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Smart #2 soll „glaubwürdiges“ Preis-Leistungs-Verhältnis bieten

17.06.2026 in Autoindustrie, Neues zu Modellen von Thomas Langenbucher | Kommentieren

Smart-Concept-#2

Bild: Smart

Smart plant die Einführung des #2 als vollelektrischen Nachfolger des 2024 eingestellten Kleinswagens ForTwo. Laut Europa-Chef Wolfgang Ufer stellt der kommende #2 einen Technologiesprung dar: Er basiere auf einer neuen Architektur, die innerhalb von 24 Monaten gemeinsam mit Geely entwickelt wurde. Die Chinesen haben vor einigen Jahren von Mercedes-Benz eine Hälfte der Anteile an Smart übernommen. Im Interview mit der Automobilwoche sprach Ufer über den #2 und die weiteren Pläne der heute rein elektrischen Marke Smart.

Im Vergleich zum Vorgänger sollen Reichweite, Ladefähigkeit, Agilität und Sicherheitsausstattung verbessert werden. Der #2 soll nach einem Start in China als nächster Schritt in Europa folgen. Die Weltpremiere ist für den Pariser Autosalon im Oktober 2026 angesetzt, wobei die ersten Auslieferungen hierzulande für das zweite Quartal 2027 geplant sind.

Die Entwicklung des Zweisitzers erfolgte nach der Markteinführung des Kompakt-SUV #1 und des etwas größeren Crossovers #3 sowie des neuen Mittelklasse-SUV #5. Die Priorisierung größerer Segmente war Ufer zufolge notwendig, um die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Joint Ventures von Mercedes-Benz und Geely sicherzustellen. Er betont, dass der #2 kein „Prestigeprojekt“ sei, sondern ein mit Fokus auf Wirtschaftlichkeit von den Investoren beschlossenes Angebot.

Die Zusammenarbeit zwischen den Eigentümern nutzt die Stärken beider Unternehmen: Mercedes bringt Expertise in Design, Marke und Netzwerk ein, während Geely für Architektur, Entwicklung und Geschwindigkeit zuständig ist. Smart positioniert sich seit dem Einstieg von Geely stärker in Richtung Premium. Der #2 dürfte – wie auch schon der ForTwo – kein Schnäppchen werden, soll aber zum attraktiven Preis starten.

20.000 Euro „die Kampflinie“

„Entscheidend ist, das Preis-Leistungs-Verhältnis glaubwürdig zu halten“, so Ufer mit Blick auf das neue Einstiegsmodell. Ob der #2 unter 20.000 Euro kosten wird, wollte er nicht sagen. Das sei aber „die Kampflinie, auf die wir sehr gut achten werden“. Man wolle auch Kunden für Einstiegsmodelle ins Visier nehmen. Einen konkreteren Ausblick auf das Modell bietet das im April präsentierte Concept #2.

Nach dem aktuellen Stand in Europa gefragt, erklärt Ufer: „Wir kommen aus einer schwierigen Phase – mit Chipkrise, Zollthemen, schwachen Restwerten und einem harten EV-Umfeld. Trotzdem haben wir in Europa Strukturen aufgebaut und sind heute im Mercedes-Netz mit 316 Verkaufsstandorten in 17 Märkten in Europa präsent.“ Wichtig sei, dass die Marke mit ihrem Direktvertrieb kontrolliert wachse, nicht über künstliche Volumen in Vermietkanäle. Das dauere manchmal länger, sei aber nachhaltiger. „Unser Vorteil ist, dass wir eine sehr vielfältige Kundenstruktur haben, auf die wir aufbauen können.“

Für das Jahr 2026 wird eine Verdopplung des Europa-Verkaufs angestrebt, nachdem der Absatz in Europa im Jahr 2025 rund 12.000 Einheiten betrug. Im Markt dreht sich die Wahrnehmung von Elektromobilität Ufer zufolge gerade wieder, die E-Auto-Förderung etwa in Deutschland helfe ebenfalls.

Neben dem #2 werden zukünftige Entwicklungen auf der neuen Plattform in Betracht gezogen. Mögliche Varianten wie ein Viersitzer als Nachfolger für den ForFour oder „emotionale Derivate“ wie früher Roadster oder Cabrio sind laut Ufer denkbar, sofern sie sich rechnen. Smart habe den klaren Auftrag, profitabler zu werden und müsse Erfolge zeigen. „Das tun wir mit dem #2, davon bin ich überzeugt. Als reine Elektromarke ist das in Europa anspruchsvoll, weil uns Verbrenner-Margen zum Ausgleichen fehlen.“ Die „sehr schlanke“ Aufstellung von Smart sei ein großer Vorteil, jetzt brauche es zusätzliches Volumen „in gesunden Kanälen“.

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Via: Automobilwoche (kostenpflichtig)
Tags: smart fortwoUnternehmen: Smart
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

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