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Steigende E-Auto-Nachfrage wirkt sich auf Verbrenner-Restwerte aus

11.05.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 8 Kommentare

BMW-i4-Uebergabe

Bild: BMW (Symbolbild)

Die Nachfrage nach neuen und gebrauchten Elektroautos steigt deutlich, getrieben durch hohe Spritpreise sowie politische Anreize wie die neue Kaufförderung für E-Autos. Im April 2026 wurden 41 Prozent mehr rein batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) zugelassen als im Vorjahresmonat. Gleichzeitig zeigt sich laut der Automobilwoche auf dem Gebrauchtwagenmarkt ein dynamischer Wandel: Während gebrauchte Stromer früher länger inseriert blieben, sinken die Standtage von im März 2025 im Schnitt 59 Tage auf nur noch 53 im gleichen Zeitraum des folgenden Jahres.

Die Kaufanfragen nach gebrauchten E-Autos verdoppelten sich zwischen Dezember und April 2025/2026 – der Anteil stieg von 3,5 auf 8 Prozent, berichtet die Gebrauchtwagenplattform Autoscout24. „Acht Prozent mögen erst einmal wenig klingen“, sagt Stefan Schneck vom Autoscout24-Deutschland-Vertrieb der Automobilwoche. „Im Gebrauchtwagensegment, das lange keine richtige Fahrt aufgenommen hat, ist das jedoch ein beachtlicher Wert.“

Gebrauchte E-Autos kamen zuletzt auf bessere Preise, wie die B2B-Auktionsplattform Caronsale ermittelt hat. Demnach erzielten Vollstromer im Januar im Durchschnitt 84 Prozent der von den Händlern festgelegten Wunschpreise. Im April waren es bereits 91 Prozent. E-Autos sind aber weiter tendenziell günstig zu haben. Der Marktbeobachter Deutsche Automobil Treuhand (DAT) beziffert den durchschnittlichen Händlerverkaufspreis an Endkunden nach drei Jahren bei einer jährlichen Laufleistung von 20.000 Kilometern auf aktuell 47 Prozent des Listenneupreises.

Laut DAT-Experte Martin Weiss werden Restwerte von E-Autos auf absehbare Zeit nicht steigen, sondern sich eher stabilisieren. Zwar wachse die Nachfrage, gleichzeitig sorgten aber die anhaltend wachsenden Neuzulassungsvolumina sowie der technische Fortschritt weiter für Druck auf die Preise.

Benziner und Diesel erzielen derweil nach drei Jahren aktuell noch 59 Prozent des Listenpreises. Damit seien die Verbrenner-Restwerte noch längst nicht wieder auf dem normalen Niveau vor der Pandemie, erklärt Weiss. Angesichts der aktuellen Spritpreise müsse man sich langsam auch die Verbrenner-Restwerte ansehen, meint Thomas Henche, Geschäftsführer der Autohausgruppe Ostermaier. Martin Henche von der DAT erwartet hier aber nur etwas Nachlassen der Restwerte, keinen Einbruch.

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Tags: Gebrauchtwagen, Preise, RestwertAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Manziel meint

    11.05.2026 um 17:31

    Es ist immer wieder lustig, wie vom günstigen Gebrauchtmarkt geschrieben wird. Und dann kostet ein gebrauchter Enyaq so viel Geld wie ein neuer Octavia Diesel als Tageszulassung… Da ist noch viel Luft nach unten, bis bei solchen Autos Parität erreicht ist. Zumal der Gebrauchtmarkt den Zustand von vor gut 3 Jahren widerspiegelt und immer noch recht dünn ist, gerade bei Erstwagen

    Antworten
    • simon meint

      11.05.2026 um 18:03

      Sehe ich auch so, langfristig muss sich die Autoindustrie gewöhnen das ein Elektroauto billiger ist als ein Verbrenner.

