Nach dem geplanten Verkauf seiner Anteile an Bugatti Rimac und der Rimac Group ergreift die Porsche AG weitere Maßnahmen im Rahmen ihrer strategischen Neuausrichtung. Die Tochtergesellschaften Cellforce Group GmbH mit Sitz in Kirchentellinsfurt, Porsche eBike Performance GmbH mit Sitz in Ottobrunn sowie Cetitec GmbH mit Sitz in Pforzheim sollen nicht weitergeführt werden.
Insgesamt sind mehr als 500 Mitarbeiter betroffen. Michael Leiters, seit Januar Vorstandsvorsitzender des Sportwagenbauers: „Porsche muss sich wieder auf sein Kerngeschäft fokussieren. Das ist die unabdingbare Grundlage für eine erfolgreiche strategische Neuausrichtung. Das zwingt uns zu schmerzhaften Einschnitten – auch bei unseren Tochtergesellschaften.“
Porsche hatte eine der ehrgeizigsten Elektroauto-Strategien der deutschen Autohersteller. Die Schwaben gingen davon aus, dass in wenigen Jahren nur noch die Sportwagenikone 911 als klassischer Verbrenner angeboten wird. Da der Markt aber langsamer als erwartet auf Batterieautos umsteigt, wurde die Strategie angepasst. Im Rahmen der Neuausrichtung von Porsche „mit einer technologieoffenen Antriebstrategie“ bestehe für die Batterietochter Cellforce GmbH keine ausreichend tragfähige Perspektive mehr, heißt es nun. Die Geschäftsleitung werde daher Gespräche mit dem Betriebsrat zur Schließung des Unternehmens aufnehmen. Rund 50 Mitarbeiter seien betroffen.
Die Porsche eBike Performance GmbH wurde gegründet, um leistungsstarke E‑Bike-Antriebssysteme zu entwickeln und weltweit zu vermarkten. Aufgrund grundlegend veränderter Marktbedingungen für E‑Bike-Antriebe würden die Aktivitäten des Joint Ventures eingestellt, teilt Porsche jetzt mit. Diese Maßnahme stehe im Einklang mit der strategischen Konzentration auf das Kerngeschäft. Die Betriebsschließung an den Standorten Ottobrunn und Zagreb soll rund 350 Mitarbeiter betreffen.
Die Cetitec GmbH in Pforzheim entwickelte spezialisierte Software für Datenkommunikation für Porsche und den gesamten Volkswagen-Konzern. Auch hier hat sich das Marktumfeld verändert und Entwicklungsumfänge wurden verlagert. Die Geschäftsleitung der Cetitec GmbH werde Gespräche mit dem Betriebsrat zur Schließung des Unternehmens aufnehmen, so Porsche. Betroffen seien rund 60 Mitarbeiter in Deutschland und 30 in Kroatien.
Mit Fokus auf sein Kerngeschäft verlängert Porsche die Laufzeit von Verbrennern. Das geplante SUV-Modell K1 wird sowohl mit klassischen als auch mit Hybridantrieben auf den Markt kommen, eigentlich war ein Vollstromer vorgesehen. Das große SUV Cayenne ist kürzlich wie geplant in der neuen Generation rein elektrisch gestartet, flankierend wird es noch Verbrenner- und Plug-in-Hybridversionen geben. Die Zukunft der kleinen 718-Sportwagen ist noch offen. Sie sollten eigentlich nur noch mit reinem Batterieantrieb gebaut werden, Berichten zufolge erwägt Porsche aber auch hier eine längere parallele Verbrennerzukunft.
Das seit 2024 als reines Elektroauto vertriebene mittelgroße SUV Macan wird eine neue Alternative mit Verbrenner-Antrieb erhalten. Abzuwarten bleibt, wie es mit der bisher als reiner Verbrenner und Plug-in-Hybrid angebotenen Oberklasselimousine Panamera weitergeht. Es gab Berichte, dass Porsche diese Baureihe mit dem als Sportlimousine und Kombi konzipierten Elektroauto Taycan zusammenlegen und den Kunden die Wahl des Antriebs überlassen könnte.

Uwe meint
> „Im Rahmen der Neuausrichtung von Porsche „mit einer technologieoffenen Antriebstrategie“ bestehe für die Batterietochter Cellforce GmbH keine ausreichend tragfähige Perspektive mehr“
Mit dieser Einstellung hat Porsche – LEIDER – nur noch eines verdient:
Den Untergang!
Till meint
BYD, Xaiomi und andere Chinesen werden sich bald im Bieterwettkampf um den Namen „Porsche“ befinden… … vielleicht noch zehn Jahre.
Jörg2 meint
Da die Einnahmeseite nicht da ist, wo sie sonst war, muss die Kostenstruktur nun folgen.
Nur konsequent.
Da die Porsche-BEV-Produkte nicht ausreichend funktionieren, gibt es die Zurückverscheibung zum Verbrenner.
Auch konsequent.
