Stellantis will nach Angaben von mehreren Quellen der Nachrichtenagentur Reuters den Großteil seiner Investitionen auf vier Marken konzentrieren: Jeep, Ram, Peugeot und Fiat. Die übrigen Marken des 14 Marken umfassenden Portfolios sollen in regionale Rollen rücken. Der Autokonzern versucht damit dem Bericht zufolge, Marktanteilsverluste umzukehren und chinesische Wettbewerber abzuwehren.
Marken wie Citroën, Opel und Alfa Romeo sollen Mittel erhalten, um Modelle auf Basis von Technologien der vier Kernmarken zu bauen. Marken mit geringerem Volumen, die zuvor einen gleichmäßigeren Anteil der internen Investitionen erhalten hätten, sollen in bestimmten Märkten regionale oder nationale Marken werden, sofern sie dort bereits stark sind oder Potenzial haben.
Stellantis kämpft darum, Marktanteile in den USA und Europa zurückzugewinnen. Zugleich steht der Konzern in Europa und in Schwellenmärkten im Wettbewerb mit chinesischen Autoherstellern. Im Februar verbuchte Stellantis eine Belastung von rund 22 Milliarden Euro, als der Konzern seine Elektrofahrzeug-Pläne zurückfuhr.
Die strategische Neuordnung hat nach Angaben von Reuters-Quellen die Unterstützung wichtiger Investoren, darunter des größten Anteilseigners Exor. Stellantis erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur, seine Marken seien seine Stärke, und betonte die Mischung aus „globaler Skalierung mit tiefen lokalen Wurzeln“. Direkt zur geplanten Neuorganisation äußerte man sich nicht.
Einige Investoren und Analysten haben vorgeschlagen, Stellantis solle bestimmte Marken einstellen, die sich besonders in Europa häufig überschnitten. Genannt wurden Lancia, DS, Citroën und Opel. CEO Antonio Filosa, der im vergangenen Jahr mit dem Auftrag antrat, die Lage des Konzerns zu wenden, will diesen Weg laut den Quellen nicht gehen. Der Manager soll in den Marken Potenzial in Regionen oder großen nationalen Märkten sehen.
Filosa will im Mai eine neue Geschäftsstrategie vorstellen. Der Plan konzentriert laut dem Bericht Investitionen auf Jeep, Ram, Peugeot und Fiat als jene Marken, die wegen höherer Verkaufszahlen und Gewinne „wirklich zählen“, wird eine Quelle zitiert.
Unter der neuen Strategie sollen Marken wie Citroën, Opel und Alfa Romeo in bestimmten Ländern und Marktsegmenten taktisch eingesetzt werden. Zu den Optionen für regionale Marken gehören laut einem Insider Plattformen und Technologien der Kernmarken, ergänzt durch eigene interne und externe Designmerkmale sowie ein eigenes Fahrverhalten. Auch sogenanntes Rebadging einzelner Modelle für bestimmte lokale Märkte werde geprüft.
Reuters berichtete zudem, Stellantis befinde sich in Gesprächen mit dem chinesischen Partner Leapmotor über die gemeinsame Entwicklung eines Opel-gebrandeten Elektro-SUV. Ein leitender Stellantis-Manager sagte, langfristiger Erfolg hänge stärker vom strategischen Einsatz von Marken als von einer Reduzierung des Portfolios ab.

Matthias meint
Tja, entweder wurschtelt Stellantis irgendwie weiter, oder das Management schaut sich an wie VW es mit den verschiedenen Marken hinbekommen hat. Oder man stellt alle olle Kamellen eiskalt ins Museum „PKWs des 20. Jahrhunderts“ und verkauft, wie einst Ford T, VW Typ1 und heuer Tesla Model Y, zielstrebig nur noch ein massentauglich optimiertes Modell unter einer Marke.
elektromat meint
Nachdem die nicht mal ne ordentliche Reichweiten/Restreichweitenberechnung hinbekommen egal welche Marke dran klebt sind die Elektroautos von Stellantis alle ungenügend – setzen – 6. Zumal auch noch Stellantis einen enormen unterschied hat zwischen WLTP und tatsächlichem Verbrauch und damit Reichweite. Die Reichweite wird von Stellantis irgendwie immer angezeigt als 100% = WLTP, 50% = halbe WLTP, kein einberechnen von Fahrverhalten, Wetter, Temperatur etc… absoluter Mist. Haben Software nicht verstanden. Braucht keiner. Kann weg.
Jeff Healey meint
Nein, kann nicht weg.
