Allego hat seine neue Lade-App vorgestellt und bündelt darin nahezu alle konkurrierenden Netzwerke in einer einzigen Anwendung. Die App soll das in Deutschland bislang fragmentierte Ladeerlebnis mit vielen verschiedenen Anbietern, Preisen und Apps vereinfachen. Elektroauto-Besitzer sollen damit nicht mehr je nach Betreiber unterschiedliche Lade-Apps nutzen müssen.
Die Anwendung vereint laut dem niederländischen Unternehmen das eigene Netz und andere weitreichende Roaming-Netze in einer Schnittstelle. Dadurch würden eine Million Ladesäulen in Europa zugänglich und nutzbar. Nutzer könnten auch Ladesäulen von Konkurrenten finden und verwenden, ohne zusätzliche Gebühren für die Nutzung fremder Anbieter zu zahlen.
Zu den genannten Funktionen gehören die Lokalisierung aller verfügbaren Ladestationen unabhängig vom Betreiber, die Anzeige von Leistung und Verfügbarkeit in Echtzeit sowie die Preisangabe vor Beginn des Ladevorgangs. Der Ladeprozess lässt sich mit wenigen Klicks in der App starten und bezahlen. Für Langstreckenfahrten steht ein „Smart Route Planner“ zur Verfügung.
„Keine Provision, garantierter Einzelhandelspreis“
Allego hebt hervor, dass die App keine zusätzlichen Gebühren auf die Nutzung fremdbetriebener Ladesäulen erhebt. Der angezeigte Preis entspricht demnach dem ausgeschriebenen Preis des jeweiligen Betreibers. Wenn eine bestimmte Start- und Endzeit für den Ladevorgang festgelegt wird oder Ladezeitüberschreitungen beziehungsweise Parkgebühren anfallen, sind die innerhalb dieser Zeiträume entstehenden Gebühren enthalten. „Versteckte Kosten entstehen damit gar nicht erst“, versichert das Unternehmen.
Als weiteren Punkt nennt Allego die Preisentwicklung beim Fahren: Bei durchschnittlichen Benzinpreisen von über 2,10 Euro pro Liter in Deutschland entwickle sich das Schnellladen von Elektrofahrzeugen bereits zu einer kostengünstigen Alternative – auch für Langstreckenfahrten. Gleichzeitig verweist man auf die Bedeutung von Schnellladestationen im Alltag, um Wartezeiten an öffentlichen Stationen zu begrenzen.
Nutzer der App erhalten an allen Allego-Schnellladestationen in Deutschland automatisch 9 Prozent Rabatt. Der Preis liegt dort mit Allego Smart bei 0,69 Euro pro Kilowattstunde (kWh). Beim Plus-Abonnement für 9,99 Euro pro Monat nennt Allego 36 Prozent Rabatt auf ultraschnelles Laden. Für eine Fahrt von Hamburg nach München werden 102,60 Euro ohne App, 93,15 Euro mit der App und 66,15 Euro mit Allego Plus angegeben.
Für das Plus-Abonnement nennt Allego eine Amortisation ab 370 Kilometern pro Monat. Diese Berechnung basiert auf einem Durchschnittsverbrauch von 18 kWh pro 100 Kilometer und variiert je nach Elektroauto, Wetter, Fahrstil und Ladeverhalten.
„Bisher müssen Fahrer mehrere Lade-Apps nutzen, um flexibel überall laden zu können. Indem wir alle Netzwerke in einer einzigen Schnittstelle in der Allego-App zusammenführen, vereinfachen wir den Ladeprozess, sodass er genauso einfach ist wie herkömmliches Auftanken – mit transparenten Preisen und sofortigen Einsparungen“, sagt Christian Zeh, Chief Operating Officer, bei Allego.
Als Charge Point Operator (CPO = Ladepunktbetreiber) verfügt Allego nach eigenen Angaben in Deutschland über mehr als 525 Ultra-Schnellladestandorte mit 2355 Ladepunkten. Bis 2026 sind weitere 100 Ladestationen geplant. Die App ist für Android und iOS verfügbar, zeigt Preise und verfügbare Ladestationen in Echtzeit an und ermöglicht Zahlungen per Kreditkarte, Apple Pay und Google Pay. Nutzer profitieren außerdem von Sofortrabatten.

Justin Case meint
Leider muss man sagen: Das Erlebnis an Tankstellen ist besser.
Keine App, kein Tarifdschungel, keine Subscriptions, kein Roaming.
stattdessen:
Große Preistafeln, bezahlen mit Karten (EC/ Kredit), die man eh schon hat.
Bitte genau so wünsche ich mir das.
MaGro meint
Wieder mal so eine App, die die Welt nicht braucht.
ADHOC-Zahlung mittels EC/Girocard oder Kreditkarte zu angemessenen Preisen vom maximal 39 Ct/kWh und fertig.
Jegliche Verwaltungskosten, die durch das Handaufhalten diverser „Dienstleister“ extra generiert werden, braucht kein Mensch.
Ladegerechtigkeit brauchen wir und kein „Ladeerlebnis“.
Habe heute gerade mal wieder so einen Albtraum erleben müssen. Angegeben in der App waren 44 ct/kWh, berechnet wurden stattdessen 85 ct/kWh. Das hat ein Nachspiel. Zum Glück habe ich Screenshots gezogen.
Jens meint
Mein erster Gedanke war: wenn es keine versteckten Kosten gibt, ist es einfach nur ganz offen teuer. Irgendwie scheint sich mein Gedanke zu bestätigen. Im Prinzip also das gleiche, was auch Electroverse anbietet, nur mit Discount bei Allego. Im besten Fall also nur im Ausland zu gebrauchen. Mit den hiesigen Ad-Hoc-Preisen tut man sich ja meist keinen Gefallen.
Matthias meint
Tolle Idee. Jetzt das Ganze noch von der App auf eine RFID-Ladekarte kopieren damit man niederschwellig auch ohne Mobilfunk und Handyakku laden kann. Ist schon erstaunlich dass Telefonnummer und Smartphone sehr oft als vorhanden vorausgesetzt werden. Will aber nicht alles darüber abwickeln.
Bloodie meint
Übersehe ich den Link zur App oder fehlt der wirklich?
Jörg meint
Noch ne App, ich will doch nur „Ich halt doch einfach nur die Karte dran“ haben. Meine persönliche Karte, die auch beim Bäcker, Supermarkt und auch sonst überall funktioniert.
Was bitte verstehen diese Unternehme als Ladeerlebnis?
Für mich wäre das Erlebnis, KK dran Stecker rein und während der Pause ein ‚Erlebnis‘ bei z.B. Jochen S. buchen auf dem Smartphone.
Tommi Mäkitalo meint
Dann sind die Kosten dann offen sehr hoch. Das macht Allego gar nicht interessanter.
Peter K meint
„Der angezeigte Preis entspricht demnach dem ausgeschriebenen Preis des jeweiligen Betreibers“ das scheint mir gelogen zu sein.
Gerade app installiert.
Jet Kelsterbach kostet 49cent, wie auf deren Webseite nachzulesen ist.
In der App sin der 77cent.
Einzelfall?