Der Bundesverband Neue Mobilität e.V. (BNM) fordert von der Bundesregierung ein grundlegendes politisches Umdenken hin zu einer konsequent elektrifizierten Energie- und Mobilitätsstrategie. Strom ist aus Verbandssicht der zentrale Schlüssel für wirtschaftlichen Wohlstand, Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit.
„Strom macht unser Land unabhängiger – und er macht Wohlstand direkt für die Menschen spürbar“, sagt Fachvorstand Thomas Mertens. „Wer auf elektrische Lösungen setzt, entzieht sich den Preisschwankungen globaler Rohstoffmärkte.“
In der aktuellen Energiekrise zeigt sich laut dem BNM in besonderem Maße, dass erneuerbare Energien und Elektromobilität Stabilität schaffen könnten. Elektrische Anwendungen ermöglichten die direkte Nutzung heimischer Energie und senkten langfristig Kosten. Gleichzeitig sieht der Verband politischen Nachholbedarf. So drohe etwa die aktuelle Ausgestaltung des §14a EnWG (Energiewirtschaftsgesetz) zusätzliche Kosten zu verursachen, obwohl viele Lösungen softwarebasiert möglich wären. „Zusätzliche Hardwarekosten für Haushalte sind nicht vermittelbar, wenn effizientere digitale Lösungen existieren“, so Mertens.
Im Energiesektor fordert der BNM den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien und Speicherkapazitäten. Privilegien für privaten Photovoltaik-Strom und Gebäudespeicher sollen erhalten und ausgeweitet werden, während pauschale Deckelungen bei gewerblicher Photovoltaik und industriellen Speichern entfallen müssen. Auch Mieterstrommodelle sollen gestärkt und selbst genutzter Strom regulatorisch bessergestellt werden. Ergänzend fordert der Verband eine gezielte Förderung von Bürgerwindparks, den Ausbau netzbildender Großspeicher sowie ein Förderpaket zur schnellen Beseitigung von Netzengpässen.
„Die Energiewende entscheidet sich nicht nur im Ausbau, sondern in der richtigen Regulierung“, sagt die geschäftsführende Vorständin Anja Quast. Auf dieser Basis sieht der BNM in Sachen Mobilität Handlungsbedarf. Die Förderung von Hybridfahrzeugen sei ineffizient und müsse beendet werden. Stattdessen müsse der Fokus klar auf batterieelektrischen Antrieben liegen.
Beim öffentlichen Laden fordert der Verband Kostenparität zum privaten Laden. Eigene Initiativen des BNM zeigen, dass Ladeinfrastruktur deutlich günstiger und transparenter umgesetzt werden kann. „Öffentliches Laden muss so einfach und bezahlbar werden wie zu Hause“, fordert Quast. Zudem will der Verband einen rechtlich durchsetzbaren Anspruch auf Ladeinfrastruktur für Mieter und Beschäftigte sowie die gezielte Förderung bidirektionalen Ladens zur Stabilisierung der Stromnetze.
Ergänzend spricht sich der BNM für Mittel wie eine dauerhafte Abwrackprämie für Verbrenner und ein Beschaffungsverbot für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor in der öffentlichen Hand aus. „Eine konsequent elektrifizierte Energie- und Mobilitätsstrategie ist ein Wohlstandsprogramm“, so der Verband abschließend. „Sie senkt Kosten, stärkt die Unabhängigkeit von Öl und Gas und erfordert nun entschlossenes politisches Handeln.“


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