschen. Ich fände es aber wirklich sinnvoll, wenn man auch im Prospekt mit realen Werten argumentiert.
David meint
Wenn man 1,5 l Luft dazu nutzt, dort Explosionen stattfinden zu lassen, muss man sie mit massiv Material umbauen und da würde mich doch sehr wundern, wenn das Wort Aktenkoffer im wörtlichen Sinn zutrifft. Die Exemplare, die ich kenne, können nicht einmal einen Mofa Motor aufnehmen.
CaptainPicard meint
Können wir es nicht einfach EREV nennen, warum braucht es jetzt wieder eine neue Bezeichnung?
R2D2 meint
Wir haben ja auch Sondervermögen als Bezeichung für „zusätzliche Schulden“…
ist doch egal wie dat dingens im Renault heissen tutet. Wichtig das es funktioniert und die Leute damit fahren können. Wenn die Rappelkiste damit mehrere hundert KM weit kommt und sagen wir mal unter 5 oder sogar 4 Liter kommt, ist doch super. Da man die dinger ja eh auch normal laden kann, geht das ganze betrachtet sogar noch viel positiver.
Gut für die Leute, die müssen sich keinen Kopf mehr machen, ob der Ausflug am Wochenende irgendwie noch geplant werden muss.
Jeff Healey meint
Ja, was Renault da beschreibt ist definitiv ein EREV. Super Hybrid soll halt nach was Neuem klingen, „hip und fresh“…
Das ist einfach nur Marketing-Geschwurbel von denen. Technisch weniger informierte Kunden werden immer verwirrter, vielleicht ist das auch so gewollt von der Autoindustrie.