Mein neuer Opel Frontera Electric hat eine Restreichweiten-Berechnung (wo kommen diese Märchen her?) und ist vom Gesamtkonzept und der allgemeinen Bedienbarkeit und der gesamten Abstimmung her eines der angenehmsten und besten Autos die ich je gefahren habe.
Und das waren im Laufe meines Autofahrer-Lebens einige.
Jeff Healey meint
Das ist doch Quatsch, mit Verlaub.
Ich habe mir vor kurzem einen Opel Frontera Electric gekauft. Das Auto ist in jeder Beziehung top angenehm. Klar wird sich manch einer über die Reichweite von nur 307 Kilometer mokieren, aber das reicht vollkommen für unseren Zweck, hauptsächlich regionale Fahrten, vollkommen aus. Ansonsten ist das Fahrzeug wirklich gut ausgestattet, bietet viel Platz und Sicherheit zum Spartarif. Das Bedienkonzept ist top, blind zu bedienen, die Assistenten nerven kein bisschen, und das Fahrwerk ist über jeden Zweifel erhaben. Ein richtig guter Begleiter. Übrigens hat der eine Restreichweitenberechnung und eine sehr genaue Anzeige dafür. Das konnte ich auf der Autobahn-Überführungsfahrt gut erkennen.
elektromat meint
ihr wollt doch nicht behaupten die Jungs hättens langsam gelernt. Also C3 vom Schwiegervater rechnet 100% geladen = WLTP, Mokka vom Kollegen rechnet falsch 100% geladen = WLTP, Fiat 500 vom Nachbar rechnet 100% geladen= WLTP entsprechend meiner Beschreibung. Alles Stelantis und verschiedene Fahrzeuge. und die angegebenen Verbrauch kannst in die Tonne treten. Die WLTP von meinem MG kommen im Sommer hin. Bei den anderen drei mir direkt bekannten Stelantis Modelle haben einen Verbrauch real jenseits von gut und Böse z.B. C3=20kwh/100km Landstraße wo mein MG 16,8 braucht, was in etwa der Werksangabe entspricht.
Wenn ihr andere Daten habt dann her damit.
Jeff Healey meint
Was interessiert mich der Citroen oder der Fiat?
Was interessiert mich bei einem Kurzstrecken-Fahrzeug die Genauigkeit der Reichweiten-Anzeige wenn die Kiste jeden Abend eh an die Steckdose kommt und aus der Speicher Batterie des Hauses nuckelt?
Was interessieren mich Eure Anforderungen an ein E-Auto?
Was hat denn der tolle MG gekostet? Den Frontera Electric habe ich zum Preis eines besser ausgestatteten Dacia Spring geschossen!!!
Nur darauf kommt es (mir) an: Das beste Preis/Leistungsverhältnis zu meinem anvisierten Einsatzzweck!
Und da ist dieses ach so „schlechte“ Stellantis-Produkt einfach unschlagbar. Punkt.
elektromat meint
Jeff Healey musst ja nicht gleich Pampig werden.
Was interessieren die anderen Marken – weils das gleiche Zeug ist – oder meinst du Stellantis macht für den Opelaufkleber was anderes unters Blech?
Preis? welcher? Liste ist der Frontera mit 44KWh Akku bei 29K also auch kein Schnäppchen. Dann muss aber alles passen. Ausser du hast nen Glücksgriff aus welchen Gründen auch immer aber den wird nicht jeder machen können. Du schreibst zwar die ganze Zeit in sämtlichen Beiträgen wie super günstig du dein Auto bekommen hast aber mit nem Betrag bist du noch nicht um die Ecke gekommen um das vergleichen zu können. Dafür wirst du gleich Pampig. Komische Dialogskultur.
Wir nutzen halt den MG und Verwandtschaft den C3 nicht nur fürn paar Meter zur Arbeit sondern auch für Fernstrecke, und da muss ich mich auf die Reichweitenanzeige verlassen können. Da mach ich mal nen Punkt.
Für die Kurzstrecke hab ich noch ne ZOE als Zweitauto aus BJ 2013 und sogar die kann Reichweite berechnen was mit 22KWh Akku auch nicht unwichtig ist.
Für Menschen die zum ersten mal mit einem EAuto unterwegs sind untermauern falsche Reichweitenberechnungen vor allem die Stammtischvorurteile was ich auch nicht besonders gut finde. Daher sind Hersteller gut beraten das nicht nur der Preis gut ist sondern auch die Software – denn die macht im EAuto den Unterschied, Blech zusammenbauen und Zulieferkomponenten rein stecken das kann jeder – gibts fertige Anlagen zum kaufen dafür. Was beim Verbrenner die Motortechnik war ist hier nun mal Software. Und die ist bei Stellantis im Vergleich zu anderen mir bekannten Herstellern nicht ausgereift. Sollte das inzwischen so sein, dann bitte belegen und nicht rumpampen
Mag ja sein das dich die Opel begeistern, aber im Vergleich zu allen Fahrzeugen die ich kenne und selbst gefahren bin schneidet Stellantis am schlechtesten ab.
