Der europäische Automobilkonzern Stellantis hat den Start „eines bahnbrechenden Projekts“ für kleine und erschwingliche E-Cars angekündigt. Voraussichtlich ab 2028 sollen die ersten Exemplare vom Band laufen.
Das „E“ in E-Car stehe für europäisch, emotional, elektrisch und umweltfreundlich („eco-friendly“), erklärt der 14-Marken-Konzern. „Die Europäische Kommission erkennt das Potenzial dieses vielversprechenden Segments – produziert in Europa für Kunden in Europa – an, Arbeitsplätze in den Bereichen Design und Fertigung in Europa zu fördern und gleichzeitig eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung der breiteren Einführung vollelektrischer Fahrzeuge für eine bequeme, alltägliche, stadtorientierte Mobilität zu spielen.“
Die Europäische Union plant die Einführung einer neuen Fahrzeugklasse, um günstige und kompakte Elektroautos zu fördern. Ziel ist es, die Elektromobilität breiter zugänglich zu machen und den Markt für erschwingliche Fahrzeuge wiederzubeleben. Die E-Car getaufte Kategorie soll laut Berichten Modelle mit einem Zielpreis von etwa 15.000 Euro ermöglichen und damit eine Lücke schließen, die in den vergangenen Jahren durch steigende Preise und den Rückzug vieler Hersteller aus dem Kleinwagensegment entstanden ist.
„Kleines, innovatives, erschwingliches und vollelektrisches Fahrzeug“
Das von Stellantis angekündigte E-Car ist den Angaben zufolge ein kleines, innovatives, erschwingliches und vollelektrisches Fahrzeug, „das ganz in der europäischen Tradition entwickelt wird, allen Menschen individuelle Mobilität anzubieten“. Es ist laut dem Unternehmen eine Antwort auf „den beispiellosen Rückgang“ des Segments der kleinen, erschwinglichen Autos in Europa in den letzten Jahren und verkörpere das Ziel des Konzerns, „Menschen mit Marken und Produkten zu bewegen, die sie lieben und denen sie vertrauen“.
„Das E-Car passt perfekt zum Erfolg im Kleinwagen-Segment, der tief in unserer europäischen Stellantis-DNA verwurzelt ist. Unsere Kunden wünschen sich eine Renaissance kleiner, stilvoller Fahrzeuge, die mit Stolz in Europa produziert werden und die zudem erschwinglich und umweltfreundlich sind“, so CEO Antonio Filosa. „Stellantis kommt diesem Wunsch mit neuen spannenden Modellen mehrerer Marken nach. Die Produktion soll 2028 in unserem Werk im italienischen Pomigliano beginnen.“
Pomigliano hat den Zuschlag für das E-Car bekommen. „Damit knüpft Stellantis auch mit Blick auf das große Potenzial der Produktionsmengen an die lange Geschichte des Werks an, einige der bekanntesten und erschwinglichsten Fahrzeuge Europas zu produzieren, wie beispielsweise den beliebten Fiat Panda“, heißt es.
Die E-Car-Modelle von Stellantis sollen sich durch modernes Design auszeichnen. „Sie werden von erstklassigen Elektrofahrzeug-Technologien angetrieben, die mit ausgewählten Partnern entwickelt werden. Das macht die Fahrzeuge erschwinglicher und verkürzt die Zeit bis zur Markteinführung“, erklärt das Unternehmen. Mehr verrät der Konzern mit bekannten Marken wie Fiat, Peugeot, Citroën, Opel, Jeep, Chrysler noch nicht.

Thyl Engelhardt meint
es handelt sich hierbei um die neu geplante Fahrzeugklasse M1E. Hab grad versucht, herauszufinden, was die auszeichnet. Aber die Infos sind mau. Länge max 4.2 m und danach geht es schon um Politik, weil nämlich besonders subventioniert, bei Produktion in der EU, und mehr CO2 credits. Die normalen Sicherheitsstandards sind aber einzuhalten.
Sorry, keine Ahnung, wie das dann der Hit werden soll. Die Akku-Preise sind einer der Haupthinderungsgründe für billigere Autos, und die Produktion in der EU.
Ich halte das in der derzeitigen Form für eine Fehlgeburt. Lasst die ganzen jetzt gesetzlich verlangten Assistenzsysteme weg und senkt die Crashsicherheit, meinetwegen auch nur für Fußgänger, und dann ergeben sich echte Einsparpotentiale. Und bringt die Kunden dazu, dass sie nicht mehr den ganzen Luxusschnickschnack als selbstverständlich ansehen, von elektrischem dies und das bis zu Navis (mit Google maps etc. überflüssig).
Matthias meint
Zur Erinnerung: es sitzen im Schnitt 1,4 Personen in einem PKW. Baut endlich mal ein vollwertiges(!) Auto um den Fahrer (und Käufer) herum ohne sinnlose leere Sitzplätze und unnötige Türen einzubauen. Brecht die Arche-Noah-Symmetrie auf und verzichtet auf einen Beifahrer-Platz, macht das Ding schmal und eiförmig dann klappt es auch mit Autobahnreichweite. Gab es in Ansätzen 2011 als Opel RAK e, VW Nils und dergleichen. Aber dann kamen stattdessen Turbodiesel-SUV.
Futureman meint
Für 2029 ein Fahrzeug anzukündigen, welches in China schon seit Jahre verkauft wird, zeigt, dass anscheinend noch viele Barreserven vorhanden sind. Denn nur damit können Verluste der nächsten 3 Jahre ausgeglichen werden.
Zum Glück hat sich Stellantis rechtzeitig Leapmotor ins Boot geholt. Die wachsen jährlich um über 50% und könnten frei werdende Kapazitäten der anderen Marken nutzen.
David meint
Jaja, ab 2029 wird dann alles gut. Nur ist jetzt 2026 und man hat immer noch keine gescheite Plattform am Start, um mit Skaleneffekten zu produzieren. Und keiner kauft die Karren.
Jeff Healey meint
Abwarten.
Ein neuer Opel Adam Electric, nur als Beispiel, könnte durchaus seine Freunde finden.
David meint
Ja, den Plan habe ich verstanden. Das Problem ist nur, jetzt ist erste Hälfte 2026. Dann kommt 2027 und dann kommt 2028 und dann könnten diese Autos langsam wirken. Und was machst du drei Jahre mit einer Produktion auf aktuellem Stand mit geringen Skaleneffekten, völlig zergliedert und Produkten, die nicht durch die Bank attraktiv sind?
M. meint
Hätte, wäre, wenn.
Ist ein Opel Adam Electric am Horizont aifgetaucht?
LMdeB meint
Gute, neue, bezahlbare E-Fahrzeuge gern, aber bitte nicht die „Bahn brechen“. ;-) Die hat schon genug Probleme!