Während batterieelektrische Fahrzeuge in Europa in immer mehr Ländern und Segmenten wirtschaftlich mit Verbrennern konkurrieren, zeigt der Ayvens Car Cost Index 2026 für Deutschland ein differenziertes Bild. Nur in der Kompaktklasse liegt demnach ein Auto mit Elektroantrieb in Deutschland mit 887 Euro Gesamtbetriebskosten um 8 Euro unter der Benzin-Variante.
Die zweite Ausgabe des „Car Cost Index“ von Ayvens analysiert die Gesamtbetriebskosten (TCO) für das Autofahren in 30 europäischen Ländern. Dazu zählen Wertverlust (Abschreibung), Zinsen, Instandhaltung, Kraftstoff/Strom, Steuern (ohne MwSt.) und Versicherung. Grundlage des Index sind die Daten des Autoleasing-Experten aus dem vierten Quartal 2025.
„Die Gesamtbetriebskosten sind der wichtigste Faktor beim Autokauf oder bei der -finanzierung. Rechnet man Strom, Instandhaltung und Steuern mit ein, erweist sich das auf den ersten Blick teure Elektrofahrzeug über einen Zeitraum von vier Jahren durchaus als eine wirtschaftliche Wahl“, so Martin Kössler, Geschäftsführer von Ayvens in Deutschland.
Die wichtigsten Erkenntnisse des Car Cost Index
- In der Schweiz liegen die durchschnittlichen monatlichen Kosten mit 1217 Euro am höchsten, während Portugal, Belgien und Rumänien mit Kosten unter 800 Euro pro Monat am günstigsten sind. Deutschland liegt mit 906 Euro im mittleren Bereich.
- Mit Kosten unter 650 Euro pro Monat ist es in Portugal und Belgien europaweit am günstigsten, ein vollelektrisches Auto zu fahren. Die Gesamtbetriebskosten dafür betragen in Deutschland 890 Euro.
- Europaweit sind batterieelektrische Fahrzeuge bereits in 17 von 30 Ländern in der Kleinwagenklasse, in 19 von 30 Ländern in der Kompaktklasse und in 16 von 30 Ländern in der Mittelklasse kostenseitig wettbewerbsfähig.
- Im Ländervergleich des Index liegt der BMW i4 in 20 von 30 europäischen Märkten bei den Gesamtbetriebskosten vor dem BMW 3er mit Benzinantrieb.
- Bei Elektroautos fallen die Energiekosten deutlich niedriger aus als bei Benzin- und Dieselfahrzeugen, während der Wertverlust weiterhin ein zentraler Kostentreiber bleibt.
- In den meisten west- und nordeuropäischen Ländern ist es günstiger, ein Elektroauto zu fahren als einen Verbrenner. Dieser Trend gewinnt nun auch in Südeuropa an Dynamik, wo E-Autos gegenüber herkömmlichen Verbrennern zunehmend wettbewerbsfähig werden.
Blick auf die Fahrzeugklassen in Deutschland
- Während Elektroautos der Kleinwagenklasse in vielen Ländern teilweise deutlich günstiger sind als ein Verbrenner, macht Deutschland die Ausnahme. Hier liegen die monatlichen TCO bei 759 Euro für einen Vollstromer im Vergleich zu 717 Euro für einen Benziner.
- Nur in der Kompaktklasse liegt ein Auto mit Elektroantrieb in Deutschland mit 887 Euro Gesamtbetriebskosten monatlich um 8 Euro unter der Benzin-Variante.
- Ähnlich sieht es in der Mittelklasse aus. Auch hier liegen in Deutschland die Kosten für einen Elektroantrieb im Monat mit 998 Euro um etwa 40 Euro über dem konventionellen Antrieb.

David meint
Da schreien sicher wieder alle reflexartig auf. Aber ich denke die Kostenersparnis absolut ist es nicht. Autofahren ist teuer und das ist auch gut so, weil es gar nicht so gut für die Umwelt ist. Auch nicht das elektrische Autofahren.
Wer es aber trotzdem elektrisch fährt, stellt im Betrieb weniger direkt zu zahlende Kosten fest. Der Strom zu Hause ist sehr günstig. Und der Strom unterwegs ist mit einem entsprechenden Vertrag oder Kenntnissen auch günstig. Das generiert, gerade bei Leuten, die schlecht rechnen könnten, den Eindruck, das Elektroauto sei insgesamt ein Sparbrötchen.
Ist es nicht, aber wer spart schon im Privathaushalt wirklich? Wir machen das, um die nächste Generation an solche Themen anzuführen, als Familienprojekt für Commodity, ständig wiederkehrende Kosten und im Wesentlichen austauschbare Leistungen. Aber die beiden Elektroautos sind in diesem Zusammenhang nicht betroffen. Sie zu besitzen ist recht teuer und das ist bekannt. Es ist aber auch kein Kriterium.