Volvo ruft über 40.000 Exemplare des kompakten Elektro-SUV EX30 zurück in die Werkstatt. Der Grund sei, dass die Akkus überhitzen könnten, teilte das Unternehmen gegenüber Reuters mit. Die Aktion betrifft laut der Nachrichtenagentur den Austausch von Fahrbatterien.
Konkret seien 40.323 Exemplare des EX30 von dem aktuellen Rückruf betroffen, erklärte der schwedische Premiumhersteller, der zum China-Konzern Geely gehört. Sowohl die Variante mit einem Motor und großer Reichweite als auch die Variante mit zwei Motoren und höherer Leistung seien von der Rückrufaktion betroffen.
Der EX30 wurde 2023 eingeführt und entwickelte sich schnell zu einem beliebten E-Auto-Modell. Das hierzulande ab 38.490 Euro kostende Fahrzeug wird in China produziert und von dort exportiert. 2024 war die Baureihe nach Daten des Marktbeobachters Dataforce das drittbeliebteste Elektroauto in Europa. Im letzten Jahr schaffte es der EX30 aber nur noch auf den elften Platz, nachdem die EU Ende 2024 zusätzliche Zölle auf in China gebaute E-Autos aktiviert hatte. Weltweit verkaufte Volvo im vergangenen Jahr laut Dataforce 75.169 Einheiten des EX30, das entspricht einem Rückgang von 23 Prozent.
„Wir kontaktieren derzeit die Besitzer aller betroffenen Fahrzeuge, um sie über die nächsten Schritte zu informieren“, so Volvo im neuen Jahrs zum Rückruf seines kleinsten Vollstromers. Die in dem Modell verbauten Batterien werden Reuters zufolge von einem von Geely unterstützten Joint Venture, Shandong Geely Sunwoda Power Battery Co., gefertigt. Der Lieferant habe das Problem behoben und werde die neuen Batteriezellen liefern, teilte Volvo mit.
Der Premiumautobauer verkündete, die betroffenen Batteriemodule kostenlos zu ersetzen. Die Besitzer betroffener EX30 sollten das Laden bis zur Behebung des Problems auf 70 Prozent beschränken, um die Brandgefahr zu beseitigen. Seit Dezember haben die Schweden Besitzern des EX30 in mehr als einem Dutzend Ländern geraten, ihre E-Autos nicht in der Nähe von Gebäuden zu parken und den Ladevorgang zu begrenzen.
Allein die neuen EX30-Akkupacks könnten laut einer Reuters-Analyse, die auf den möglichen Preisen eines chinesischen Akkuherstellers basiert, 195 Millionen US-Dollar kosten – ohne Logistik- und Reparaturkosten. Das Unternehmen erklärte, die Berechnungen seien „spekulativer Natur” und man befinde sich in Verhandlungen mit dem Zulieferer.

Micha meint
Sowas kann vorkommen und zum Glück handelt Volvo hier deutlich entschlossener und schneller als Mercedes bei EQA und EQB rumgeeiert hat. Für die öffentliche Wahrnehmung von BEVs ist es natürlich trotzdem nicht hilfreich, dass sich ähnliche Fälle in letzter Zeit häufen.
LOL meint
da fährt man lieber ein Auto von etablierten BEV Herstellern
Future meint
Als Autokäufer muss man immer auch schauen, wer die Zellen für das gewünschte Auto liefert. Mir wäre da ein Zellhersteller mit langjähriger Erfahrung und ohne große Rückrufe in den letzten Jahren wichtig.
LOL meint
grundsätzlich ja, ohne Rückrufe wird schwierig ;-) … die frage ist eher ob sie daraus gelernt haben
und man hat damit nicht den neuesten Sche.. weil das Neueste ja noch nicht Langzeiterprobt ist … aber das Neueste braucht man auch nicht unbedingt, es gibt schon seit einigen Jahren Produkte, die ausreichend gut sind
ich bin ja bei so manchen neuen Produkten mit hohen Laderaten noch gespannt ob das auf Dauer gut geht
Future meint
Sunwoda hat ja auch eine langjährige Erfahrung. Aber sie expandieren stark und bauen neue Fabriken, beispielsweise in Indien. Probleme bei neuen Zellfabriken in neuen Ländern sehe ich grundsätzlich als Problem, weil die Skalierung der Produktion bei den Zellen so kompliziert ist und zu viel Ausschuß führt. Zellen aus etablierten Fabriken wären mir lieber als aus den ganz neuen. Da hätte ich dann auch mehr Vertrauen in die Qualitätssicherung.
Thomas meint
Die Batteriezellen für den Volvo EX30 stammen überwiegend von dem chinesischen Hersteller Shandong Geely Sunwoda Power Battery Co., Ltd..
So die Google KI Recherche. Keine Ahnung ob die früher schon auffällig waren.
Mäx meint
Geely und Sunwoda hatten schon etwas länger einen Rechtsstreit wegen der Batterien und haben sich kürzlich geeinigt.
Da ging es um 2021-2023 produzierte Zellen (wohl für Zeekr), also zu früh für den EX30.
Vermutlich geht es nun um ein anderes Werk, wo sich Qualitätsprobleme eingestellt haben.
Interessant dass Geely trotzdem auf Sunwoda vertraut.
Tinto meint
Z.B. von Polestar