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Ford: E-Autos sollen trotz „Gigacasting“ schnell und kostengünstig reparierbar sein

26.03.2026 in Autoindustrie, Technik von Thomas Langenbucher | 1 Kommentar

Bild: Ford

Ford setzt auf einen tiefgreifenden Wandel in der Fahrzeugproduktion. Konzernchef Jim Farley spricht von der „radikalsten Veränderung“ seit dem Model T. Ziel ist es, nicht nur die Verkaufspreise zu senken, sondern auch Reparaturkosten zu reduzieren. Den Auftakt soll in den USA ein mittelgroßer elektrischer Pick-up für rund 30.000 Dollar vor Steuern (ca. 26.000 Euro) im kommenden Jahr machen.

Kern des neuen Ansatzes ist laut Automotive News der Ersatz hunderter Einzelteile durch zwei große Aluminium-Strukturen, sogenannte Unicastings – jeweils eine im Front- und eine im Heckbereich. Dieses Verfahren ähnelt dem von Tesla eingesetzten „Gigacasting“. Es soll die Produktion vereinfachen und Kosten senken, wirft jedoch Fragen zur Reparaturfreundlichkeit auf.

Insbesondere steht zur Debatte, ob Schäden künftig teurer werden könnten, wenn statt vieler kleiner Teile ganze Großkomponenten ersetzt werden müssen. Auch die Verfügbarkeit solcher Bauteile wird als potenzielles Problem gesehen. Diese Bedenken wiegen schwer, da Ford mit dem neuen Einstiegsmodell auf die wachsende Erschwinglichkeitskrise in der Branche reagiert.

Frühe Untersuchungen, auf die sich Automotive News beruft, deuten darauf hin, dass Fahrzeuge mit großen Gussstrukturen unter bestimmten Voraussetzungen sogar günstiger zu reparieren sein können. Entscheidend sei, dass die Reparaturfähigkeit von Anfang an mitgedacht wird – ein Anspruch, den Ford nach eigenen Angaben verfolgt.

„Ein Fahrzeug mit Unicastings ist tatsächlich leichter zu reparieren“

Alan Clarke, Leiter der Entwicklung fortschrittlicher Elektrofahrzeuge bei Ford, betont: „Was wir schnell herausgefunden haben, ist, dass ein Fahrzeug mit Unicastings tatsächlich leichter zu reparieren ist.“ Die bewusste Auslegung auf Reparierbarkeit zwinge Ingenieure dazu, einfache und effiziente Lösungen zu entwickeln, was sich letztlich als Vorteil erweise.

Ein Grund dafür liegt im Design: Große Gussstrukturen können gezielt so gestaltet werden, dass sie Schäden besser aufnehmen und einfacher instand gesetzt werden können. Vergleichbare Konzepte finden sich etwa beim Tesla Model Y sowie bei neueren Modellen chinesischer Hersteller wie XPeng und Xiaomi. Mit aus den vorderen und hinteren Karosserieteilen herausragenden „Crash Cans“ will Ford bei leichten Kollisionen die Hauptstruktur schützen.

Selbst wenn größere Strukturen beschädigt werden, lassen sie sich laut Ford oft teilweise reparieren oder einfacher ersetzen als bei klassischen Karosserien. Clarke weist darauf hin, dass die Reparatur von Blechkarosserien nach leichten Unfällen häufig komplexer sei. Bei Unicastings hingegen gebe es klare Schnittlinien: „Das Fahrzeug hat buchstäblich eine gestrichelte Linie, an der man schneiden kann – und dann wird das Ersatzteil eingeklebt.“

Ford erklärt, die Fahrzeuge seien so konzipiert, dass Schäden bei niedrigen und mittleren Geschwindigkeiten – den häufigsten Unfallarten – lokal begrenzt blieben. Trotz der großen Bauteile seien die Strukturen modular aufgebaut, mit definierten Schnittzonen, um Reparaturen zu vereinfachen und zu standardisieren. Interne Tests zeigten, dass Reparaturen zeitlich und kostenseitig mit klassischen Methoden konkurrieren könnten.

Für die Umsetzung setzt Ford auf sein dichtes Händlernetz und gezielte Schulungen. Techniker sollen in speziellen Reparaturtechniken ausgebildet werden. Nach Einschätzung des Traditionsautobauers könnten diese Arbeiten sogar weniger anspruchsvoll sein als herkömmliche Reparaturen.

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Via: Automotive News
Tags: Produktion, ReparaturUnternehmen: Ford
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. David meint

    26.03.2026 um 12:16

    Vielleicht sollte man zur Einordnung sagen, dass der Hype Giga Casting bereits vorbei ist. Er kam dadurch, dass man bei den Maschinen deutlich höhere Arbeitsdrücke realisieren konnte. Nur: Wenn Bauteile groß oder komplex sind, verlagert man die Komplexität von der einen Verfahrensweise in die andere.

    Übrigens ist einer der Marken mit dem größten Anteil von GigaCasting, Mercedes. Aber für kleine, komplexe Strukturen casten alle. Bei Tesla kann man sehr gut sehen, dass man die Sache überschätzt hat. Für das Model 3 Facelift wurde kein Giga Casting eingeführt. Es gibt auch in den letzten Jahren erstaunlich wenige Reden von Tesla zu dem Thema. So wie es Battery Days auch schon seit etlichen Jahren nicht mehr gibt.

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