Hinweis: Tesla und MB bin ich noch nicht gefahren daher sind die zwei großen Hersteller nicht mit einbezogen.
David meint
Scheint mir richtig, die Marken zu ordnen, aber ob es so richtig ist, weiß ich nicht. Am Ende ist man zu zergliedert und muss beim ordnen auch das Händlernetz mitnehmen. Vor allem aber sollte man stärker die Technik vereinheitlichen. Dann kann man auch Nischen erobern oder kleinere Marken erhalten. Nur ist da viel zu tun. Gerade elektrisch hat man sich bisher nicht mit Ruhm bekleckert, ökonomisch und technisch.
tutnichtszursache meint
Mir gefällt die Entwicklung bei Opel und Citroen die letzten Jahre, mit eigenständiger Identität, Design und Bedienkonzepten, sollten diese Marken nur noch umlackierte Chinesen sein, werden die einst tollen Marken untergehen.
Zur Wahrheit zählt aber auch, das Opel/Vauxhall unter GM schon immer eine Marke für Europa war und für die Welt die Opel Modelle als Chevrolet oder Buick umgelabelt wurden.
Mäx meint
Es soll doch aber kein umgelabelter Chinese werden sondern wenn ein umgelabelter Fiat/Ram/Jeep/Peugeot.
Mir erschließt sich der Vorteil noch nicht.
Was macht man denn gerade? Jeder darf machen wie er will? Keiner spricht sich ab? Alle entiwckeln selber obwohl es Konzernplattformen gibt (Verbrenner oder BEV)?
Das wäre ja verrückt.
Was Stellantis hier sagt ist doch am Ende nur: Wir machen Plattformen, die die Marken verwenden können. Die Marken werden aber regionaler zugeschnitten, können aber Design selber machen. Das ist doch absolut logisch und ich hätte gedacht, dass das schon so passiert.
Dazu kommt dann, dass bei manchen Modellen, die sich überregional verkaufen lassen, ein reines Badging betrieben wird.
MK meint
@Mäx:
Ich denke, dass wir da in Zukunft noch deutlich mehr „reines Bading“ sehen werden: Wie Sie sagen, ist die Technik unter der Haube schon identisch. welchen Sinn hat ein Opel Corsa mit eigenständiger Karosserie also noch gegenüber einem Peugeot 208 mit Opel-Logo? eigentlich gar keinen. Von daher macht es doch Sinn, sich die Designer (der erneute Stellenabbau in Rüsselsheim ist ja schon verkündet…), aber auch Investitionen in Pressen etc. zu sparen.
Kann natürlich auch sein, dass man zumindest bei der nächsten Generation noch mal z.B. unterschiedliche Scheinwerfer erhält, um den Kunden die Gewöhnung einfacher zu machen. Aber warum sollten neben Motor, Akku etc. nicht z.B. auch Außenspiegel, Amaturenbrett oder Rückbank Gleichteile sein?
Und damit zu dem, was Sie ansprechen: Ich glaube, man spricht sich ab…aber halt unter Gleichberechtigten und da keiner dem anderen Gleichteile verbindlich vorgeben kann, führt das dann wieder zu Wildwuchs und damit einhergehend Kosten. Also macht es doch Sinn, eine Mannschaft zum Führungsteam zu erklären und der Rest macht wirklich nur noch weitgehend alibimäßige kosmetische Eingriffe.
Mäx meint
Vielleicht hab ich etwas falsch formuliert. Der grundlegende Vorteil liegt ja auf der Hand und da bin ich bei dir, dass das sinnvoll ist.
Mir erschließt sich eben nur nicht, was der Unterschied zu bisher ist.
Aktuell baut man Fahrzeuge auf Plattformen in unterschiedlichen Designs (z.B. CMP mit gut 15 Modellen entweder als BEV oder Verbrenner mit identischen Leistungsdaten).
Ich bin also verwirrt über Soll-Zustand weil das für mich bei einem Mehrkernkonzern eine Selbstverständlichkeit wäre und eigentlich ja auch gemacht wird bei Stellantis.
Wo ist also der Unterschied zwischen Soll- und Ist-Zustand.