      Antworten
    • MK meint

      12.05.2026 um 09:55

      @Manziel:
      Der Punkt ist doch: ein neuer Enyaq kostet genauso viel wie ein neuer vergleichbar ausgestatteter Kodiaq und ein neuer Elroq so viel wie ein vergleichbar ausgestatteter Karoq. Mal zum Vergleich: Das Verbrennerpendant zum Enyaq ist eben nicht der Octavia, den ich neu ab 29.000 € Liste bekomme, sondern der Kodiaq, der bei 44.000 € Liste anfängt.
      Man sollte also schon Äpfel mit Äpfeln vergleichen und stellt dann fest: Die „Preis-Parität“ ist längst erreicht. Natürlich kann ich immer schauen, dass ich beim Verbrenner eben kein SUV nehme, sondern ein ganz anderes Modell und dann noch zusätzlich die Sitzheizung und die 3 Jahre Onlineupdates weglasse, einen Motor mit weniger Leistung wähle usw. Und natürlich ist das dann billiger…weil ich aber eben auch weniger bekomme.

      Antworten
      • RR meint

        12.05.2026 um 15:14

        Volle Zustimmung.
        Man kann natürlich anmerken dass es noch kein Octavia-Gegenstück gibt, aber das ist keine technische Hürde sondern nur eine Frage der Zeit.
        Genauso wie es im Laufe der Zeit auch immer günstigere Einstiegsmodelle bei den Elektros geben wird.

        Antworten
  2. South meint

    11.05.2026 um 14:46

    „Endkunden nach drei Jahren bei einer jährlichen Laufleistung von 20.000 Kilometern auf aktuell 47 Prozent des Listenneupreises.“
    Was halt der Listenpreise in einem neuen und subventionierten Markt aussagt. Die alte eAutoförderung endete erst Ende 2023, also erst vor gut 2,5 Jahren…
    und ich muss ehrlich sagen, so ganz Glaub ich die Zahl nicht. Mein zweiter ID.3 60kWh hat mit BJ 2021, 49Tkm am Anfang 2024 21T€ gekostet. Liste müsste der so um die 33T gewesen sein. Da reden wir nicht von Theorie, dass habe ich bezahlt und ich kann nur sagen, das war damals die Preisuntergrenze. Da reden wir also von ca. nem Drittel weniger…

    Antworten
    • Deity meint

      12.05.2026 um 08:32

      Ich finde es auch immer schade wenn eine 6000 Euro Förderung die es damals gab einfach nicht mit einbezogen wird.

      Ich habe ziemlich genau diese 3 Jahre und 20k km pro Jahr mit meinem VW ID.3 hinter mir. Listenpreis waren 44k Euro, nach Förderung 38k Euro. Bekommen würde ich dafür nach kurzer Recherche ca. 25k Euro.

      Sind 65 bzw. 56% Restwert auf Listen bzw. Kaufpreis. Das ist keien Statistik und nur ein Einzelwert. Soll aber zeigen was die Förderung für einen Einfluss auf die Berechnung des Restwertes hat.

      Antworten
    • MK meint

      12.05.2026 um 10:00

      @South:
      Ich glaube, ein ganz entscheidender Faktor, den diese oberflächliche Betrachtung außer acht lässt, ist die unterschiedliche Zusammensetzung der Märkte: Teure Premiumautos haben schon immer einen deutlich höheren Wertverlust als z.B. Kleinwagen von Volumenmarken. Nun besteht der Elektroauto-Markt zu einem überproportional großen Anteil aus den teuren Premium-Fahrzeugen, während vergleichsweise wertstabile Kleinwagen erst langsam auf den Markt kommen (Stichwort z.B. ID.Polo).
      Würde man also nicht eine Zahl für alles rausgeben, sondern nach Segmenten aufgegliedert, kann es gut sein, dass die Statistik längst zu Gunsten von eAutos ausgeht, was Wertstabilität angeht.

      Antworten
    • F. K. Fast meint

      12.05.2026 um 10:44

      Traue keiner Statistik, die du nicht selbst manipuliert hast. In die 47% Restwert gehen ein:
      – Rabatte
      – e-Up und Brueder, die 2021 fuer 11-14k zu bekommen waren und heute aehnlich viel gebraucht kosten
      – hochpreisigen Autos, die besonders schnell an Wert verloren haben

      Vielleicht ist ja das der Kern des Problems: BEV sind ueblicherweise bisher eher hoeherpreisige Modelle und diese verlieren nun einmal auch mit Verbrenner schneller an Wert als niederpreisigere Modelle (absolut, aber auch relativ).

      Antworten

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