Wie lange der Verbrenner-„Sport“-Markt noch funktioniert, wird die Zukunft zeigen. Es gibt ja auch noch immer (manchmal sehr schöne) mechanische Zeigeruhren. Segelboot natürlich auch. Auch die gelegentlich fahrenden Dampfloks sind schön anzusehen.
David meint
Rimac hat seine Schuldigkeit getan, hat sich nicht so entwickelt, wie man das erst gedacht hatte. Greyp hatte ich nie verstanden. Am Ende normalisiert sich das Geschäft mit den eBikes, und es gibt eine Vielzahl von Antrieben, zu viele. Es ist schwer, sich darüber zu differenzieren. Das Thema Reichweite gibt es – anders als beim Elektroauto – nicht mehr. Entweder man ist in einer Nische, dann gibt es nichts zu verdienen oder man ist im Massenmarkt, dann muss es günstig sein und skalieren können. Bei Cellforce steht dagegen die Varta Akquisition und PowerCo aus dem Konzern. Es macht einfach keinen Sinn, mit drei Zellherstellern verbundelt zu sein, wenn der Kunde zu wenig Elektro kauft.
eBikerin meint
PowerCo ist VW und nicht BMW
Werner Mauss meint
Tja, der Rückstand von Porsche ist in den allermeisten Bereichen mittlerweile zu groß. Das Image verblasst zusehends, denn die Notwendigkeit der Selbstdarstellung entfällt, wenn jedes bessere E Kindertaxi die selben Fahrleistungen hat. Porsche kann selbst zum doppelten Preis keine technologisch besseren Fahrzeuge liefern als die Konkurrenz. Mitte der 80er hatte man schon mal das selbe Problem als man mit den Hausfrauenporsches mit Audi und VW billig Innenleben den Kunden täuschen wollte. Diese Fahrzeuge 924/928 usw. gingen als Werkstattporsche in die Geschichte ein.
Noch gibt es einige Boomer die an das alte Sportwagen Märchen glauben, aber das Ende ist nah.
eBikerin meint
Der 928 ist ein Porsche – der hat allerdings nen V8 Motor und war damals das Spitzenmodel von Porsche.
Werner Mauss meint
Ja, er war allerdings schlecht konstruiert und Elektronik konnten die damals schon nicht.
Michael meint
Sie sahen eine Folge von wünsch dir was aus der Tesla Blase
Futureman meint
Ob das die richtige Strategie ist? Was mit Zukunft zu tun hat wird geschlossen, dafür wird wieder mehr in Steinzeittechnologie gesteckt. Aktuell schießt das Thema Elektromobilität weltweit stark nach oben (dank Trumps Aktionen zur Spritpreiserhöhung, da kommt kein CO2-Preis mit) und die Verkaufszahlen für Verbrenner brechen ein. Da wird der Markt immer kleiner und die potenziellen Käufer immer älter.
MK meint
@Futureman:
Dafür hat man ja die PKW-Akkusparte „V4Drive“ von Varta gekauft und noch PowerCo im Konzern…drei unabhängig forschende Akkuzell-Entwicklungsfirmen in einem Konzern machen glaube ich wirklich keinen Sinn.
MK meint
Und wieder muss man ergänzen: Porsche zieht sich damit nicht aus der eigenen Entwicklung von Akkuzellen zurück: Cellforce wird auch deshalb eingestellt, weil man mit „V4drive“, mittlerweile umbenannt in „V4smart“ eine ehemalige Varta-Tochtergesellschaft gekauft hat, die sich auf Hochleistungszellen spezialisiert hat. Und für die „normalen“ Zellen kann man auf die Kompetenzen bei PowerCo als Zellentwickler und -hersteller zurückgreifen.
Werner Mauss meint
Aha, also kann der betagte Porschefahrer nun seine Hörgeräte Batterien auch im Porsche verwenden. Gibt es von Varta irgendwas für E Autos, Frage für einen Freund.
MK meint
@Werner Mauss:
Lesen Sie meinen Kommentar bitte noch mal genau. Aber nochmal ausführlich:
Varta, die von AA-Batterien über Hörgeräte- und Airpod-Akkus alles mögliche produzieren (übrigens auch 12 V-Starterbatterien für Autos), hatte vor einigen Jahren eine eigene Tochtergesellschaft für die Entwicklung und Herstellung von Akkus für Elektrofahrzeuge gegründet (die Firma „V4Drive“), recht früh aber schon Anteile an Porsche verkauft. Letztes Jahr hat man sich dann aus dem Markt für Auto-Akkus zurückgezogen und diese Firma dann vollständig an Porsche verkauft, die die Firma daraufhin in „V4Smart“ umbenannt haben.
Also: Sie konnten in der Vergangenheit tatsächlich Autos bei Porsche mit Varta-Akkus kaufen (u.a. die Hybridmodelle des Panamera). Das können Sie auch jetzt immer noch, nur ist es jetzt auf dem Papier nicht mehr Varta, sondern eben eine Porsche-Eigenproduktion, aber es sind immer noch die gleichen Menschen an der gleichen Produktionslinie, die das gleiche Produkt herstellen…und unabhängig von der Meldung hier soll das auch in Zukunft so bleiben.