Ein Bericht der unabhängigen Forschungsorganisation International Council on Clean Transportation (ICCT) nennt erhebliche Gesundheitsbelastungen durch Emissionen des Straßenverkehrs. Demnach führen sie weltweit alle 45 Sekunden zu einem vorzeitigen Todesfall und alle 2 Minuten zu einem neuen Asthmafall bei Kindern.
Der ICCT-Bericht „Health Benefits of Zero-Emission Transport Through 2050“ untersucht die Gesundheitsvorteile eines Übergangs zu emissionsfreiem Verkehr bis 2050. Ohne einen beschleunigten Wechsel zu Elektrofahrzeugen wird der Auswertung zufolge die Zahl der vorzeitigen Todesfälle bis 2050 um 74 Prozent steigen. Bei ambitionierter Elektrifizierung könnten vorzeitige Todesfälle um 63 Prozent und Asthmafälle bei Kindern um 80 Prozent sinken. Zwischen heute und 2050 ließen sich dadurch 8,8 Millionen vorzeitige Todesfälle verhindern.
Der Straßenverkehr macht laut der Studie weltweit fast die Hälfte des jährlichen Richtwerts der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Feinstaubbelastung im Freien aus. „Allein im Jahr 2024 trug der Straßenverkehr weltweit zu fast 700.000 vorzeitigen Todesfällen und 250.000 neuen Asthmafällen bei Kindern bei“, so Hauptautorin Lingzhi Jin. „Besonders besorgniserregend ist dabei die Entwicklung: Während Länder mit hohem Einkommen ihre Fahrzeugflotten umweltfreundlicher gestalten, werden Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen voraussichtlich einen wachsenden Anteil der Schäden tragen – wodurch sich die globalen Ungleichheiten im Gesundheitsbereich vergrößern statt verringern“.
Die Belastung durch verkehrsbedingte Luftverschmutzung droht demzufolge die globale gesundheitliche Ungleichheit zu vertiefen. Während Länder mit hohem Einkommen unter aktuellen politischen Bedingungen bis 2050 einen Rückgang der verkehrsbedingten vorzeitigen Todesfälle um 48 Prozent erwarten, sollen Länder mit oberem mittlerem Einkommen einen Anstieg von mehr als 50 Prozent verzeichnen. Länder mit niedrigem und unterem mittlerem Einkommen könnten Zuwächse von mehr als 200 Prozent erleben.
In einem ambitionierten Szenario der Elektrifizierung wären bis 2045 nahezu alle neuen Fahrzeugverkäufe emissionsfrei. In diesem Fall würden Länder aller Einkommensgruppen bis 2050 deutliche Rückgänge bei verkehrsbedingten vorzeitigen Todesfällen und neuen pädiatrischen Asthmafällen verzeichnen. Josh Miller, ICCT Senior Director und Mitautor der Studie, sagte, ambitionierte Elektrifizierung sei stark genug, „diesen Zusammenhang zu durchbrechen“.
„Bevölkerungswachstum, demografische Alterung und ein wachsender Fahrzeugbestand üben einen unaufhaltsamen Aufwärtsdruck auf die durch den Straßenverkehr verursachte Gesundheitsbelastung aus – und bei der derzeitigen Politik setzen sich diese Kräfte durch“, so Josh Miller, Senior Director beim ICCT und Mitautor der Studie. „Diese Studie zeigt, dass eine ehrgeizige Elektrifizierung stark genug ist, um diesen Zusammenhang zu durchbrechen und so zu verhindern, dass bis 2050 fast 9 Millionen Menschen vorzeitig sterben.“
Der Bericht nennt den schnellen globalen Übergang zu emissionsfreien Fahrzeugen einen besonders wirkungsvollen politischen Hebel, um Klimawandel und gesundheitliche Folgen verkehrsbedingter Luftverschmutzung zugleich anzugehen. Die Studienautoren verweisen auf ergänzende Maßnahmen, die wesentliche kurzfristige gesundheitliche Vorteile bringen und die Vorteile der Elektrifizierung beschleunigen könnten – darunter strengere Emissionsstandards, sauberere Kraftstoffe sowie Regelungen für ältere Fahrzeuge. Zu letzteren zählen Programme zur Flottenerneuerung, Umrüstungen und Umweltzonen.

Futureman meint
Merkwürdig, dass bei den Studien immer davon ausgegangen wird, das „ärmere“ Länder länger Verbrenner fahren. Der wahre Markt zeigt, dass dort der Wandel viel schneller geht. Der wer wenig Geld hat, achtet mehr auf die wahren Kosten von Mobilität. Und da ist nun einmal nichts günstiger, als elektrisch unterwegs zu sein. Dazu ist die Erzeugung passender Energie inzwischen überall auf der Welt günstiger, als es umständlich mit Tankern, LKW usw. um die ganze Welt zu transportieren.