Bei Ferrari steht die Frage im Raum, ob der Kauf des neuen Elektroautos Luce als Instrument zur Kundenbindung genutzt wird. Laut Informationen vertrauter Personen aus dem Umfeld des Unternehmens könnte die Bestellung des Modells dazu dienen, den Zugang zu exklusiveren Fahrzeugen zu sichern.
In Teilen des Sammlernetzwerks wurde nach Informationen des Handelsblatts kommuniziert, dass der 550.000 Euro teure Luce als Sprungbrett für andere Modelle fungieren könne. Ferrari nutzt Insidern zufolge bereits seit längerem Zuteilungssysteme, bei denen Stammkunden, die regelmäßig Serienmodelle erwerben, bevorzugten Zugang zu limitierten Editionen erhalten.
Der italienische Luxushersteller weist Vorwürfe einer solchen Verknüpfung zurück. In einer Stellungnahme erklärte Ferrari, es verfolge keine Politik, die den Verkauf des Luce oder anderer Modelle an den Erwerb weiterer Fahrzeuge der Marke knüpfe. Das Unternehmen distanziere sich von Dritten, die solche Praktiken im Namen des Herstellers versprechen würden.
Ferrari bestätigte, dass bei der Auswahl von Käufern für besonders begehrte Modelle Kunden mit langjährigen und starken Beziehungen bevorzugt würden. Entscheidend sei jedoch die persönliche Verbindung eines Kunden zu einem Modell und nicht eine Verbesserung des Rankings. „Wir ermutigen Kunden und Sammler nicht dazu, ein Modell ausschließlich zu kaufen, um Ferrari zu gefallen“, teilte das Unternehmen mit.
Der viertürige Luce wurde im Mai vorgestellt, es ist das erste Elektroauto der Marke. Vor allem das Außendesign, das vom Studio LoveFrom unter der Leitung des ehemaligen Apple-Designchefs Jony Ive stammt, wurde von Kommentatoren kritisiert. In den sozialen Medien gab es teils heftige Kritik an der für zu Ferrari ungewöhnlichen Optik. Vor der Präsentation hatten sich die meisten noch daran gestört, dass die Italiener überhaupt ein E-Auto auf den Markt bringen.
Ferrari produziert jährlich weniger als 14.000 Fahrzeuge und setzt auf künstliche Verknappung als Verkaufsargument. Vorstandschef Benedetto Vigna erklärte nach der Präsentation des Luce in Rom, dass Ferrari sowohl von Bestands- als auch von Neukunden Bestellungen erhalten habe.

eBikerin meint
Ja ich weiss ist eine Anekdote, aber vor rund 30 Jahren hat mir der Ferrari Händler bei uns (warum gibts den eigentlich nicht mehr? Egal) erklärt, dass man bestimmte Modelle nur bekommt, wenn man schon einen Ferrari bei einem offiziellen Händler gekauft hat.
Ist mir gerade beim lesen des Artikels so eingefallen. Und nein ich wollte da nix kaufen – der war schlicht neben den Laden wo ich gejobbt hatte und der Händler stand zum Rauchen auch immer auf der Strasse ;-)
Matze meint
Jetzt wissen wir auch, wo die vollen Auftragbücher herkommen 😂