Genesis-Modelle sind bislang selten im hiesigen Straßenbild, doch das soll sich ändern. Mit einem personellen Wechsel im Sommer 2025 hat die südkoreanische Premiummarke einen Neustart in Europa eingeleitet. Peter Kronschnabl, zuvor mehr als drei Jahrzehnte bei BMW, übernahm die Position des Chefs für die Region und stellte seither zentrale Weichen neu.
Die Marke, die zum südkoreanischen Hyundai-Konzern gehört, plant laut der Automobilwoche einen umfassenden Umbau: neue Führung, ein neues Vertriebssystem und neue Produkte. Kronschnabl betont gegenüber dem Branchenportal die strategische Bedeutung des Marktes: „Der Konzern hat Genesis als globale Premiummarke positioniert. Entsprechend sind wir bereit, die Marke in Europa aufzubauen und zu investieren.“
Ein wesentlicher Bestandteil des Neustarts ist die Abkehr vom bisherigen Agenturmodell hin zu einem klassischen Handelssystem. Laut Kronschnabl steigert dieses Modell die Investitionsbereitschaft der Händler und eröffnet ihnen zusätzliche Chancen. Voraussetzung für eine Zusammenarbeit ist eine sogenannte Shop-by-Shop-Lösung, die eine klare physische Trennung der Marken innerhalb eines Autohauses sowie einen separaten Eingang vorsieht. Dies soll effizientes und kostengünstiges Arbeiten ermöglichen.
Ausbau des Vertriebsnetzes in Europa
Parallel dazu wird das Vertriebsnetz ausgebaut. Aktuell ist Genesis mit 15 Standorten in Deutschland, der Schweiz und Großbritannien vertreten. Bis Ende 2026 sollen 19 weitere Standorte hinzukommen, bis Ende 2027 ist eine Verdopplung geplant. Auch geografisch expandiert die Marke: Seit Januar ist Genesis in Italien aktiv, kurz darauf folgte der Marktstart in Frankreich, im März stehen die Niederlande an. Für das dritte Quartal ist zudem der erste Standort in Spanien geplant. Damit wird man dann in sieben europäischen Ländern vertreten sein.
Mit diesen Maßnahmen will Genesis den Wachstumspfad erreichen. Konkrete Zahlen nennt die Marke zwar nicht, doch die Ausgangslage ist überschaubar: Im vergangenen Jahr wurden in Europa dem Bericht zufolge lediglich 2455 Fahrzeuge neu zugelassen, wobei nur ein kleiner Teil über Vertriebspartner lief. Damit bleiben die Südkoreaner deutlich hinter ihren früheren Zielen zurück, die für den deutschen Markt mittelfristig fünfstellige Verkaufszahlen vorsahen.
Trotz der bisherigen Entwicklung zeigt sich Kronschnabl optimistisch. „Die vergangenen Jahre waren für uns in Europa eine Zeit des Aufbaus, wir sind nun auf dem richtigen Weg“, sagt er und verweist auf positive Ergebnisse in den USA und Südkorea als Beleg für das Potenzial der Marke.
E-Autos und Hybride geplant
Mit Blick auf die Technologie gewinnt für die Südkoreaner die flexible Auslegung für unterschiedliche Antriebe an Bedeutung. Genesis hat seine frühere Festlegung auf eine reine Elektrostrategie revidiert. Ab dem kommenden Jahr will man auch Hybride anbieten – eine Reaktion auf die nachlassende Nachfrage nach Premium-Fahrzeugen mit reinem Batterieantrieb in wichtigen Weltmärkten.
Genesis plant die Einführung einer neuen, eigens entwickelten Fahrzeugplattform ab dem kommenden Jahr. Ziel ist es, die Fahrcharakteristik der Modelle stärker vom Mutterkonzern Hyundai abzugrenzen und die Positionierung als eigenständige Premium-Marke zu festigen. Die Plattform soll sowohl für Elektro- als auch Hybridantriebe geeignet sein.

David meint
Das funktioniert nicht, in Europa Hyundai Fahrzeuge als Premium oder gar Luxus zu verkaufen. Hat Lexus in 40 Jahren nicht geschafft. Dabei gab es an den Produkten oft überhaupt nichts zu meckern. Genau das wird nicht verstanden.