Denn zukünftig will man laut Aussage des Artikels: „[…] Plattformen und Technologien der Kernmarken, ergänzt durch eigene interne und externe Designmerkmale sowie ein eigenes Fahrverhalten.“
Wo die Plattform herkommt ist am Ende ja egal; es muss eben nur einen Verantwortlich geben den man bestimmen muss.
Wenn es bisher Wildwuchs war, ist das klares Managementversagen und gut, dass das korrigiert wird.
MK meint
@Mäx:
Ich würde es nicht als „Wildwuchs“ bezeichnen. Ich glaube einfach, dass dadurch, dass die Firmen mal eigenständig warn, bei jeder einfach alles vorhanden war und so sicher auch mal gemischte Teams verschiedener Marken aus verschiedenen Ländern zusammengearbeitet haben, um eben eine solche gemeinsame Plattform zu erreichen.
Wie man an den Meldungen z.B. zu Rüsselsheim sieht, läuft die aktuelle Restrukturierung offensichtlich darauf hinaus, bei den nicht als „Kernmarke“ definierten Marken weite Teile der Entwicklung ersatzlos zu streichen. Da von einem Aufbau von Kapazitäten z.B. bei Peugeot aber nichts zu hören ist und man in früheren Runden mit dem Rasenmäher einmal über alle Marken gegangen ist, ist die Frage, ob dann in Zukunft bei Stellantis noch genug Entwicklung übrig bleibt, um überhaupt irgendwas vernünftiges auf den Markt zu bringen…ich meine, wir sind schon jetzt in einer Situation, wo man z.B. bei den meisten Opel-Elektrofahrzeugen auch in 2026 noch nicht einstellen kann, dass der Akku nicht bis 100% geladen werden soll. Und in der zumindest für die Verbrenner-Variante der aktuelle Peugeot 208 (und damit wahrscheinlich auch der Corsa), der schon seit 2019 auf dem Markt ist, auf unbestimmte Zeit weiterlaufen soll.
Mäx meint
Kann gut sein, dass es so ist.
Wie gesagt, mich wunderte nur, dass das nicht schon so läuft bzw. dass man das schon immer so verfolgt hat.
Vielleicht ist die Änderung nur dass man konsequenter ist.
Mal schauen.
Wenn man jetzt mal Corsa und e208 nimmt sind die Verbräuche ganz gut, die Batteriekapazität/Reichweite ganz gut, Größe des Fahrzeugs ganz gut, gerade in Anbetracht des Preises von ca. 23k (nach Rabatt).
SOC nicht einstellbar, keine Routenplanung, Ladegeschwindigkeit und ein paar andere BEV Sachen sind dann wirklich aber nicht gut.
Das ging vielleicht vor ein paar Jahren, aber da muss nun auch was kommen, sonst muss man vom Preis runter…das ist im Moment noch ein Vorteil bei Stellantis.
Böhser Neffe meint
Die Fusion ist in der Modellpalette noch nicht abgeschlossen, Opel wurde vor Stellantis schon auf PSA Technik umgestellt, bei Fiat/Alfa und den US Marken wird es vermutlich noch reine FCA Technik geben. Bei den großen Motoren übernehmen die PSA Marken vielleicht Chrysler Technik. Ich wüsste nicht, dass es bei PSA bisher 6 und 8 Zylinder Motoren gäbe oder überhaupt Motoren die zu einem Fullsize Truck oder größeren SUVs passen, wovon der Konzern am Ende lebt (Jeep, RAM).
Der V8 in den Trucks und vermutlich größeren Jeeps wird bleiben.
PSA und FCA mögen auf Augenhöhe fusioniert haben, aber da war Opel schon „Peugeopel“ und in PSA aufgegangen.
Jeff Healey meint
Reines „Badging“ wäre der Untergang für die Marken. Ein Peugeot und ein Opel unterscheiden sich in vielen Bereichen sehr stark, zum Beispiel durch das Bedienkonzept oder Innenraum-Konzept.
Und das wird von den Kunden honoriert. Den Einen gefällt der Peugeot besser, den Anderen der Opel oder Citroen oder Fiat, etc. Eine Abkehr von dem Konzept der konzeptionellen Freiheit der Marken in Design und Ausstattung wäre ein Rückschritt, ein schwerer Fehler, und würde sich unweigerlich in schlechter werdenden Absatzzahlen bemerkbar machen.
MK meint
@Jeff Healey:
Die Frage ist ja, in wie weit man sowas bewusst in Kauf nimmt. Für Opel Corsa und Peugeot 208 sind schon heute große Abnehmer doch z.B. der hauseigene Carsharing-Dienst, aber auch andere, dazu Pflegedienste und Firmen, die kleine Fahrzeuge für ihre Teams für kurze Strecken nutzen. Denen ist das Bedienkonzept erstmal herzlich egal, genauso wie auch das Design.
