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Studie: Schwächere EU-E-Auto-Ziele könnten 150 zusätzliche Peaker-Kraftwerke erfordern

08.06.2026 in Autoindustrie, Politik, Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | 7 Kommentare

Stromnetz-Millionen-Elektroautos

Bild: Kia

Eine Studie des Fraunhofer ISI für die Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) untersucht, wie sich geschwächte EU-Ziele für Elektroautos auf das Potenzial von Vehicle-to-Grid-Technologie (V2G) auswirken würden. V2G ermöglicht es E-Autos, Strom bei Engpässen ins Netz zurückzuspeisen. Der europäische Automobilherstellerverband ACEA fordert schwächere CO2-Ziele für Autos, was 2040 zu 49 Millionen weniger E-Autos auf Europas Straßen führen würde.

Weniger Elektroautos würden laut der Studie die Speicherfähigkeit des Stromnetzes verringern. Dadurch könnten überschüssige Wind- und Solarenergie schlechter aufgenommen und in Zeiten hoher Nachfrage zurückgespeist werden. EU-Länder müssten zusätzliche Stromerzeugung im Umfang von 150 weiteren Kraftwerken bereitstellen.

Die Analyse beziffert auch Folgen für den Solarausbau. Zwischen 2025 und 2040 würden demnach in der EU 37 Prozent weniger neue Solar-Photovoltaik-Kapazitäten installiert, das entspricht minus 51 Gigawatt. Geert Decock von T&E sagte, Elektroautos könnten „wie ein kontinentgroßer Schwamm“ überschüssige Solar- und Windenergie aufnehmen.

Bis 2040 würden jährlich zusätzlich 6 Terawattstunden saubere Energie verloren gehen, erklären die Studienautoren. Der Grund ist, dass Wind- und Solarparks bei hoher Erzeugung vom Netz getrennt würden, wenn Nachfrage und Speicher nicht ausreichen. ACEA-Forderungen würden zu 25 Prozent mehr Abregelung erneuerbaren Stroms führen als bei Beibehaltung der aktuellen Auto-CO2-Ziele.

Mehr Back-up-Kapazität nötig, Netzausbau wird teurer

Bei weniger Elektroautos bräuchte Europa ein Drittel mehr Back-up-Kapazität. Die Studie (ENG) nennt dafür plus 13 Gigawatt gegenüber dem Szenario mit aktuellen Auto-CO2-Zielen. Das entspräche 150 zusätzlichen „Peaker“-Kraftwerken.

Auch der Netzausbau würde teurer. Bei geschwächten Auto-CO2-Zielen müsste Europa jährlich 4 Milliarden Euro zusätzlich in die Netzinfrastruktur investieren. Genannt werden dickere Kabel und mehr Transformatoren, weil weniger Elektroautos lokal Strom bei Nachfragespitzen abgeben könnten.

T&E fordert, die aktuellen EU-Auto-CO2-Standards beizubehalten. Werden die Ziele erreicht, könnten Elektrofahrzeuge der Region jährlich 27,9 Milliarden Euro bei Kraftstoff sparen. Zugleich müssten Regulierer berücksichtigen, dass die meisten neuen Elektroautos heute nicht mit V2G-Systemen kompatibel sind. Für die EU-Automotive-Omnibus-Gesetzgebung fordert T&E, dass alle neuen Elektroautos ab 2032 interoperable und bidirektionale Bordladegeräte haben.

„Die hohen Ölpreise haben die Energiesicherheit und den Übergang zu erneuerbaren Energien für die EU dringlicher denn je gemacht. Doch eine Reduzierung der Elektroauto-Ziele der Union verteuert diesen Übergang erheblich“, so Geert Decock. „Da weniger Elektroautobatterien im System vorhanden sind, werden Investoren den Ausbau der Solarenergie nicht im gleichen Umfang finanzieren, und es müssen weitere Milliarden für neue Kraftwerke, Energiespeicher und Modernisierungen ausgegeben werden. Die Beibehaltung der EU-CO2-Normen für Autos ist entscheidend für die Dekarbonisierung des Straßenverkehrs, aber auch für die Umstellung des Energiesystems.“

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Via: T&E (ENG)
Tags: Bidirektionales Laden, EU, Nachhaltigkeit, Stromversorgung, T&EAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. MK meint

    08.06.2026 um 11:29

    Auch wenn ich bei T&E immer etwas vorsichtig bin: Der Aspekt, dass geschickt eingesetzte Akkus von Elektroautos die schwankende Erzeugung erneuerbaren Stroms gut dem ebenfalls schwankenden Stromverbrauch (deswegern funktionieren AKWs auch nicht als alleinige Versorger…) anpassen können, liegt ja auf der Hand.
    Denken wir doch mal 30 Jahre in die Zukunft: Sagen wir mal, 50 Mio. BEV in Deutschland mit im Schnitt 50 kWh-Akku: Wird nur bei 1% der Fahrzeuge (500.000) 50% der Akkukapazität (25 kWh) zur Verfügung gestellt, sind das schon 12,5 Mio. kWh. Machen 20% mit, sind es schon 250 Mio. kWh.

    Antworten
  2. Duesendaniel meint

    08.06.2026 um 10:38

    @Ecomento: Absatz 2-4 ist doppelt vorhanden.

    Antworten
    • Redaktion meint

      08.06.2026 um 11:20

      Danke für den Hinweis. Dieser Artikel war leider zwischenzeitlich fehlerhaft. Korrigiert!

      VG | ecomento.de

      Antworten
  3. cbzac meint

    08.06.2026 um 10:23

    Die Studie hätte mich interessiert, aber der Artikel handelt leider nicht davon. Fehlt da was in der Story?

    Dieser Satz hier scheint auch ein Opfer von zu vielen Änderungen geworden zu sein: „Anstelle eines Verkaufsverbots sieht der Vorschlag vor, dass Autobauer die CO2 Mehrere EU-Mitgliedstaaten haben in einer gemeinsamen Erklärung dazu aufgerufen, den „ehrgeizigen Kurs“ zugunsten von Elektroautos beizubehalten.“

    Antworten
    • Redaktion meint

      08.06.2026 um 11:21

      Dieser Artikel war leider fehlerhaft. Wir haben das inzwischen korrigiert.

      VG | ecomento.de

      Antworten
  4. Futureman meint

    08.06.2026 um 10:03

    Achtung, etwas zu viel KI bei Erstellung des Textes benutzt (viele Wiederholungen). Ansonsten eine tolle Nachricht, zum Schrecken der deutschen Autohersteller.

    Antworten
    • Redaktion meint

      08.06.2026 um 11:21

      Dieser Artikel wurde leider fehlerhaft dargestellt. Wir haben das inzwischen korrigiert.

      VG | ecomento.de

      Antworten

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