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Neue LFP-Batteriematerial-Anlage von IBU-tec in Bitterfeld-Wolfen soll 2028 starten

07.05.2026 in News & Trends von Thomas Langenbucher | 7 Kommentare

IBU-tec_Richtfest_BTF_DominiqueWollniok

Bild: IBU-tec | Dominique Wollniok

IBU-tec treibt den Aufbau seiner neuen Produktionsanlage für LFP-Batteriematerial (Lithium-Eisenphosphat) in Bitterfeld-Wolfen voran und hat kürzlich das Richtfest für einen neuen Sprühturm gefeiert. Der Turm ist ein zentraler Bestandteil der Anlage, mit der das Unternehmen die großvolumige Produktion des Materials starten will. Vorgesehen ist eine Kapazität von 15.000 Tonnen, die Anlage soll ab 2028 in Betrieb gehen. Bislang stellt IBU-tec LFP-Material nur in deutlich geringerem Umfang her.

Die Bauarbeiten an der Anlage laufen seit Herbst 2025. Das Vorhaben ist eng mit Volkswagens Batterietochter PowerCo verbunden. Grundlage sind ein im Herbst abgeschlossenes „Joint Development Agreement“ und ein darauf aufbauender Liefervertrag. PowerCo hat sich nach Unternehmensangaben die komplette Produktionsmenge für zehn Jahre gesichert.

Für die Übergangsphase ist laut dem Portal Electrive vorgesehen, dass LFP-Kathodenmaterial ab diesem Jahr bis 2028 auf bestehenden Anlagen am Hauptsitz in Weimar hergestellt wird. Parallel dazu wird in Bitterfeld-Wolfen die neue Produktion aufgebaut. Ab Mitte des Jahres sollen dort weitere Infrastrukturmaßnahmen folgen, darunter der Bau einer Logistikhalle. Die Inbetriebnahme des Sprühturms ist für das vierte Quartal 2026 geplant.

IBU-tec hebt hervor, dass der eigenentwickelte Produktionsprozess ohne chinesische Technologie auskommt und auf den europäischen Markt ausgerichtet ist. Das Unternehmen erklärt zudem, das produzierte Batteriematerial zeichne sich durch einen verbesserten CO2-Fußabdruck aus, da die Technologie im Vergleich zu konventionellen Verfahren aus China nur rund halb so viel Energie verbrauche.

Vorstandschef Jörg Leinenbach bezeichnete das Richtfest als wichtigen Schritt für die Ausbaupläne des Unternehmens. „Mit der neuen Produktionsanlage schaffen wir die Grundlage, um LFP-Kathodenmaterial erstmals in industriellem Maßstab in Europa herzustellen“, sagte er. Leinenbach verband das Vorhaben mit der europäischen Batteriewertschöpfungskette und der Versorgung von Kunden mit leistungsfähigen und nachhaltigeren Materialien.

Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze äußerte sich bei dem Richtfest-Termin. Er verwies auf die Bedeutung industrieller Souveränität und technologischer Zukunftsfähigkeit in Europa. Batteriematerialien seien ein Schlüssel für Energiewende und Transformation der Automobilindustrie. Schulze sagte, es sei erfreulich, mit IBU-tec ein starkes Unternehmen in Sachsen-Anhalt zu haben, das „eine unabhängige, europäische Wertschöpfungskette für Batteriematerial hier in Bitterfeld etabliert“.

Die IBU-tec-Gruppe entwickelt und produziert Materialien für verschiedene Industrien und beschäftigt nach aktuellen Angaben rund 230 Mitarbeiter. Der Standort Bitterfeld-Wolfen hat für die Gruppe eine zentrale Bedeutung. Dort produziert das Unternehmen seit 2018, ab 2028 sollen am Standort verstärkt auch LFP-Materialien hergestellt werden.

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Via: IBU-tec & Electrive
Tags: Batterie, ProduktionAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Tinto meint

    08.05.2026 um 09:05

    Wieder ein Unternehmen welches China systematisch aussperrt und das auch selbstbewusst in seiner Pressemeldung verkündet. Sehr schön, das macht Schule, ist ein Qualitäts und Innovationsbeweis und vor allem motivierend für andere Unternehmen es gleichzutun. Das sollten wir unterstützen.

