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E-Lkw-Zulassungen steigen europaweit deutlich, Deutschland im Mittelfeld

13.03.2026 in Transport von Thomas Langenbucher | 14 Kommentare

Mercedes-eActros

Bild: T&E

Eine neue Analyse von Transport & Environment (T&E) zeigt laut der Umweltorganisation, dass die Zulassungen von E-Lkw in Europa im Zeitraum 2023 bis 2025 um 68 Prozent angestiegen sind. Vom Hochlauf profitierte zuletzt vor allem Daimler Truck. Der Hersteller fordert nach starken Verkaufszahlen im Jahr 2025 Volvo Group als Marktführer im E-Lkw-Segment heraus. Bei der Elektrifizierung von Lkw liegt Deutschland im europäischen Vergleich im Mittelfeld.

Besonders stark zog der elektrische Markt im Jahr 2025 an: Nachdem die ersten CO2-Zwischenziele durch die EU-Flottengrenzwerte für Lkw in Kraft traten, erreichten E-Lkw im zweiten Halbjahr 2025 einen Marktanteil von 5,6 Prozent in Europa. Damit haben E-Lkw einen doppelt so hohen Marktanteil wie Gasfahrzeuge, deren Nachfrage stagniert. Wasserstoff-Brennstoffzellen-Lkw bleiben mit einem Marktanteil von weniger als 0,1 Prozent eine Nischentechnologie. Die Nachfrage nach Diesel-Lkw sank im Zeitraum 2023 bis 2025 um 16 Prozent.

„Die Zahlen zeigen klar: Die Flottengrenzwerte für Lkw wirken und bringen E-Lkw schneller auf die Straße. Das ist angesichts der schnell steigenden Dieselpreise ein gutes Signal für Spediteure und nicht zuletzt für Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland. Jeder Lkw, der elektrisch fährt, ist nicht von den Preisschwankungen am Ölmarkt abhängig“, sagt Johanna Braun, Managerin für E-Mobilität Lkw bei T&E Deutschland. “Es wäre fatal, jetzt die Flottengrenzwerte wieder zu verwässern und Investitionen in europäische E-Lkw auszubremsen. Wir müssen dringend Investitionssicherheit für alle Marktteilnehmer sichern, um mit der Marktentwicklung in China Schritt halten zu können und führend in Lkw-Herstellung zu bleiben.“

TE1
(Zum Vergrößern anklicken) Bild: T&E

Laut der Analyse liegt Europa bei der Einführung von Elektro-Lkw zwei bis drei Jahre hinter China zurück. Dort waren 2025 bereits 15 Prozent der neu zugelassenen Lkw elektrisch. Europäische Hersteller drohen dadurch, den Technologiewettbewerb gegen China zu verlieren. Mit den chinesischen Verkaufszahlen konnten im letzten Jahr lediglich die europäischen Spitzenreiter Niederlande (18,2 %), Norwegen (17,3 %), Dänemark (16,9 %) und Schweden (16,1 %) mithalten. Deutschland liegt mit 7,1 Prozent deutlich dahinter, aber immer noch leicht über dem europäischen Durchschnitt von 5,6 Prozent.

Gerade deutsche Hersteller konnten von der Elektrifizierung profitieren. Daimler Truck hat im zweiten Halbjahr 2025 den Absatz seines eActros 600 erfolgreich gesteigert und fordert damit die Volvo Group als Marktführer heraus. Volvo hat jedoch dank hoher E-Lkw-Verkaufszahlen Emissionsgutschriften für den Zeitraum 2022–2024 angesammelt, was der Gruppe helfen dürfte, ihr CO2-Ziel für 2025 sogar zu übertreffen. Die zum Volkswagen-Konzern gehörende Traton Group, zu der auch der deutsche Hersteller MAN zählt, ist bei der Elektrifizierung langsamer als Daimler Truck oder die Volvo Group, obwohl die Gruppe der größte europäische Lkw-Hersteller ist. Aber auch die Verkäufe von MAN haben 2025 an Dynamik gewonnen, da im Juni in München die Serienproduktion des eTGX und eTGS angelaufen ist.

