Bentley bereitet den Einstieg in die Elektromobilität mit einem SUV vor. Die Baureihe soll für die Volkswagentochter ein neues Antriebsfeld erschließen, jedoch preislich keine neue Kategorie eröffnen. Wie USA-Chef Mike Rocco kürzlich erklärte, werde sich der Preis des ersten E-Autos der Briten „vergleichbar“ mit dem des hier 200.000 Euro aufwärts kostenden Verbrenner-SUV Bentayga bewegen. Eine endgültige Festlegung gebe es zwar noch nicht, doch sei klar, dass sich das Modell an diesem Niveau orientieren müsse.
Rocco verwies im Gespräch mit dem Portal The Drive darauf, dass der Verkauf von Elektroautos mit spezifischen Herausforderungen verbunden sei – etwa anhaltenden Sorgen von Kunden bezüglich Ladeinfrastruktur und Reichweite. Diese Faktoren würden zusätzlich durch die ablehnende Haltung der aktuellen US-Regierung gegenüber Stromern verstärkt. Dennoch sehe er die grundlegenden Erfolgsfaktoren im Automobilgeschäft unabhängig vom Antrieb als gleichbleibend an.
„Das Autogeschäft ist relativ einfach. Man braucht den richtigen Preis, eine Bank, die angemessene Restwerte bietet, da die Mehrheit der Fahrzeuge geleast wird, und die richtige Volumenstrategie“, so Rocco. Diese Kriterien seien entscheidend, um ein Modell erfolgreich am Markt zu positionieren.
Das neue Elektrofahrzeug wird ein SUV sein. Der Bentayga mit ähnlichem Format und Plug-in-Hybrid-Antrieb ist aktuell das meistverkaufte Modell der Luxusmarke. Allerdings soll es sich um eine kleinere, für den „urbanen“ Raum gedachte Variante handeln. Laut Rocco ist die Markteinführung für das dritte Quartal kommenden Jahres geplant, während 2026 eine erste Vorschau erfolgen soll.
Ergebnisse aus Kundenbefragungen in Miami und Los Angeles zeigen Rocco zufolge, dass acht von zehn Befragten angaben, das Elektro-SUV kaufen zu wollen. Auch Händler hätten sich bei einer Präsentation in Lissabon positiv geäußert. Zugleich betonte der USA-Geschäftsführer die Bedeutung der Preisgestaltung und verwies darauf, dass beim zu BMW gehörenden Konkurrenten Rolls-Royce die Bestellungen für das erste reine E-Modell Spectre nach einem zunächst positiven Start „verdampft“ seien.
Bentley habe bewusst gewartet, bevor es selbst ein Elektroauto auf den Markt bringt, um die Entwicklung zu beobachten. Ursprünglich hatte das Unternehmen 2022 angekündigt, zwischen 2025 und 2030 mehrere Vollstromer einzuführen. Nun erklärte Rocco jedoch, dass das geplante urbane SUV vorerst das einzige Elektroauto der britischen Marke bleiben werde.
Technisch soll das neue Modell auf der E-Auto-Architektur Premium Platform Electric (PPE) des Volkswagen-Konzerns basieren, die auch beim neuen Porsche Cayenne Electric zum Einsatz kommt. Designmerkmale könnten sich am Bentley-Konzeptfahrzeug EXP 15 orientieren. Bentley hat bisher nur einen Teaser veröffentlicht, der die Silhouette des Batterie-SUV erahnen lässt.


David meint
Gut, in vielen Themen ist das kein Risiko. Design kann man bei Bentley und der SUV ist bei der Marke gut eingeführt. Technisch hat man die Sache auch im Griff. Jetzt müsste nur noch der Kunde Lust haben. Das wird man sehen. Ich kann das nicht einschätzen. Die Bentley Kunden, die ich kenne, denen traue ich das nicht zu.