    Antworten
  2. Future meint

    07.05.2026 um 16:58

    Das ist ein großartiges Richtfest. Hinzukommt, dass in Sachsen-Anhalt gebaut wird, also einer Gegend, wo man an die Grünen Zukunftsindustrien eigentlich nie wirklich geglaubt hat. Jetzt kriegen sie das trotzdem hingestellt und vielleicht erkennen die vielen Skeptiker dann, dass sowas Arbeitsplätze schafft und dass damit sogar Geld verdient wird. Es braucht viel mehr von diesen Grünen Erfolgserlebnissen im Land. Dann kriegen die Kritiker und Nörgler auch wieder rosige Zukunftsaussichten. Und wer jetzt wieder mit Northvolt kommt, der sollte wissen, dass Heide von den Amerikanern gerettet wird. Also, es wird schon noch alles grün und gut.

    Antworten
    • M. meint

      07.05.2026 um 19:28

      Von „den“ Amerikanern?
      Es gibt nur wenige Amerikaner, die so etwas überhaupt interessiert. Die meisten interessieren sich nur für den Benzinpreis, wie man an aktuellen Umfragen gut ablesen kann.
      Da bleibt natürlich nur die Hoffnung, dass die Teheraner da nicht so schnell klein beigeben, auch wenn es schwer fällt, an diesem Regime irgendwas gut zu finden.

      Aber dass einige wenige das Potential der Northvolt-Reste erkannt haben, freut mich natürlich aich. ;-)

      Antworten
      • Tinto meint

        08.05.2026 um 13:10

        Dass Future das Thema wechselt wenn es für ihn und seinen Auftraggeber unangenehm wird, ist ja hinlänglich bekannt. Aber den Unterschied zwischen “ den Amerikanern “ und den USA bzw. einer US Firma hätte ihm sein VW fahrender Professor besser erklären sollen. Aber vermutlich sind solche Kenntnisse in Zeiten von Pisa einfach nicht mehr gefragt, oder für seinen Job schlichtweg nicht erforderlich.

        Antworten
  3. M. meint

    07.05.2026 um 12:37

    Insgesamt sehr positiv, vor allem, weil das ohne China-Knowhow auskommt, was bisher immer der Knackpunkt ist.
    Da sich aber PowerCo direkt mal bis 2038 die komplette Produkionsmenge gesichtert hat, ist der eigentliche Bedarf wohl viel höher.
    Das sollte ein Aufruf an Investoren sein, die Produktion noch aufzustocken, und die Abhängigkeit von Importen weiter zu reduzieren.

    Antworten
  4. David meint

    07.05.2026 um 12:20

    Das kann ich mir nicht vorstellen. Das sind doch sicher Fake News. Wissen denn nicht alle hier, dass alles aus China kommt und in den Staub mit Europa und den deutschen Herstellern? Zumindest nach der Meinung, führender ahnungsloser Kommentatoren hier.

    Vor allem hat so etwas einen Vorlauf. Denn heute klingt es logisch, wo man weiß, dass die EU das Thema lokale Wertschöpfung berücksichtigt. Nur sind diese Pläne älter. Da hat man also mutig gehandelt, um jetzt am Start zu sein.

    Antworten
    • Paule meint

      07.05.2026 um 14:59

      Na, noch kommt aus der Anlage nichts raus, wie auch bei anderen von Dir gefeierten Investments (Sagunt, Northvolt, Varta…) zum Akkuthema. Und bis dahin und dem Beweis, dass IBU-tec brauchbares liefern kann, kommt Kathodenmaterial jetzt und in Zukunft weiter aus China. Auch für VW.
      Ich wünsche IBU-tec den dringend notwendigen Erfolg, um aus den roten Zahlen heraus zu finden. Seit vielen Jahren konnten sie ihren Umsatz nicht signifikant steigern, sind aber deutlich in die Verlustzone abgerutscht. Das VW-Engament ist bestimmt eine willkommene warme Dusche und Basis, dass so etwas überhaupt noch finanziert wurde.

      Antworten

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