TE2
(Zum Vergrößern anklicken) Bild: T&E

Johanna Braun sagt: „Besonders Länder mit ambitionierten politischen Maßnahmen zur Förderung von E-Lkw wie Mautbefreiungen, Kaufanreize für Lkw und Ladeinfrastruktur oder Null-Emissions-Zonen für den Güterverkehr haben die Nase bei der Elektrifizierung vorne. Um insgesamt die Nachfrage in Europa weiter anzukurbeln, muss die EU Kommission zeitnah einen Vorschlag zur Elektrifizierung von Straßentransporten vorlegen. Der Fokus sollte dabei auf großen Verladern liegen.“

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Via: T&E
Tags: Europa, Lkw, T&E, ZulassungszahlenAntrieb: Elektro-Nutzfahrzeuge, Wasserstofffahrzeuge

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. R2D2 meint

    13.03.2026 um 18:11

    Ich hab ne ganz dumme Frage: Wo sind diese ganzen tollen Elektro Trucks unterwegs? Ich von von 7 bis 20 Uhr unterwegs… aber wenn ich mal so einen elektro Mercedes Truck entgegen kommen sehe, schaue ich auf die Fahretür und dort steht: 2448.

    Insider wissen es… 24 Tonnen, 480 PS. Also KEIN E-Actros. also ein böööööser Diesel, von der Spedition die bei uns 400 Fahrzeuge hat… unglaublich. Die können nicht rechnen.

    Antworten
    • MK meint

      14.03.2026 um 14:11

      Solche Fahrzeuge sind halt „Rudeltiere“. Wenn also 7,1% der neuen LKW in Deutschand elektrisch unterwegs sind, kauft ja nicht jede große Spedition 7,1% ihrer Neufahrzeuge mit Elektroantrieb, sondern die meisten zu 0%, einige zu 50%, einzelne vielleicht sogar zu 100%. Und da eben noch kein flächendeckend sehr gut nutzbares Ladenetz für Sattelzüge besteht, werden die auch noch meist eher im Pendelverkehr eingesetzt. So sieht man dann an vielen Orten gar keine Elektro-LKW, an anderen sehr viele. Und da die Hersteller erstmal nur begrenzte Stückzahlen liefern können, wird halt auch geschaut, dass man eher die Speditionen, die als erstes bestellen, komplett bedient, als jedem mal ein bisschen was zu liefern.

      Antworten
  2. Ossisailor meint

    13.03.2026 um 13:33

    Zum Thema lese ich gerade in electrive.net, dass das EU-Parlament eine Lockerung der CO2-Vorgaben für die Hersteller beschlossen hat. Grundsätzlich sollen zwar die zeitlich gestaffelten Grenzwerte erhalten bleiben, aber die Hersteller bekommen die Möglichkeit, mehr CO2-Credits für die Übererfüllung von Zielen zu erhalten, die dann später verrechnet werden können. Dadurch können sie mehr Puffer für spätere Jahre aufbauen.

    Antworten
    • Justin Case meint

      13.03.2026 um 14:17

      Die jahrelange interessegesteuerte verblòdung trägt Früchte. Rechte Narrative, die den Klimawandel verharmlosen oder leugnen, werden von sogenannten Konservativen wiederholt: „Klimaalarmist“, „Weltuntergangserzähler“, „Klimakleber“, U name it.
      Die eigene Ahnungslosigkeit verschwindet hinter Ignoranz und Überheblichkeit.
      Fossilienverkäufer freuen sich.

      Antworten
      • R2D2 meint

        14.03.2026 um 13:46

        Schlimmer sind eigentlich nur die Leute, die die Welt retten wollen, weil wir eigentlich nur etwas den CO2 Ausstoss reduzieren müssen.. schlimmer als die Leute die glauben die Erde sei eine Scheibe.

        Antworten
        • Zero1 meint

          14.03.2026 um 15:40

          Wir müssen sogar auf Null gehen.
          Manche Experten sagen sogar, dass das nicht reicht und wir sogar CO² aus der Luft im großen Stil entnehmen müssen.

        • R2D2 meint

          15.03.2026 um 19:54

          zero,
          dann viel spaß dabei. co2 zu entsorgen würde 1.000 Jahre dauern… aber das eigentliche Thema ist ja eigentlich Methan. Was helfen würde, wäre schlechtes Wetter, dicker Nebel, jahrelange wolkenbildung…

          aber ist doch lustig, das wir uns selber mit klinisch reiner Luft den Klimawandel selber gemacht haben…

          Jeder der in der Schule war, sollte es wissen. Keine Wolken, warmer Boden… aber da die verblödung immer weiter geht, sollen wir noch cleaner werden…

    • MK meint

      13.03.2026 um 14:52

      @Ossisailor:
      Schauen Sie sich mal an, wie sich der Ölpreis in den letzten Tagen prozentual gesehen entwickelt hat (womit die Mineralölkonzerne zusätzlichen Gewinn machen) und wie sich der Dieselpreis in Deutschland nach Abzug fester Steuern (CO2-Abgabe, Energiesteuer) prozentual entwickelt hat: Das ist wie ein 6er im Lotto mit Superzahl grade für die Konzerne. Von daher hat man jetzt noch mal mehr Geld für entsprechende Lobbyarbeit um diese Gewinne, erzielt über die Abhängigkeit derjenigen, die drauf reinfallen, über weitere Jahrzehnte abzusichern.