Bleiben also die Privatkunden: Wenn z.B. der nächste Opel Corsa einfach nur ein Peugeot 208 mit Opel-Blitz wird: Was passiert dann wohl? Wechseln die Kunden wirklich in großer Zahl zu VW (ID.)Polo oder Renault Clio/R5? Oder trauern sie zwar dem nach, dass es Opel-Design und Konzepte nicht mehr gibt, landen aber auf der Suche nach etwas neuem (auf die sie sich dann ja zwangsläufig begeben müssen) doch wieder bei Stellantis?
Ich glaube also, die Zahl der verlorenen Kunden wird sich in Grenzen halten, weil ja nicht plötzlich die Konkurrenz anbietet, was Stellantis nicht mehr anbietet, und die Kunden brauchen weiterhin ein Auto.
Und wie viele davon kann man halten, weil man das verbleibende Fahrzeug billiger anbieten kann, weil z.B. keine Pressen mehr für die Karosserien verschiedener Schwestermodelle vorgehalten werden müssen, sondern nur noch für ein Modell? Wenn Logistiker die Belieferung des Montagebands nicht in mühsam gebildeten Sequenzen sicherstellen müssen, sondern es einfach nur eine Variante gibt?
Und dann wird es zum rein mathematischen Problem: Als Stellantis (damals noch als PSA) Opel übernommen hat, hatte Opel 9.000 Entwickler und Designer. Demnächst sollen es nur noch 1.500 sein, Tendenz sinkend. Wenn man z.B. 100 Mio. Deckungsbeitrag (was sicher locker 500 Mio. Verkaufsumsatz entspricht) verliert, aber dafür 150 Millionen € an Entwicklungskosten spart, die sonst von eben diesem Deckungsbeitrag gedeckt würden, geht die Rechnung für Stellantis auf.
Besonders wenn dann noch Einsparungen bei Werbebudget und Händlernetz hinzu kommen: Würden Opel wirklich komplett zu 100% zu umgelabelten Peugeots, könnte man Opel in weiten Teilen Europas komplett vom Markt nehmen, Peugeot im Gegenzug würde in Europa verschwinden.
Im Endeffekt ist Opel ja das perfekte Beispiel, dass sowas auch über Jahrzehnte funktioniert: Die Marke Vauxhall ist regional erfolgreich, hat aber seit Jahrzehnten kein eigenständiges Modell mehr im Programm.
Böhser Neffe meint
Das macht Sinn, Opel z.B. würde ich dann nur noch in Deutschland vertreiben, ähnlich wie es Vauxhall nur in UK gibt. Opel und Vauxhall unterscheiden sich nur im Emblem, aber sind sonst identisch.
Lancia hätte ich ein echtes Reboot gewünscht, aber dazu ist die Marke vermutlich inzwischen zu unbekannt und Alfa läuft schon nicht gut.
Man könnte die Namensrechte auch an China verkaufen. Grade Opel, Vauxhall und Citroen, oder eben auch Lancia wenn man keine eigene Ideen hat diese Marke wieder zu beleben.
Jeff Healey meint
Opel wächst mit den aktuellen Modellen teilweise stärker als der deutsche Markt und wächst derzeit auch wieder im Marktanteil. Auch in Gesamt-Europa sind die Absatzzahlen in einem deutlichen Aufwärtstrend. In Nordafrika wächst Opel ebenfalls erstaunlich gut. Ich hielte es vor diesem Hintergrund für einen groben Fehler die Namensrechte zu verkaufen.
Böhser Neffe meint
Wer sich einen „Peugeopel“ kauft, würde wenn es Opel nicht mehr gäbe, auch einen im Grunde baugleichen Peugeot kaufen, alles andere wäre seltsam.
Der Astra wird im Leasing meine ich verramscht, ansonsten hört man wenig Gutes über Stellantis und speziell den PSA Part.
Jeff Healey meint
Die Kritik an den Stellantis Fahrzeugen ist teilweise völlig übertrieben. Ich habe mir gerade den Opel Frontera Electric gekauft, der ist für mich wirklich top, wirklich sehr gut konzipiert und bedienbar, zumal der (Gebraucht-) Preis der eines gut ausgestatteten Dacia Spring war. Da kann man derzeit wirklich Schnäppchen machen, und dann muss man einfach auch mal Preis und Leistung in Relation setzen. Das kann man natürlich nicht mit einem BMW oder Tesla vergleichen, aber die Relation stimmt einfach.