In Europas Städten wächst der Druck, Lieferungen schneller, effizienter und klimafreundlicher zu gestalten. Das EU-geförderte Projekt Shift2Zero entwickelt maßgeschneiderte, einsatzspezifische N1 Elektro-Nutzfahrzeuge (e-LCVs), die den komplexen Anforderungen urbaner Lieferketten gerecht werden sollen.
Das AIT Austrian Institute of Technology trägt dazu bei, innovative Technologien wie Infrarot-Kabinenheizungen, intelligentes Wärmemanagement und energieoptimierte Steuerungsstrategien in die Fahrzeuge zu integrieren. Sechs Prototypen auf Basis der Plattformen Iveco eDaily und Alkè ATX werden an sechs europäischen Pilotstandorten praxisnah getestet – von der Kühlkette in Brüssel bis zu schnellen Stadtlieferungen in Thessaloniki.
Ob in Brüssel, Thessaloniki oder Bologna – urbane Lieferungen stehen vor denselben Herausforderungen: Diesel-Nutzfahrzeuge dominieren weiterhin den Markt, sind aber oft überdimensioniert, ineffizient und nicht für die vielfältigen Transportaufgaben der Städte optimiert. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach schnellen, flexiblen und temperatursensiblen Lieferungen durch E-Commerce, Lebensmittelzustellungen und Retourenlogistik. Ineffizienzen bei Flottengrößen, Ladefaktoren und Energieverbrauch sowie strengere städtische Zufahrtsregelungen zeigen, das konventionelle Fahrzeuge an ihre Grenzen stoßen.
„Europa benötigt dringend emissionsfreie, kosteneffiziente und flexible Lösungen für die urbane Logistik“, so das AIT Austrian Institute of Technology. Shift2Zero entwickelt sechs Fahrzeugkonzepte, die speziell auf urbane Logistikaufgaben zugeschnitten sind. Sie kombinieren:
- Modularen Laderaum, der sich flexibel an verschiedene Transportaufgaben anpassen lässt
- Multi-Temperatur-Laderaum für gleichzeitigen Transport von Frischwaren, Tiefkühlprodukten und Trockenware
- Ergonomische und sichere Fahrerplätze, die Komfort und Arbeitssicherheit erhöhen
- Energieeffizienz durch bidirektionales Laden, regenerative Bremsen, optimierte Reifen- und Bremsentechnologien sowie intelligentes Wärmemanagement
- Digitale Steuerungsstrategien und IoT-Integration, um Fahrzeuge effizient zu betreiben und Lieferketten intelligent zu steuern
Die Fahrzeuge werden laut den Projektverantwortlichen praxisnah in Bergen, Oslo, Thessaloniki, Bologna, Brüssel und Wroclaw getestet, um reale Lieferbedingungen abzubilden und die Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche urbane Gegebenheiten zu prüfen. Parallel laufen Marktanalysen, Geschäftsszenarien, Schulungen und politische Abstimmungen, damit die Konzepte schnell den Sprung in die Praxis schaffen.
Das AIT sorgt dafür, dass die Fahrzeuge nicht nur emissionsarm, sondern auch wirtschaftlich und praxisgerecht sind. „Durch die Entwicklung von Infrarot-Kabinenheizungen und intelligentem Wärmemanagement helfen wir, die Fahrzeugleistung zu optimieren und gleichzeitig den Energieverbrauch zu senken“, erklärt Mirza Popovac, Projektleiter am AIT.
Darüber hinaus verantwortet das AIT Simulationen, Prototypenbau, Pilotvorbereitung und Dissemination, sodass die Innovationen nahtlos in die Fahrzeuge integriert werden. Besonderes Augenmerk liegt auf Kühlkettenlogistik, Rückführung von Waren (Reverse Logistics) und multi-missionfähigen Fahrzeugkonzepten, die sowohl den Transport von Gütern als auch Personen ermöglichen. „So entsteht ein ganzheitlicher Ansatz, der Technologie, Energieeffizienz und Nutzerbedürfnisse verbindet und die Marktreife der Fahrzeuge sicherstellt“, so die Verantwortlichen.

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