      Antworten
  3. Gunnar meint

    13.03.2026 um 12:17

    Interessante Karte. Keine Überraschung, dass Niederlande, Norwegen, Dänemark, Schweden und Island auch bei den eLKWs die Vorreiterrolle einnehmen.
    Seltsam, aber positiv, dass direkt dahinter Griechenland auf Platz 6 liegt. Negativ fällt Finnland auf, bei den ePKWs sehr stark, warum diese niedrigen Raten im LKW-Bereich?

    Das Gesamtniveau ist zwar noch niedrig, aber die Steigerungsrate dafür höher. Denke, wir sehen Ende diesen Jahres 10% in Europa.

    Antworten
    • MK meint

      13.03.2026 um 14:54

      @Gunnar:
      Also den Stammtisch dürfte es sehr überraschen, dass ausgerechnet die dünn besiedelten skandinavischen Länder mit sehr weiten Strecken und kalten Wintern Vorreiter sein sollen, funktioniert das laut Stammtisch doch gar nicht. Aber ja, andere wiederum überrascht es nicht…

      Antworten
  4. David meint

    13.03.2026 um 11:05

    Man darf nicht vergessen, bis 2030 ist eine steile Rampe zu nehmen, um in der EU die Werte zu erreichen. Daher werden wir die stärksten Anstiege in den nächsten Jahren sehen. Was auch Sinn macht, weil bis 2030 die Akkus um die 800 kWh haben werden und MCS-fähig sind. Dann muss man nicht mehr schlau mit Apps Strategien überlegen, sondern man fährt einfach.

    Antworten
    • MK meint

      13.03.2026 um 12:19

      @David:
      Sicher wird es ein weiteres Wachstum bei Akkugrößen und Ladegeschwindigkeit geben (wobei zumindest 780 kWh Akkukapazität bei Volvo schion für dieses Jahr angekündigt sind). Gleichzeitig gibt es ja aber auch viele Anwendungsgebiete, die das gar nicht brauchen und wo eine schnelle Umstellung viel mehr Sinn macht (Stichwort z.B. Müllabfuhr). Es wird ja einen Grund haben, warum Daimler Truck sich letztes Jahr nicht darauf konzentriert hat einen „eActros 800“ zu schaffen, sondern vor Allem darauf, den unter dem eActros600 angesiedelten eActros400 neu aufzulegen. Bei Stadtbussen, aber auch im PKW-Bereich ist eine solche Entwicklung ja zu beobachten: Anfangs sind bei einer neuen Variante mit größerem Akku die kleineren dafür verschwunden. Mittlerweie sind die größeren eher ein Zusatzangebot und die kleineren Akkus finden trotzdem ihre Abnehmer. Z.B. ein LKW, der Supermärkte ab dem Regionallager beliefert: Wie viele Kilometer schafft der wohl maximal am Tag? 300? Vielleicht 350? Und dann steht er die ganze Nacht. Da sind Akkukapazität und Ladegeschwindigkeit eines eActros600 mehr als ausreichend. Warum also mehr bezahlen? Da wird eher die Hoffnung sein, dass der 600er billiger wird, wenn es z.B. einen 800er gibt.

      Antworten
      • Mary Schmitt meint

        13.03.2026 um 15:33

        Der eActros 400 wird seinen Markt finden. Er wurde jetzt entwickelt, weil man dazu keinen technischen Fortschritt zum eActros 600 benötigt. Aber bei den Kommunalfahrzeugen musst du wissen, z.B. Müllwagen sind von den CO2-Zielen ausgenommen. Absolut unverständlich, weil sie fast nur in Wohngebieten fahren. War halt mal wieder so ein EU-Wahnsinn…

        Antworten
        • MK meint

          13.03.2026 um 17:18

          @Mary Schmitt:
          Es dürfte egal sein, dass die von den CO2-Zielen ausgenommen sind. Viele Städte und Gemeinden arbeiten längst an der Umstellung, weil zum einen natürlich viel Lärm „verschwindet“, vor Allem aber grade bei dem ständigen Stop&Go, wenn man nur von Haus zu Haus fährt, der Elektroantrieb seine Vorteile (Stichwort Rekuperation) so ausspielen kann wie sonst nirgendwo. Und das wiederum bringt dann über gesparten Energieverbrauch und gesparten Bremsverschleiß sehr direkt sehr hohe finanzielle Einsparungen.

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