Der britische Sportwagenbauer Lotus baut sein Angebot aus, auch mit größeren Modellen im SUV- und Limousinenformat. Dabei wollte die zum chinesischen Geely-Konzern gehörende Marke eigentlich nur noch auf Elektroautos setzen, davon geht man aber auf Abstand. Künftig stehen vor allem auch Hybridfahrzeuge im Fokus.
Lotus hat seine weiterentwickelte Geschäftsstrategie „Focus 2030“ vorgestellt. Diese ziele darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und den Übergang zu einem flexibleren, nachhaltigen Geschäftsmodell zu vollziehen. Man wolle damit auch bei widrigen äußeren Rahmenbedingungen die Widerstandsfähigkeit auf dem Markt gewährleisten.
Die auf vier Grundpfeilern basierende Strategie – darunter die Stärkung der Marke, eine Strategie mit mehreren Antriebssträngen, eine enge Zusammenarbeit mit Partnern und finanzielle Disziplin – markiere einen bedeutenden Neuanfang für die Marke, heißt es. Qingfeng Feng, CEO der Lotus Group: „Lotus entstand aus dem rebellischen Geist von Colin Chapman, und dieser ist bis heute ungebrochen. Mit ‚Focus 2030‘ werden wir sowohl die Marke als auch das Unternehmen neu ausrichten, um unserer DNA treu zu bleiben. Wir sind besessen von Technik, von Leistung und davon, Autos für Fahrer zu bauen – und genau das wird dieses Unternehmen wachsen lassen.“
Focus 2030 stelle die Lotus-DNA in den Mittelpunkt jeder Entscheidung, unterstreichen die Briten. „Unabhängig von Produkt oder Antriebsstrang wurde und wird jeder Lotus nach denselben Leitprinzipien entwickelt: Leichtbau, Aerodynamik, kompromisslose Technik und Fahrererlebnis.“ Design und Technik hätten ihre Wurzeln in Großbritannien, der Heimat der Markenidentität und der Motorsportkompetenz. Forschung und Entwicklung in China sorgten für eine schnelle Markteinführung.
Da sich die regulatorischen Rahmenbedingungen und das Verbraucherverhalten weltweit mit unterschiedlicher Geschwindigkeit weiterentwickelten, werde man einen agilen Ansatz für Verbrennungsmotoren (ICE), Plug-in-Hybridfahrzeuge (PHEV) und batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) verfolgen, so Lotus. Dabei strebe man kurzfristig einen Volumenanteil von etwa 60 Prozent PHEV und 40 Prozent BEV an.
Hybridtechnologie soll zentrale Rolle spielen
Die Hybridtechnologie soll eine zentrale Rolle spielen. Den Anfang macht „X-Hybrid“, das die Entwickler als „einzigartige Kombination aus dem Leistungs-Know-how von Lotus bei Verbrennungsmotoren und BEVs, die große Reichweite, Flexibilität und Praktikabilität mit anhaltend hoher Leistung und dem für Lotus typischen Fahrspaß verbindet“ beschreiben. Die von Lotus entwickelte X-Hybrid-Technologie wurde erstmals im Eletre als Eletre X (und in China als „For Me“) vorgestellt. In der Volksrepublik haben die Auslieferungen an Kunden bereits begonnen. Die Auslieferung in Europa sollen im vierten Quartal beginnen.
„Als Bekräftigung der Leistungs-DNA der Marke wird die nächste Entwicklungsstufe der von Lotus selbst entwickelten Hybridtechnologie die Vorstellung des ersten Supersportwagens der Marke, des Type 135, sein, die für 2028 geplant ist“, kündigt das Unternehmen an. Es handele sich dabei um ein völlig neues Fahrzeug mit einem V8-Hybridantrieb und einer Leistung von über 1000 PS (736 kW). Die Produktion soll in Europa erfolgen. Weitere Details zum Fahrzeug will man im Laufe dieses Jahres bekannt geben.
Lotus bestätige zudem die Fortsetzung der Sportwagen-Baureihe Emira, die als letzte der Marke einen reinen Verbrennerantrieb bietet. Demnächst soll eine überarbeitete Version präsentiert werden, die als leistungsstärkster und leichtester Emira aller Zeiten konzipiert ist. Das aktuelle BEV-Portfolio von Lotus – Eletre (SUV), Emeya (GT) und Evija (Hypercar) – bleibt laut einer Mitteilung ein zentraler Pfeiler, da es der Marke neue Kunden beschere und ihre wirtschaftliche Basis erweitert habe. „Lotus war mit seinen elektrischen SUV- und GT-Modellen ein Vorreiter bei der 800-V-Architektur und setzt sich weiterhin für kontinuierliche Innovationen im Bereich der BEVs ein.“
Enge Zusammenarbeit mit Großaktionär Geely
Die enge Zusammenarbeit von Lotus mit dem Großaktionär Geely Holding Group sei ein zentraler Bestandteil von Focus 2030. Man arbeite gemeinsam an der Technologieentwicklung, der Wettbewerbsfähigkeit der Lieferkette und der Effizienz in der Fertigung, um die Markteinführungsgeschwindigkeit, die globale Reichweite und die Margenstabilität zu steigern. Durch diese Partnerschaft erhalte Lotus Zugang zu erstklassigen Kompetenzen und Ressourcen im Bereich der Elektrifizierung.
Focus 2030 gebe eine klare geschäftliche Ausrichtung vor, wobei der Fokus auf angestrebten Absatzzahlen, höheren Margen und einer stärkeren Ausrichtung auf Individualisierung liege, so das Unternehmen. Lotus strebt einen stetigen Anstieg auf 30.000 verkaufte Einheiten pro Jahr an, „sobald sich die gesamte Modellpalette stabilisiert hat“. Das solle eine nachhaltige Rentabilität ermöglichen. Im Laufe des letzten Jahres habe man in allen Unternehmensbereichen erhebliche Verbesserungen vorgenommen, um die betriebliche Effizienz zu steigern.

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